Gewerkschaft fordert höhere Löhne in der Lebensmittelbranche
Von der Krise profitieren

Sorgen dafür, dass Lebensmittel in der Krise nicht knapp werden: Für die Beschäftigten in der Ernährungsindustrie fordert die Gewerkschaft im neuen Jahr Lohnerhöhungen von 3,5 bis 5,5 Prozent. Foto: NGG
  • Sorgen dafür, dass Lebensmittel in der Krise nicht knapp werden: Für die Beschäftigten in der Ernährungsindustrie fordert die Gewerkschaft im neuen Jahr Lohnerhöhungen von 3,5 bis 5,5 Prozent. Foto: NGG
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Mehr Geld für die, die dafür sorgen, dass Lebensmittel nicht knapp werden: In Herne sollen die Einkommen der rund 870 Beschäftigten aus der Ernährungsbranche im neuen Jahr deutlich steigen.

Die Forderung nach einer Lohnerhöhung richtet die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) an die Arbeitgeber. „Wer Obst und Gemüse verarbeitet, Nudeln herstellt oder Getränke abfüllt, macht gerade in Pandemiezeiten einen unverzichtbaren Job. Dafür sollen die Beschäftigten eine faire Anerkennung bekommen“, sagt Adnan Kandemir, Gewerkschaftssekretär für das Ruhrgebiet.

Seit Beginn der Corona-Krise gilt die Ernährungsindustrie offiziell als systemrelevant. Die Arbeitsbelastung hat nach Beobachtung der Gewerkschaft deutlich zugenommen. Ob beim Backwarenhersteller oder beim Produzenten von Tiefkühlkost – Überstunden und Extra-Schichten sind in vielen Werken seit Monaten an der Tagesordnung, um die Grundversorgung an Lebensmitteln sicherzustellen. "Ohne den Einsatz der Beschäftigten gäbe es längst wieder leere Supermarktregale“, betont Kandemir. Für sie fordert die Gewerkschaft je nach Betrieb und Wirtschaftslage Lohnerhöhungen zwischen 3,5 und 5,5 Prozent.

Vom Einkauf der Rohstoffe und der Verpackungsmaterialen über die Produktion bis hin zur Logistik für den Handel – Beschäftigte aus der Ernährungsindustrie stellen den täglichen Bedarf an Nahrungsmitteln sicher. Insbesondere in den Betrieben, die für den Lebensmitteleinzelhandel produzieren, habe es deutliche Umsatzsteigerungen gegeben. Die guten Bilanzen sollten sich jetzt auch im Portemonnaie der Beschäftigten bemerkbar machen. In Unternehmen, die stärker von Lieferungen an die Gastronomie abhängen und deshalb von Corona betroffen sind, macht sich die Gewerkschaft für den Erhalt von Arbeitsplätzen und eine flexible Arbeitszeitgestaltung stark.

Die Ernährungswirtschaft gilt als viertgrößter Industriezweig Deutschlands. In Nordrhein-Westfalen beschäftigt die Branche laut Arbeitsagentur knapp 150000 Menschen in 3300 Betrieben. Zu den Firmen, die an Rhein, Ruhr und Weser produzieren, zählen unter anderem Haribo, Lieken, Nestlé, Lindt, Sinalco, Warsteiner, Diebels und Storck.

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

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