Bewerber sollten im Bereich des Amtsgerichtes Wanne-Eickel leben
Streitschlichter gesucht

Monika Ganteföhr und Petra Kübber-Rösmann wissen, dass es bei der Schlichtung eines Streits weder Gewinner noch Verlierer geben soll.Foto: Michael Paternoga/Stadt Herne.
  • Monika Ganteföhr und Petra Kübber-Rösmann wissen, dass es bei der Schlichtung eines Streits weder Gewinner noch Verlierer geben soll.Foto: Michael Paternoga/Stadt Herne.
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Die Stadt sucht für den Bereich des Amtsgerichtes Wanne-Eickel ehrenamtliche Schiedspersonen. Von diesem Amt profitieren nicht nur die beteiligten Parteien, sondern auch der Streitschlichter selbst. Das betont Monika Ganteföhr.
Sie bekleidet das Amt bereits seit 36 Jahren und hätte diese Aufgabe sicherlich nicht so lange übernommen, wenn es ihr nicht so viel Freude bereiten würde. „Es ist ein schönes Gefühl, wenn sich zwei Menschen, die vielleicht seit Jahren wegen Streitigkeiten nicht mehr miteinander sprechen, die Hand geben und der Streit geschlichtet ist.“
Während der Schlichtung versuche man auf Augenhöhe mit den beteiligten Parteien eine Lösung für den Konflikt zu finden. „Anders als bei Gericht gibt es bei einer erfolgreichen Schlichtung keinen Gewinner und Verlierer. Das wirkt sich auch nachhaltiger auf die Gesamtsituation aus“, so Ganteföhr, die auch als Vorsitzende des Bundesverbandes der Schiedsmänner und Schiedsfrauen fungiert. Um die Gerichte zu entlasten, ist der Schlichtungsversuch bei einigen Streitigkeiten und Strafsachen sogar verpflichtend.
Wer sich für das Amt interessiert, muss keine juristischen Kenntnisse mitbringen. „Viel wichtiger sind Menschenkenntnis und Lebenserfahrung“, sagt Ganteföhr. Die Bewerber sollen daher nicht jünger als 30 Jahre sein und das 70. Lebensjahr nicht vollendet haben und im Bereich des Amtsgerichtes Wanne-Eickel wohnen. Für den Bereich des Amtsgerichtes Herne gibt es aktuell genug Schiedsleute, die übrigens auch alle mehrfach die Amtszeit von fünf Jahre verlängert haben. Oft geht es bei den Terminen um nachbarschaftliche Streitigkeiten. Typisch sind die hoch geratene Hecke oder eine zugeparkte Einfahrt.
Es könne auch durchaus vorkommen, dass man einige Wochen oder Monate gar keine Streitparteien in den eigenen vier Wänden am Tisch begrüßen kann. In der eigenen Wohnung finden nämlich meistens die Schlichtungen statt, was im Gegensatz zu einem Gerichtssaal schon für eine ganz andere Stimmung und Atmosphäre sorgt.
Die Zahl der Fälle pro Jahr liegt zwischen zehn und zwanzig. In Wanne-Eickel ist sie zuletzt sogar etwas zurückgegangen. Ins kalte Wasser geschmissen werden die Neuen übrigens nicht. Ganteföhr: „Es finden Schulungen statt. Außerdem stehen die anderen Schiedspersonen natürlich mit Rat und Tat zur Seite.“
Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht. Die Bewerber müssen zur Abfassung der Vergleichsprotokolle der deutschen Sprache in Wort und Schrift mächtig sowie EU-Bürger sein. Die Schiedspersonen werden vom Rat der Stadt gewählt und vom Direktor des Amtsgerichts vereidigt.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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