Eine kleine Starthilfe

RAA-Betreuer Mohammed Habrichi, Dirk Plötzke, Gudrun Thierhoff und Radojka Mühlenkamp (hinten v. li.) beglückwunschen die beiden Abiturienten Samim Ayami und Nirviya Dharmaseelan (vorne v. li.).WB-Foto: Detlef Erler
  • RAA-Betreuer Mohammed Habrichi, Dirk Plötzke, Gudrun Thierhoff und Radojka Mühlenkamp (hinten v. li.) beglückwunschen die beiden Abiturienten Samim Ayami und Nirviya Dharmaseelan (vorne v. li.).WB-Foto: Detlef Erler
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Samim Ayami kann stolz sein. Denn sein Abitur hat er mit der Traumnote 1,0 bestanden. Doch nicht nur sein eigenes Können hat zu diesem Erfolg beigetragen. Dank der Unterstützung des Start-Projektes konnte der junge Mann die Türen zu einer erfolgreichen Zukunft ganz weit aufstoßen.

Drei junge Herner Stipendiaten haben mit großem Erfolg in diesem Jahr ihre Abiturprüfung bestanden. „Dank dieser Förderung hat man den Kopf frei zum Lernen“, betont Samim Ayami. Im Alter von einem Jahr kam er aus Afghanistan nach Deutschland, nun will er Medizin studieren.
Nirviya Dharmaseelan stammt aus Sri Lanka. Gerade die Begegnung mit den anderen Schülern im Rahmen der Seminare stellte sie als besonders wichtig für sich heraus, um traumatische Erlebnisse zu verarbeiten. „Dort konnte ich den anderen alles erzählen, was ich meinen Mitschülern nicht sagen konnte, das hat mir sehr geholfen“. Nun möchte sie Psychotherapeutin werden. Dabei begann die Geschichte mit einem kleinen Schock. „Als ich zum Stufenleiter kommen sollte, hatte ich Angst, etwas ausgefressen zu haben“, erinnert sie sich.
Dritter im Bunde ist der aus der Türkei stammende Kurde Serhat Kizilboga. Sein Ziel ist es, irgendwann eine Funktion im Management eines Unternehmens zu bekleiden.
Diese drei zeigen: Bildung ist der Schlüssel, um in unse-rer Gesellschaft etwas zu erreichen. „Für Kinder mit Migrationshintergrund ist es allerdings schwieriger, höherwertige Abschlüsse zu erlangen“, stellt Radojka Mühlenkamp Leiterin der Regionalen Arbeitsstelle zur Förderung von Kindern und Jugendlichen aus Zuwandererfamilien (RAA), fest.
Doch gerade in dieser Bevölkerungsgruppe „steckt viel Potenzial, das wir nutzen müssen“, findet Mühlenkamp mit Blick auf die Zukunft. Um diese Möglichkeiten zu nutzen, gibt es das Start-Projekt der Hertie-Stiftung.
Besonders vielversprechende Kinder mit Migrationshintergrund werden, nach einer Empfehlung ihrer Schule und einer anschließenden erfolgreichen Bewerbung, von der neunten Klasse bis zum Abitur gefördert. Zum einen mit einem monatlichen Geldbetrag von 100 Euro, der für Bildungszwecke verwendet werden muss, sowie der Bereitstellung der technischen Ausrüstung in Form eines Laptops, Druckers und eines Internet-Zugangs. „Ohne geht es heute einfach nicht mehr“, weiß Radojka Mühlenkamp. Zudem nehmen die Schüler an einem umfangreichen, zum Teil deutschlandweiten, Programm teil. Dazu gehören Seminare in Rhetorik ebenso wie Kurse zu kulturellen und politischen Themen sowie ein Bewerbungstraining.
Seit 2005 ist die Bildungs- und Erziehungsstiftung der Herner Sparkasse lokaler Partner des Start-Projektes. Neun Schülerinnen und Schüler wurden seitdem unterstützt, fünf haben das Abi bereits in der Tasche. Eine Realschülerin kommt nun als zehnte Stipendiatin dazu. Voraussetzung ist neben den guten schulischen Leistungen ehrenamtliches Engagement. „Zudem achten wir darauf, nicht unbedingt Kinder aus wohlhabenden Familien zu unterstützen“, meint Mühlenkamp lächelnd.
Sitftungsvorstand Dirk Plötzke von der Herner Sparkasse ist beeindruckt. „Die Abschlüsse zeigen, dass die Fördermittel hier gut angelegt sind“, meint er und erntet Zustimmung von Vorstandskollegin Gudrun Thierhoff.

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