Zahl der Ausbildungsplätze zum zweiten Mal im dreistelligen Bereich gestiegen
Die Lage entspannt sich


Die Kreishandwerkerschaft geht davon aus, dass die Zahl der Auszubildenden in ihrer Branche in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleibt. Noch sind zehn Stellen weniger besetzt. Foto: Archiv

  • Die Kreishandwerkerschaft geht davon aus, dass die Zahl der Auszubildenden in ihrer Branche in etwa auf dem Niveau des Vorjahres bleibt. Noch sind zehn Stellen weniger besetzt. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Der Ausbildungsmarkt tut es dem Arbeitsmarkt gleich: Die aktuellen Zahlen belegen eine deutliche Verbesserung. Die Schere zwischen Bewerbern und Ausbildungsstellen hat sich weiter geschlossen.

Entspannt sei die Lage auf dem Ausbildungsmarkt damit jedoch nicht, betont Frank Neukirchen-Füsers, der Geschäftsführer der Agentur für Arbeit. Auch wenn die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen weiter gestiegen und die Anzahl der Bewerber gesunken ist, bleibt nach den aktuellen Zahlen die Hälfte der Bewerber unversorgt. Darüber hinaus sorgen falsche Vorstellungen vom Beruf oder zu hohe Erwartungen der Arbeitgeber dafür, dass viele Stellen unbesetzt bleiben.
Jeder Topf findet seinen Deckel? Der Volksmund bewahrheitet sich in der Praxis zu selten. Das muss nicht sein, so die Meinung der Experten. Die Pflegebranche, die Gastronomie und das Handwerk suchen händeringend Personal. Trotz immer besser werdenden Arbeitsbedingungen, Aufstiegs- und Verdienstmöglichkeiten sehen junge Menschen in diesen Branchen deutlich seltener ihre Zukunft als anderswo. Wer nicht gleich mit seiner Bewerbung im Traumberuf reüssiert, besucht eine weiterführende Schule oder beginnt ein Studium.
Von Oktober vergangenen Jahres bis Ende September meldeten sich bei der Agentur für Arbeit insgesamt 1727 Bewerber auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Die Zahl sank gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent. 905 betriebliche Ausbildungsstellen bedeuten einen Zuwachs in Höhe von 12,7 Prozent. Zum zweiten Mal in Folge stieg der Zahl der Ausbildungsplätze damit im dreistelligen Bereich. Derzeit kommen in Herne auf 100 Bewerber 52 Ausbildungsstellen. Hinzu kommen zwar noch die schulischen Ausbildungen, die in der Pflegebranche besonders hoch sind, trotz allem klafft die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt weiter stark auseinander. Neukirchen-Füsers: „Die steigende Zahl der Ausbildungsstellen zeigt, wie wichtig die Arbeitgeber, die Situation einstufen und, dass unsere Appelle gehört werden. Dennoch gehört mehr dazu. Die gemeldeten Stellen müssen auch besetzt werden."
Stefan Marx vom Deutschen Gewerkschaftsbund sieht die Entwicklung in Herne nicht ganz so positiv. Er bemängelt eine unterdurchschnittliche Bereitschaft der Betriebe zur Ausbildung. "Mit einer Spitzen-Quote von ein- und auspendelnden Auszubildenden wird deutlich, dass es wohl nicht an der angeblich fehlenden Mobilität liegt. Eher wohl an dem nicht vorhandenen Ausbildungsplätzen im jeweiligen Wunschberuf."

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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