Millionenbetrug in der Braubranche
Zu viele schwarze Schafe

Beamte des Zolls werden auf Baustellen oft fündig. Die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt fordert ein noch strengeres Vorgehen gegen Lohn-Betrug und illegale Beschäftigung. Foto: IG BAU
  • Beamte des Zolls werden auf Baustellen oft fündig. Die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt fordert ein noch strengeres Vorgehen gegen Lohn-Betrug und illegale Beschäftigung. Foto: IG BAU
  • hochgeladen von Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt)

Wenn billig am Ende teuer wird: Schwarzarbeit, illegale Beschäftigung und Lohn-Prellerei in der Baubranche haben in der Region einen Millionenschaden verursacht. Das teilt die Gewerkschaft Bauen Agrar Umwelt mit und beruft sich auf eine aktuelle Auswertung des Bundesfinanzministeriums.

Den Zahlen zufolge kontrollierten Beamte des Hauptzollamtes Dortmund, das auch für Herne zuständig ist, im vergangenen Jahr mehr als 400 Baufirmen und leiteten 654 Ermittlungsverfahren ein. Wegen illegaler Praktiken in der Branche entgingen dem Staat und den Sozialkassen 11,5 Millionen Euro. Bezirkschefin Gabriele Henter spricht von einem erschreckenden Ausmaß krimineller Energie. Hier stehe das Image einer ganzen Branche auf dem Spiel: „Sauber wirtschaftende Firmen dürfen nicht wegschauen, wenn sich Konkurrenten nicht an die Regeln halten. Gerade die Corona-Krise hat ja gezeigt, wie wichtig die Bauwirtschaft als Stütze der Konjunktur auch in der Region ist.“
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes stiegen die Bau- Umsätze in den ersten fünf Monaten des Jahres trotz Pandemie um rund sieben Prozent. „Das beste Mittel gegen unerlaubte Geschäfte am Bau ist ein fairer Wettbewerb zu fairen Löhnen und Arbeitsbedingungen. Dazu muss sich die ganze Branche bekennen, wenn sie ihren Ruf nicht verspielen will“, so die Gewerkschafterin. Entscheidend sei aber auch, dass der Zoll schwarze Schafe noch stärker in den Blick nehme. „Es kommt nicht nur auf die Zahl der Kontrollen an, sondern auch auf die Qualität. Hier braucht die Finanzkontrolle Schwarzarbeit mehr Personal“, so Henter.
Laut Finanzministerium waren beim Hauptzollamt Dortmund zu Jahresbeginn lediglich 304 Planstellen besetzt.
Die Statistik geht auf eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsabgeordneten Beate Müller-Gemmeke (Bündnis 90/Die Grünen) zurück. Die Arbeitsmarktpolitikerin stellt fest: „Schwarzarbeit und Lohn-Betrug sind keine Kavaliersdelikte. Der Zoll muss gestärkt werden, um flächendeckend kontrollieren und wirksam gegen illegale Machenschaften vorgehen zu können – gerade auf dem Bau.“

Autor:

Elmar Koenig (Redaktion Wochenblatt) aus Herne

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

11 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen