EM-Glosse: Pudelmütze statt Körperkunst

Fußballspieler, Trainer und Funktionäre haben ihre Marotten. Rituale gehören dazu, Aberglaube - und solche Spinnereien teilen auch Menschen, die den Spielen nur zuschauen.

Ein Blick ins soziale Umfeld genügt. Seit dem 10. Juni hat sich beispielsweise Herr G. nicht mehr rasiert. Was seine Freundin davon hält, schert ihn nicht. Also gab er pünktlich zum Start der EM in Frankreich dem Bartwuchs wieder freien Lauf, weil: "So wurde Deutschland in Brasilien Weltmeister." Reine Haarspalterei. Immerhin hat er nicht persönlich Brasilien mit 7:1 einen Radikalschnitt verpasst.
Frau B., über die ich an dieser Stelle schon berichtet habe, rüstet modisch fürs Halbfinale am Donnerstag auf: Wenn Deutschland gegen Frankreich antritt, sind 10 mal 2 Stellen ihres Körpers schwarz-rot-gold bepinselt. Die Mani- und Pediküre komplettiert ein Outfit, das an die Körperkunst mancher exotischer Volksstämme erinnert. Ich halte mich lieber bedeckt. Rein sachlich betrachtet: Die Pudelmütze bringt Glück.

Autor:

Kerstin Halstenbach aus Herten

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