Onkologische Pflegesprechstunde für Krebspatienten am Evangelischen Krankenhaus
Offene Fragen klären

Die drei Pflegefachfrauen für Onkologie und Palliative Care (von links): Nadine Schroer-Ksiazek, Martina Wansel und Mandy Drafz. Foto: EvK Herne
  • Die drei Pflegefachfrauen für Onkologie und Palliative Care (von links): Nadine Schroer-Ksiazek, Martina Wansel und Mandy Drafz. Foto: EvK Herne
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Erst kommt der Schock, dann folgen die Fragen: Eine Krebs-Diagnose ist für Betroffene ein Einschnitt im Leben. Auch nach der stationären Behandlung gibt es viele Fragen. Das Evangelische Krankenhaus Herne richtet aus diesem Grund nun eine Sprechstunde ein.

Die Diagnose Krebs bedeutet für viele Patienten einen Schock. Der stationäre Aufenthalt mit Chemotherapie, Bestrahlung und Operation reißt die Betroffenen aus ihrem gewohnten Alltag. Auch wenn im Vorfeld der Behandlung eine umfassende Aufklärung stattfindet, können sich situativ bedingt immer wieder neue Fragen zum Beispiel zum Therapieverlauf oder möglichen Nebenwirkungen ergeben.

Unterstützung finden Betroffene ab sofort in Sprechstunden des Evangelischen Krankenhauses Herne. Das Angebot richtet sich an stationäre und ehemalige stationäre Patienten des Krankenhauses und ihre Angehörigen.

Ein offenes Ohr für ihre Patienten hatten die drei Expertinnen für Onkologie und Palliative Care am Evangelischen Krankenhaus zwar schon immer, aber nun gibt es zusätzlich ein zeitlich festumrissenes Angebot. So soll vor allem den Betroffenen, deren stationärer Aufenthalt im Krankenhaus schon ein wenig zurück liegt, die Scheu genommen werden sich zu melden. „Viele Frage können wir oder der Patient nicht im Voraus erahnen. Sie ergeben sich erst im Laufe der Therapie und der Zeit und häufig auch erst dann, wenn man wieder zu Hause ist“, stellt Nadine Schroer-Ksiazek fest.

Auch Menschen, für die die Diagnose noch ganz frisch ist und die erst am Anfang der Therapie stehen, ist die Möglichkeit wichtig, Fragen auch jenseits der Aufklärungsgespräche zu stellen. „Wir möchten unbedingt vermeiden, dass sich die Patienten der Situation hilflos ausgeliefert fühlen, wenn alles für sie noch neu ist und sie auch vieles vielleicht nicht auf Anhieb verstehen“, sagt Mandy Drafz. Im Stationsalltag fehlt den Pflegefachfrauen manchmal die Chance, sich für Betroffene und Angehörige die notwendige Zeit zu nehmen. Die festen Sprechstunden sollen hier Abhilfe schaffen.

Dabei verstehen sich die Expertinnen für Onkologie auch als Bindeglied zwischen dem Patient und allen weiteren an der Therapie beteiligten Berufsgruppen, wie zum Beispiel Psycho-Onkologin oder Sozialdienste. „Wir wollen den Betroffenen und ihren Angehörigen als vertraute Bezugspersonen einen geschützten Raum bieten, in dem sie ihre individuellen Probleme ansprechen dürfen“, sagt Martina Wansel.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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