Ein erfolgreiches Jahr für die Medizinische Klinik

Felix Seibert (rechts) und sein Forschungsteam in der Schwerelosigkeit bei einem Parabelflug.

Die Medizinische Klinik I des Marienhospitals kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken: Mit Schwerelosigkeitsforschung, Aussagen über den Weißkittel-Effekt und neuartigen Diagnoseverfahren von Nierenerkrankungen gewannen sie drei Forschungspreise.

Die Studie zur Schwerelosigkeit von Oberarzt Felix Seibert wurde auf dem Jahreskongress der Deutschen Hochdruckliga ausgezeichnet. Herzinfarkte und Schlaganfälle sind die Haupttodesursache in Industrieländern. Doch wie gefährdet sind Personen, die sich für längere Zeit im Weltall unter den Bedingungen der Schwerelosigkeit aufhalten?

Bluthochdruck sei hier der größte Risikofaktor, erklärt Seibert. Das Forschungsprojekt fand während mehrerer Parabelflüge statt, die einige Sekunden der Schwerelosigkeit erzeugten. Die Auswertung der Messungen ergab, dass der zentrale Blutdruck in der Schwerelosigkeit bei den Testpersonen ansteigt, was ein erhöhtes Schlaganfallrisiko darstellt. Das Ergebnis kann dafür genutzt werden, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Astronauten besser einzuschätzen und medizinische Untersuchungen während des Aufenthalts in der Schwerelosigkeit zu optimieren.

Gemeinsam mit dem leitenden Oberarzt Frederic Bauer erhielt Seibert auf dem Jahreskongress eine weitere Auszeichnung, den „Young Investigator Award“. Die Mediziner hinterfragten die Ergebnisse einer amerikanischen Studie über Blutdruckmessungen. Die Forschungsgruppe um Timm Westhoff, Direktor der Medizinischen Klinik, stellte die Qualität der Aussage auf Grund der Art der Messung und damit die Übertragbarkeit auf den Praxisalltag in Frage. Die Messungen der sogenannten Sprint-Studie erfolgten mit einem automatischen Messsystem und teilweise ohne Anwesenheit von Ärzten. Damit wurde der Weißkittel-Effekt, der häufig beobachtet wird, nicht berücksichtigt. Dieser beschreibt, dass Patienten in Anwesenheit von Medizinern nervös sind und dies den Blutdruck ansteigen lässt. Demnach würden unbeaufsichtigte Messungen niedrigere Werte ergeben als die üblichen Messungen in der Praxis, die vom Arzt durchgeführt werden. Deshalb seien die Ergebnisse nicht unmittelbar auf den Praxisalltag übertragbar.

Das Forschungsprojekt von Bauer und Seibert zeigte jedoch, dass der Weißkittel-Effekt unter Umständen keinen relevanten Einfluss auf die Höhe des Blutdrucks hat. Sie konnten zwar einen Unterschied zwischen den Messergebnissen in verschiedenen Umgebungen bestätigen, jedoch fiel dieser nicht so deutlich aus wie angenommen. Als Grund dafür sehen die Mediziner das bestehende Vertrauensverhältnis zwischen dem Hausarzt und dessen langjährigen Patienten. „Dieses Vertrauen senkt die Aufregung und lässt den Blutdruck nicht so stark ansteigen“, sagt Seibert. Somit sind die Ergebnisse der Studie auf den Praxisalltag übertragbar.

Neben seinen Forschungen zum Bluthochdruck erhielt Seibert zudem eine Auszeichnung für ein neues Diagnoseverfahren bei Nierenerkrankungen. Er untersuchte, ob Nierenerkrankungen in der Atemluft der Patienten nachweisbar sind. Der Oberarzt entwickelte einen Test, vergleichbar mit einem Alkoholschnelltest, und verglich die Atemluft von Personen mit Nierenerkrankungen mit derer gesunder Probanden. Die Ergebnisse zeigen, dass Unterschiede im Atem bei erkrankten und gesunden Probanden erkennbar sind. Ziel der Forschungsgruppe ist es, dass zukünftig die Diagnose von Nierenerkrankungen schneller erfolgen kann, da keine Blutuntersuchungen mehr notwendig sind.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

11 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen