Sozial Schwache?

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(Foto: Ulrich Wockelmann)

In Dortmund werden einem Bettler die Hartz-IV-Bezüge gekürzt, weil er aus Sicht einer Mitarbeiterin des Jobcenters einem Gewerbe nachgeht. In Düsseldorf kassiert ein Rentner durch das Ordnungsamt ein Knöllchen, weil er sich auf der Bank einer Haltestelle ausruht. Und die CDU/FDP-Landesregierung rückt erst nach öffentlichen Protesten von ihrem Plan ab, Bedürftigen das Sozialticket zu streichen.

Mir persönlich ist der Aufschrei nach solchen Vorfällen immer noch nicht laut genug. Die Diffamierung der Armen in unserer Gesellschaft als sozial Schwache (also Asoziale) zeigt zersetzende Wirkung. Völlig gedankenlos wird dieser Begriff mittlerweile selbst von Personen verwendet, die Gutes im Sinne haben.

Sozial schwach sind tatsächlich andere: Konzerne, die Milliarden in Steueroasen verschieben, Politiker, die keinen Willen haben, entsprechende Gesetzeslücken zu schließen und bevorzugt da kürzen, wo kaum noch Geld vorhanden ist, sowie willfährige Schergen in der Verwaltung, die nur ihre Pflicht tun.
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3 Kommentare
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Nadine Kolp aus Herne | 29.11.2017 | 11:13  
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Ulrich Wockelmann aus Iserlohn | 29.11.2017 | 18:57  
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Uwe Schönberger aus Gelsenkirchen | 03.12.2017 | 11:38  
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