DLRG zurück am Kanal
Schwimmkurse in Herne müssen jedoch weiter warten

Seit dem vergangenen Sonntag leisten die DLRG-Ortsgruppen Herne und Wanne-Eickel – wie auf diesem Archivbild – wieder ihren Wachdienst am Rhein-Herne-Kanal.
  • Seit dem vergangenen Sonntag leisten die DLRG-Ortsgruppen Herne und Wanne-Eickel – wie auf diesem Archivbild – wieder ihren Wachdienst am Rhein-Herne-Kanal.
  • Foto: Archiv
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Die ersten schönen Sonnentage gab es schon, und Menschen, die Abkühlung suchten, tummelten sich am Rhein-Herne-Kanal. Doch die Rettungswache der DLRG an der Belgorodstraße war wegen der Corona-Verordnungen gesperrt und unbesetzt. Erst am vergangenen Sonntag, 5. Juli, nahm die DLRG ihren Wachdienst wieder auf, wenn auch eingeschränkt.

Von Vera Demuth

Normalerweise hätten die ehrenamtlichen Rettungsschwimmer der Ortsgruppen Herne und Wanne-Eickel bereits ab Anfang Mai jedes Wochenende und an Feiertagen ihren Dienst an der Rettungswache getan. Nun haben sie mit zwei Monaten Verspätung ihre Arbeit aufgenommen. "Unter Beachtung der Abstandsregeln", betont Dirk Bielefeld, erster Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Herne und Leiter des Bezirks Herne/Wanne-Eickel.
Die Abstandsregeln gelten übrigens nicht nur an Land, sondern auch für die Rettungsboote. "Sonst nehmen wir auch schon mal vier Mann an Bord, aber jetzt sind es nur drei, und es ist gekennzeichnet, wer wo sitzen darf", erläutert Ursel Müller, erste Vorsitzende der Ortsgruppe Wanne-Eickel.
Abgesehen davon läuft der Wachdienst auch sonst nicht wie gewohnt ab, denn nicht alle der Ehrenamtlichen, die normalerweise an der Belgorodstraße im Einsatz wären, nehmen zurzeit daran teil. "Es ist eine Frage, wer sich das unter diesen Umständen zutraut", sagt Müller. Um den Wachdienst gewährleisten zu können, müssen mindestens drei DLRG-Mitglieder vor Ort sein. "Zwei fürs Boot und einer als Einsatzleiter", so die Vorsitzende.
Sowohl Ursel Müller als auch Dirk Bielefeld sind froh, dass es bisher, solange der Wachdienst unmöglich war und die Schwimmbäder noch geschlossen waren, noch nicht so viele heiße Tage und an den unbeaufsichtigten Wochenenden keine Unfälle gab. "Denn da ist richtig was los am Kanal bei schönem Wetter", weiß Bielefeld.

Erhöhtes Gefahrenpotenzial


Auch Familien und kleine Kinder seien dann vor Ort. Da die DLRG wegen der Corona-Pandemie seit Mitte März auch keinen Schwimmunterricht anbieten kann, sieht Dirk Bielefeld ein erhöhtes Gefahrenpotenzial. Ursel Müller geht davon aus, dass das offiziell verbotene Schwimmen im Rhein-Herne-Kanal in diesem Sommer sogar noch populärer werden wird als in den Vorjahren. Zwar seien die Schwimmbäder nun wieder geöffnet, "aber man kann nur zu bestimmten Zeiten gehen, und die Kapazitäten sind begrenzt", so Müller.
Zurzeit setzt die Herner Ortsgruppe bis nach den Sommerferien ihre Schwimmausbildung aus. Sie hält ihre Kurse normalerweise im Lehrschwimmbecken des Otto-Hahn-Gymnasiums ab. Dies wird aber zurzeit saniert. Eigentlich dürfte sie stattdessen zwei Bahnen im Südpool nutzen, aber noch sind Vereine wegen der Corona-Pandemie dort nicht gestattet. Darüber hinaus sieht Dirk Bielefeld keine Möglichkeit, Schwimmen zu unterrichten und gleichzeitig die Abstandsregeln einzuhalten. "Solange sie gelten, haben wir keine Chance. Ich kann ja nichts zeigen und zum Beispiel die Arme des Kindes führen, wenn seine Bewegung falsch ist", erläutert er. "Wir harren der Dinge." Die sowieso lange Warteliste für die Schwimmkurse dürfte indessen immer länger werden. "Den Stau müssen wir dann abarbeiten, wenn wir wieder dürfen", sagt Bielefeld.

Kein Schwimmunterricht bis Jahresende

Die Wanne-Eickeler Ortsgruppe würde mehrere Lehrschwimmbecken in Schulen und das Wananas für ihre Schwimmkurse nutzen. Aber die Umkleiden seien zu klein, um Abstand zu halten, so Ursel Müller. "In den Anfängergruppen haben wir 15 bis 18 Kinder, aber in die kleine Umkleide kann ich nur zwei Kinder schicken. Und wer soll dann selektieren, welche Kinder zum Unterricht dürfen und welche nicht?" Auch müsste nach jedem Kurs eine Desinfektion erfolgen – ein nicht zu leistender Aufwand.
Deswegen hat sich der Vorstand während seiner Sitzung am Mittwoch, 8. Juli, dazu entschlossen, bis zum Jahresende keine Schwimmkurse für Kinder anzubieten, falls sich die Bedingungen nicht noch ändern sollten.
Die Lehrgänge fürs Rettungsschwimmen im Wananas dagegen sollen wieder stattfinden, sobald es eine Erlaubnis dafür gibt. "Aber nur die berufsbedingte Ausbildung, also für Sportstudenten und Bewerber bei der Polizei", sagt Ursel Müller.

Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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