13 Prozent der Menschen bildeten sich zuletzt im Job weiter
Recht auf Weiterbildung

Der digitale Wandel verändert unseren Alltag und damit auch viele Beruf. Wohin dieser Weg führt, ist noch gar nicht absehbar. Foto: Archiv Wochenblatt
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Der digitale Wandel wird die Arbeitswelt gravierend verändern. Auf diesen Wandel sind viele Unternehmen nicht ausreichend vorbereitet. Diese Haltung kritisiert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten.

Arbeitsplätze für die Digitalisierung fit machen: Beschäftigte in Herne sollen ein Recht auf Weiterbildung bekommen. Das fordert die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit Blick auf den rasanten Wandel der Arbeitswelt. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes haben im Jahr 2017 lediglich 13 Prozent der Erwerbstätigen in Herne an einer beruflichen Weiterbildung teilgenommen. Das sind zwar rund 9000 Menschen, "aber angesichts der Umbrüche in vielen Branchen noch viel zu wenige“, sagt Adnan Kandemir von der NGG-Ruhrgebiet.
Neue Anforderungen reichten von der intelligenten Lagerlogistik in der Ernährungsindustrie bis hin zu Fremdsprachenkenntnissen im Hotel. „Insbesondere viele ältere Beschäftigte sind dafür nicht gewappnet. Doch den Umgang mit neuer Betriebssoftware lernt man nicht einfach nebenbei“, so Kandemir. Und nicht jeder schaffe es, nach Feierabend noch zur Volkshochschule zu gehen. Die NGG fordert deshalb eine Qualifizierungsoffensive von Betrieben und Politik. Nur mit einem gesetzlich verankerten Recht auf lebenslanges Lernen könnten heimische Beschäftigte den Anschluss an die technische Entwicklung halten.
Bisher wird die berufliche Weiterbildung allein zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geregelt. Einen gesetzlichen Anspruch gibt es nicht. Kandemir: „Gerade in vielen kleinen Betrieben wie Bäckereien oder Restaurants ist das ein Problem. Wegen der dünnen Personaldecke gewähren Chefs oft keine freien Tage für die Weiterbildung – obwohl diese am Ende der Firma nutzt.“ Großen Nachholbedarf gebe es insbesondere bei ungelernten Kräften, so die NGG. Nach einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sind die Jobs von gering Qualifizierten besonders stark von der Digitalisierung bedroht.
"Wegen der dünnen Personaldecke gewähren Chefs oft keine freien Tage für die Weiterbildung – obwohl diese am Ende der Firma nutzt"

Adnan Kandemir

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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