Verbraucherzentrale stößt an die Grenzen

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Vertreter der CDU-Fraktion diskutierten mit den Mitarbeitern der Vebraucherzentrale über ihre Probleme. (Foto: privat)

Steigendes Arbeitspensum bei gleichbleibender Personaldecke: So lautet das Fazit des Arbeitskreises Soziales der CDU-Fraktion nach einem Besuch der Verbraucherzentrale. Auf Einladung der Leiterin Veronika Hensing hatten die Politiker die Situation vor Ort unter die Lupe genommen und über Lösungsansätze diskutiert.

So wurden die Arbeitsabläufe und Veränderungen der vergangenen Jahre besprochen. Das Ergebnis war eindeutig: Die Zahl der Anfragen steigt stetig, die Fragen betreffen dabei praktisch alle Lebenslagen. „So vielfältig die Menschen sind, so vielfältig sind auch ihre Anfragen“, sagt Bettina Szelag, Sprecherin des Arbeitskreises. Neben Auskünften zu Versicherungs- und Finanzfragen reichen die Beratungen über Vertragsangelegenheiten, Handy-Tarife, Umwelt-, Energiefragen und Vorbeugung gegen Überschuldung bis hin zu Testergebnissen für Haushaltsbedarfe jeder Art.

Verglichen mit den Beratungszahlen anderer Verbraucherzentralen in Nordrhein-Westfalen, die zum Teil wesentlich kleinere Gemeinden betreuten, steht Herne nach Angaben der Verantwortlichen sehr gut da. Die Pro-Kopf-Beratung ist enorm hoch. Aber hier stoßen die wenigen Mitarbeiterinnen regelmäßig an ihre Grenzen. „Die Beratungszahlen könnten noch höher sein, wenn das Personal aufgestockt werden würde. Hierzu bedarf es jedoch auch städtischer Mittel, die dann von der Verbraucherzentrale aufgestockt werden müssen“, so Bettina Szelag. Krankheits- und urlaubsbedingte Ausfälle können praktisch gar nicht kompensiert werden. Wie die CDU-Fraktionsmitglieder erfuhren, können längst nicht mehr alle Beratungen in angemessener Zeit angeboten werden oder es fällt teilweise sehr viel Wartezeit an.

Nicht nur personell, auch räumlich muss sich etwas verbessern. Die notwendige Diskretion bei internen Terminen ist nicht immer gegeben, allein schon dadurch, dass es keinen gesonderten Beratungsraum gibt. „Wir werden uns Gedanken machen müssen, wie wir als Stadt hier die passende Unterstützung hinbekommen können“, kündigt Szelag an.

Wie sehr der Schuh drückt, zeigt auch die Jahresbilanz 2015. Demnach wurden insgesamt 11232 Beratungen durchgeführt. Allerdings waren 30 Prozent der beratenen Personen finanziell nicht in der Lage, die Gebühren zu bezahlen. Dies ist ebenfalls ein Problem, da diese Gelder zum Teil Basis der Finanzierung sind.

Nicht zuletzt werden auch eine große Zahl an Asylbewerbern und anerkannten Flüchtlingen in vielen Fragen zum deutschen Alltag beraten und geschult. Diese Form der Integrationsarbeit sei unglaublich wichtig und ergänze die schon vorhandenen Angebote in der Stadt. Darauf zu verzichten, könne man sich einfach nicht leisten.
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Bernfried Obst aus Herne | 11.02.2017 | 20:42  
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