Neue Antriebstechnologie vereint Tradition und Moderne
HCR wagt Investition in die Zukunft

Frank Dudda, Karsten Krüger und Patrick Oosterveld (BYD Europe) informierten sich über den Stand der Dinge bei der HCR.
 Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne
  • Frank Dudda, Karsten Krüger und Patrick Oosterveld (BYD Europe) informierten sich über den Stand der Dinge bei der HCR.
    Foto: Thomas Schmidt/Stadt Herne
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Im September 1959 fuhr die letzte HCR-Straßenbahn. Im Volksmund wurde sie die Elektrische genannt. Nach 61 Jahren vereint die HCR als reines Busunternehmen mit zwei neuen rollenden Elektrofahrzeugen wieder Tradition und Moderne für ihre Fahrgäste.

Der erste Elektrobus ist in der vergangenen Woche auf dem Betriebshof in Börnig eingetroffen und fällt mit seiner markanten Beklebung direkt ins Auge. Die Ankunft des zweiten Fahrzeugs wird Mitte dieses Monats erwartet.
In der jüngeren Vergangenheit sammelte die HCR bereits die ersten Erfahrungen mit Elektrofahrzeugen. Dienstfahrzeuge der Werkstatt, des Streckendienstes oder auch der Verkehrsmeister sind bereits mit elektrischem Antrieb ausgestattet. Mit der kontinuierlichen Beschaffungsstrategie von modernen Dieselfahrzeugen – mehr als die Hälfte des Fuhrparks ist mit Euro-6-Technologie ausgestattet – trägt das Verkehrsunternehmen nicht erst seit heute zur stetigen Verbesserung der Luftqualität in Herne, Castrop-Rauxel und Umgebung bei. Vier weitere Busse mit Mild-Hybrid-Technologie werden die Flotte bis Ende diesen Jahres bereichern.
Die beiden neuen E-Fahrzeuge stammen von einem der weltweit größten Batterie- und Elektrobusproduzenten. Ebenso wie 20 weitere Elektrobusse, die in Kürze bei der Bogestra in Bochum und Gelsenkirchen auf Strecke gehen. Nach einer einheitlichen Leistungsbeschreibung übernehmen Bogestra und HCR innerhalb der sieben Partner umfassenden Kooperation im östlichen Ruhrgebiet gemeinsam das Testen von Elektrobussen. Alle Busse verfügen über die selbe Kapazität wie die bereits eingesetzten Linienfahrzeuge gleicher Bauart. Komfortmerkmale wie Klapprampen, Videoschutz und Klimaanlagen gehören wie bei der restlichen Flotte zur Standardeinrichtung. An Bord der E-Busse sind aber auch USB-Ladeanschlüsse und kostenfreies WLAN nutzbar.
Die E-Busse sind rein elektrisch unterwegs und werden nachts im Depot mit Ökostrom aufgeladen. Die dazugehörige Lade-Infrastruktur auf dem Betriebshof wird in den nächsten Wochen ebenfalls installiert. Gemeinsam mit den Stadtwerken Herne prüft die HCR die Errichtung einer Photovoltaikanlage, um eigenständig die umweltfreundlichen Stromkapazitäten produzieren zu lassen.
Schulungen der Fahrdienstbeschäftigten sowie Werkstattmitarbeiter erfolgen ab sofort und dauern einige Wochen an. Insgesamt werden zunächst zehn Mitarbeiter als Multiplikatoren geschult, um dann das gewonnene Praxiswissen an mehr als 200 Fahrer sowie Werkstattmitarbeiter zu vermitteln.
Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Frank Dudda stellte mit Blick auf die Klimabilanz klar: „Mit den ersten beiden Elektrobussen führen wir in Herne den konsequenten Weg in Richtung klimafreundliche Mobilität fort. Die HCR verfügt schon heute über eine der saubersten Busflotten der Region und wird auf die Frage nach modernen Antriebstechnologien auch künftig zeitgemäß antworten.“ HCR-Geschäftsführer Karsten Krüger ergänzte: „Die Inbetriebnahme wird voraussichtlich nach den Herbstferien erfolgen. Vornehmlich soll der Einsatz zunächst auf den Linien 321, 324, 328 und 329 erfolgen sowie vereinzelt auch auf anderen Linien im gesamten Stadt- und Betriebsgebiet.“
Die Kosten für die reine Beschaffung der beiden Busse liegen bei rund 900000 Euro, die Investition in die Infrastruktur inklusive eines Carports beträgt rund 300000 Euro. Beschafft werden können die Fahrzeuge dank der Förderung des Landes. Gefördert werden 60 Prozent der Mehrkosten eines Elektrobusses gegenüber einem Fahrzeug mit konventionellem Antrieb sowie 90 Prozent der Ladei-Infrastrukturkosten.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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