Krebs: Frauen und Männern in Herne bleiben Untersuchungen zur Früherkennung fern
Schlechte Vorsorge

Vor allem die Männer in Herne sind Vorsorgemuffel. Nur jeder Fünfte geht zur Früherkennung. Foto: AOK

Wer sich fit fühlt, denkt meist nicht über seine Gesundheit nach. Das betrifft besonders Männer: Eine Auswertung der Krankenkasse AOK bestätigt, dass Männer in Herne beharrliche Vorsorgemuffel sind.

Danach war im vergangenen Jahr nur jeder fünfte Mann ab einem Alter von mehr als 45 Jahren (20,4 Prozent) bei der Krebsfrüherkennung. Gegenüber dem Vorjahr ist die Inanspruchnahme nochmals zurückgegangen (21,4 Prozent). Bei den Frauen lag der Anteil höher. Hier nutzten immerhin 41,4 Prozent die Früherkennungsuntersuchung ab dem Alter von 20 Jahren. 2017 waren es 39,7 Prozent.
„Sowohl Frauen als auch Männer sollten die kostenfreien Früherkennungsuntersuchungen der gesetzlichen Krankenkassen besser nutzen. Denn wenn Krebs frühzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen”, sagt AOK-Serviceregionsleiter Jörg Kock. Nach den derzeit aktuellsten Zahlen des Krebsregisters wurden in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2015 insgesamt 108435 Krebs-Neuerkrankungen und 50677 Todesfälle erfasst.
Daher ist es umso wichtiger, auf Warnzeichen des Körpers zu achten und Risiken nicht zu ignorieren. „Besonders Männer gehen bei Schmerzen oder anderen Krankheitssymptomen häufig erst spät zum Arzt“, so Kock. Außerdem meiden viele die Früherkennungsuntersuchungen, weil sie ihnen unangenehm erscheinen oder sie sich noch keine Gedanken darüber gemacht haben. Finanzielle Gründe für das geringe Interesse an der Krebsvorsorge scheiden jedenfalls aus. „Die gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen vollständig bezahlt”, sagt Kock.
Männer haben ab dem Alter von 45 Jahren einmal im Jahr Anspruch auf Untersuchungen zur Früherkennung von Krebserkrankungen. Dazu gehören die Untersuchung der Prostata, der äußeren Geschlechtsorgane sowie das Abtasten der regionären Lymphknoten. Ab sofort können Männer ab 50 Jahren (bisher 55) auf Kosten ihrer gesetzlichen Krankenkasse eine Vorsorge-Darmspiegelung vornehmen lassen. Nach Ablauf von neun Kalenderjahren ist eine erneute Darmspiegelung möglich. Wahlweise kann jährlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl vorgenommen werden, ab 55 Jahren alle zwei Jahre.
Frauen haben ab dem Alter von 20 Jahren einmal jährlich Anspruch auf Krebs-Früherkennung. Dazu gehören Untersuchungen der Geschlechtsorgane und ein Abstrich vom Muttermund sowie aus dem Gebärmutterhals. Ab dem 31. Lebensjahr ist zusätzlich ein Abtasten der Brust und der Achselhöhlen vorgesehen. Von 50 bis 69 Jahren kann alle zwei Jahre eine Mammographie durchgeführt werden. Zur Darmkrebsfrüherkennung wird ab dem 51. Lebensjahr einmal jährlich ein Schnelltest auf verborgenes Blut im Stuhl angeboten, ab 55 Jahren alle zwei Jahre. Eine Darmspiegelung ist alternativ ab dem Alter von 55 Jahren möglich. Nach Ablauf von neun Kalenderjahren kann eine neue Vorsorge-Darmspiegelung durchgeführt werden.
Bei besonderen Risiken oder Beschwerden können nach wie vor unabhängig davon bei Männern und Frauen Darmspiegelungen durchgeführt werden. Neu ist, dass gesetzlich Versicherte von ihrer Krankenkasse regelmäßig schriftlich zur Darmkrebsvorsorge eingeladen werden.
"Wenn Krebs frühzeitig erkannt wird, bestehen gute Heilungschancen."

Jörg Kock

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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