Eishockey-Vereine distanzieren sich von WDR-Bericht

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Größtenteils friedlich: Eishockey-Fans in Herne (und auch in Essen). (Foto: Archiv Wochenblatt)

Mit einer gemeinsamen Presseerklärung distanzieren sich die Vereine Herner EV und Moskitos Essen von einem Beitrag der WDR-Sendung "Lokalzeit Ruhr". Im Rahmen der Sendung war ein Beitrag über gewaltbereite Eishockey-Fans in Essen gezeigt worden. Hier die Presseerklärung im Wortlaut:

"Mit großer Verwunderung und wachsender Verärgerung haben die Verantwortlichen der Moskitos Essen und des Herner EV am Dienstagabend (21. Februar 2017) den Beitrag der WDR Lokalzeit Ruhr verfolgt, der anlässlich des Oberliga-Nord-Spitzenspiels zwischen den Moskitos Essen und dem Herner EV am letzten Freitag entstanden ist.

In dem dreieinhalb Minuten langen Beitrag geht es fast ausschließlich, wie in der Anmoderation bereits verkündet, um Randale beim Eishockey. Die Moskitos Essen und der Herner EV beklagen nicht nur die Einseitigkeit dieser Darstellung sondern auch die Unausgewogenheit der Wort- und Bildbeiträge. Es wird ein Eindruck vermittelt, der nicht der Realität entspricht. Beide Vereine wollen nicht verneinen, dass diese Traditionsderbys zwischen Essen und Herne immer sehr emotionsgeladen sind und einzelne Vorfälle durchaus möglich sind. Dementsprechend wird immer sensibel mit der Situation auch durch den intensiven Austausch der jeweiligen Sicherheitsdienste umgegangen.

Dies findet in dem Beitrag keinerlei Berücksichtigung. Es wird stattdessen ein sehr einseitiges Bild entfaltet und durch den Wortbeitrag eines Zuschauers untermauert, das dem neutralen Zuschauer suggeriert, speziell bei beiden Vereinen würde nur Krawall herrschen. In Anbetracht der Tatsache, dass die vier bisherigen Duelle beider Mannschaften von insgesamt 12000 Zuschauern besucht wurden, müssen beide Vereine diesen Eindruck entschieden zurückweisen.

Um es noch einmal deutlich zu machen: Beide Vereine verurteilen Gewaltausschreitungen bei Eishockeyspielen grundsätzlich und damit auch bei diesen emotionalen Derbys. Beide Vereine sind gerade bei solchen Spielen immer darauf bedacht, mit Ordnungs- und Sicherheitskräften und in Zusammenarbeit mit der Polizei solche Situation zu verhindern, damit Eishockeyfans sicher dem Spiel beiwohnen können. Im Sinne einer ausgewogenen Darstellung hätte dies auf jeden Fall zum Tragen kommen müssen.


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Beide Vereine haben in den letzten Jahren sehr positive Arbeit in allen Bereichen geleistet. In unseren Jugendabteilungen finden viele Kinder und Jugendliche aus der Region eine sportliche Betätigung. Unsere 1. Mannschaften bieten von Woche zu Woche guten Sport und ziehen Zuschauer in unsere Spielstätten. Wir wissen, und da sind wir uns einig, bei unseren Spielen braucht niemand Angst zu haben.

Schlussendlich hätten sich beide Vereine gewünscht, dass auch die sportliche Seite außer den 10 Sekunden im Hintergrund eine Berücksichtigung gefunden hätte. Sowohl die Moskitos Essen als auch der Herner EV spielen eine überragende Saison in der Oberliga Nord und gehören zu den dominierenden Teams dieser Liga. Eine Würdigung dieser sportlichen Leistungen hätten beide Mannschaften, beide Vereine und beide Fanlager verdient.

Im Übrigen gibt es in den sozialen Netzwerken eine seltene Einigkeit zwischen beiden Fangemeinden in der Kritik bzw. Ablehnung des einseitigen und überspitzten Berichts in der WDR Lokalzeit Ruhr. Bei aller sportlicher Rivalität ist das sicherlich kein schlechtes Zeichen."

Quellen: Uwe Vogt (Pressesprecher Moskitos Essen), Klaus Picker (Pressesprecher Herner EV)
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