Herner TC: Platz drei im Blick

Emina Karic ist die einzige Spielerin, die bereits in der vergangenen Saison im Kader des Herner TC stand.

Vor dem Abschluss der Hinrunde ist Platz drei in Reichweite. Trotz des Umbruchs scheint der Herner TC immer noch ein Kandidat für die Spitzengruppe der Basketballbundesliga zu sein.

Diese sportliche Entwicklung ist nicht selbstverständlich. Im Sommer verließen den Herner TC fast alle Leistungsträgerinnen. Nationalspielerin Sonja Greinacher wechselte zu Wisla Krakau, weil sie auch im Verein international spielen wollte. Haiden Palmer punktet für den deutschen Meister TSV Wasserburg. Weitere Spielerinnen wechselten aus beruflichen oder privaten Gründen.

Geblieben ist lediglich Emina Karic. Die 26-Jährige ist mittlerweile eine feste Größe im Spiel des Herner TC. Kam sie in der vergangenen Saison auf 2,2 Punkte bei einer Einsatzzeit von rund 10 Minuten, steht sie mittlerweile in den Bundesligaspielen mehr als doppelt so lange auf dem Feld. Mit 6,3 Punkten pro Spiel bei einer starken Wurfquote von fast 60 Prozent hat das Herner Urgestein seinen Anteil an der positiven sportlichen Entwicklung. Herausragend ist ein Durchschnitt von 1,6 Ballgewinnen. Die gebürtige Bosnierin, die mittlerweile zum Kreis der deutschen Nationalmannschaft gehört, blieb in den vergangenen Monaten endlich einmal von Verletzungen verschont.

Deutlich mehr als Emina Karic prägen allerdings drei Neuzugänge die Offensive des Herner TC. Die US-Amerikanerin Courtney Range erzielt 11,4 Punkte pro Spiel. Die beiden Niederländerinnen Isabella Slim (11,1) und Karin Kuijt (10,4) kommen ebenfalls auf zweistellige Werte.

Im System von Trainer Marek Piotrowski ist Karic die einzige Deutsche. Jeweils vier Neuzugänge kommen aus den Niederlanden und aus den Vereinigten Staaten, wobei Beatrice Attura auch den italienischen Pass besitzt. Dass acht Spielerinnen auf mindestens fünf Punkte pro Partie kommen, macht die Mannschaft für den Gegner schwer ausrechenbar. Das geringe Leistungsgefälle unterstreichen zudem die Einsatzzeiten. Piotrowski setzt auf eine Rotation mit neun Spielerinnen, die auf 16 bis 30 Minuten Einsatzzeit pro Spiel kommen. Steigern muss sich noch Loyce Bettonvil. Ihre 3,0 Punkte pro Spiel sind das Ergebnis einer schwachen Wurfquote von nicht einmal 30 Prozent.

Teil der Mannschaft sind außerdem sechs junge deutsche Spielerinnen, die in dieser Saison erste Erfahrungen in der Bundesliga sammeln. Sie kommen bisher allerdings lediglich auf sporadische Kurzeinsätze, so zum Beispiel beim sensationellen 76:49 gegen die Rutronik Stars Keltern, der in Herne seine einzige Niederlage in der laufenden Meisterschaft kassierte.

Der Sieg gegen den aktuellen Tabellenzweiten war der Höhepunkt einer bemerkenswert erfolgreichen Saison. Insbesondere in eigener Halle ist der Herner TC eine Macht: Fünf Siege in fünf Heimspielen sorgen dafür, dass die neu formierte Mannschaft eine realistische Chance auf den dritten Tabellenplatz besitzt.

Auswärts gelang allerdings erst ein Sieg beim SV Halle (79:64). Erfolg Nummer zwei sollte am Sonntag möglich sein: Beim Tabellenzehnten Chemcats Chemnitz tritt der Herner TC als Favorit an. Im besten Fall könnte die neue Herner Mannschaft dann schon nach Siegen mit dem Tabellendritten TH Wohnbau Angels gleichziehen, der am Samstag beim BC Pharmaserv Marburg vor einer deutlich schwierigeren Aufgabe steht.

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