Kunst leicht erklärt - Gastbeitrag von Wolfgang Seidel
"bodenflügel" in Herten (Stadtspiegel-Serie)

Die Künstlerin Dorothee Bielfeld hat die Plastik "bodenflügel" gestaltet und dabei relativ unspektakuläres Material verwendet. Heute sind sie ein akzeptiertes Objekt - und werden auch benutzt, beispielsweise von Skatern.
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  • Die Künstlerin Dorothee Bielfeld hat die Plastik "bodenflügel" gestaltet und dabei relativ unspektakuläres Material verwendet. Heute sind sie ein akzeptiertes Objekt - und werden auch benutzt, beispielsweise von Skatern.
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Links und rechts am Anfang der Kurt-Schumacher-Straße erheben sich zwei rechteckige, als schiefe Ebenen gebildete Bodenformen, gerade einmal 20 bis 60 Zentimeter hoch. Mit grauen Platten belegt heben sie sich kaum von der ebenfalls grau gepflasterten Platzumgebung ab, ja scheinen geradezu aus dieser herauszuwachsen.
Die beiden Bodenformen liegen sich - etwas versetzt – gegenüber, die größere mit intervallartigen Wasserspielen ausgestattete liegt auf der östlichen Seite auf dem Otto-Wels-Platz, die kleinere rampenartig gestaltete befindet sich auf der westlichen Seite auf dem Rathausplatz. Wie zwei Schwingen bilden die beiden Elemente zusammen das plastische Kunstwerk „bodenflügel“, gestaltet von der Bochumer Künstlerin Dorothee Bielfeld.
2005 errichtet geht das Werk zurück auf einen Landeswettbewerb im Jahr 2002 unter dem Motto „Stadt macht Platz – NRW macht Plätze“, an dem sich die Stadt Herten erfolgreich beteiligt hatte. Das künstlerische Projekt war integrierter Bestandteil eines städtebaulichen Vorhabens zur Gestaltung des innerstädtischen Freiraums zwischen den Rathaus-Galerien und dem Eingang zum Schlosspark.

Schlosspark war bis 1974 in privater Hand

Zielsetzung des Vorhabens war es, die Innenstadt Hertens und den Schlosspark gestalterisch zu verbinden und damit die Zusammengehörigkeit dieser beiden Stadtbereiche nachhaltig sichtbar zu machen. Denn bis zum Erwerb des Schlosses und des Schlossparks durch den Landschaftsverband Westfalen-Lippe im Jahr 1974 war der Park in privater Hand und für die Menschen der Stadt öffentlich nicht zugängig und auch in den Jahren danach gab es aus der Innenstadt heraus keinen zentralen Zugang, der der Bedeutung des Parks für die Stadt Rechnung getragen hätte.
Das Kunstwerk von Dorothee Bielfeld nimmt diesen Grundgedanken der Verbindung geradezu bildhaft auf: Die beiden Flügel schwingen sich quasi über den Straßenraum der Kurt-Schumacher-Straße oder verzahnen - wie in einem Reißverschluss – beide Seiten und damit symbolisch beide Stadträume. Das unspektakuläre Material unterstreicht dabei, wie selbstverständlich eigentlich dieser Gedanke des Verbindens ist. Und so ist die Arbeit ein ausgezeichnetes Beispiel für den besonderen Wert künstlerischer Auseinandersetzung mit dem (öffentlichen) Stadtraum, die zugleich auch den Betrachter anspricht und fordert, sich mit dem Werk und damit seinem Lebensumfeld auseinanderzusetzen.

Spielen ist selbstverständlich

Die Bodenelemente haben auch losgelöst von ihrer inhaltlichen Aussage Akzeptanz gefunden und werden ganz selbstverständlich als Spielplatz genutzt, als Übungsobjekt für jugendliche Skater, als Objekt, das man bewusst quert, oder einfach nur als Sitzfläche. Die Künstlerin wird dies bei ihrer Konzeption nicht nur in Kauf genommen, sondern im Sinne der Belebung des Stadtraums gewünscht haben.

Infos im Netz

Mehr über die Initiative Stadt.Kunst im Netz: www.stadtkunst-herten.de
Über die Stadtspiegel-Serie im Netz:
 www.lokalkompass.de/1383747 (Serienstart)
www.lokalkompass.de/1396998 (Burgenland)
www.lokalkompass.de/1416882 (Miteinander)
www.lokalkompass.de/1431786 (Schweinefamilie)

Autor:

Lokalkompass Herten aus Herten

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