Evangelisches Krankenhaus erweitert Team der Multimodalen Schmerztherapie
Verhalten bei Schmerz

Über einen längeren Zeitraum kann Schmerz das Denken und Empfinden verändern, weiß Psychotherapeutin Irina Rohde. Foto: ZED

Rund 20 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter chronischen Schmerzen – Tendenz steigend. Erkrankungen des Bewegungsapparates und des Nervensystems nehmen kontinuierlich zu.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung wurde das Team der Multimodalen Schmerztherapie am Evangelischen Krankenhaus in Eickel im April um zwei weitere Expertinnen verstärkt. Neu hinzugekommen sind die leitende Oberärztin und Schmerztherapeutin Daniela Wagner und die Psychologische Psychotherapeutin Irina Rohde.
Die Patienten, die für eine Multimodale Schmerztherapie in Frage kommen, müssen oft hören, sie seien austherapiert. Medikamente führen nicht mehr zu der gewünschten Verbesserung, schlimmstenfalls werden die Betroffenen mit Sätzen konfrontiert, wie „stellen Sie sich mal nicht so an“. Doch damit erhöht sich nur der Leidensdruck der Menschen.
Umso wichtiger ist es für sie, dass man sich intensiv mit ihnen und ihren Beschwerden auseinandersetzt. Dies geschieht im Rahmen der Multimodalen Schmerztherapie am Evangelischen Krankenhaus während eines neun- bis zwölftägigen stationären Aufenthalts. In dieser Zeit werden die Patienten von einem Team betreut, das sich aus verschiedenen Berufsgruppen zusammensetzt: Medizin, Pflege, Physio- und Ergotherapie sowie Psychotherapie.
Dieser ganzheitliche Ansatz nimmt nicht nur die körperlichen Veränderungen ins Visier, welche die Schmerzen ursprünglich verursacht haben, sondern bezieht den ganzen Menschen mit sämtlichen körperlichen, psychischen und sozialen Aspekten mit ein. „Ein Schmerz, der über einen langen Zeitraum auf einem Menschen lastet, löst eine Veränderung in seinem Körper, seinem Denken und seinem Empfinden aus“, erklärt Psychotherapeutin Irina Rohde. Eine psychologische Anamnese mit ihr gehört deshalb auch zum vorstationären Patientengespräch.
Wichtigste Voraussetzung für einen Behandlungserfolg ist die Bereitschaft des Betroffenen, an dem Prozess mitzuwirken. „Nur dann kann auch eine Veränderung stattfinden“, betont Daniela Wagner. Selbst wenn die Schmerzen nicht völlig verschwinden, lernt der Patient doch, sein Leben wieder aktiv zu gestalten und dadurch ein Stück Lebensqualität zurückzugewinnen. Diese aktive Mitwirkung kann für die Betroffenen durchaus anstrengend sein. Denn neben praktischen Übungen in den Bereichen Physio- und Ergotherapie findet eine Auseinandersetzung mit der eigenen Psyche statt. In den Jahren des Leidens sind oftmals feste Verhaltensmuster entstanden, die schwer zu verändern sind. „Da kann es auch schon mal sinnvoll sein, die Angehörigen in die Gespräche miteinzubeziehen“, sagt Rohde.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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