Der Stadtspiegel im Gespräch mit der Leiterin der Jugendbibliothek
"Das Elternhaus entscheidet"

Lea liest immer noch gerne analog. Das könnte für ihr späteres Berufsleben hilfreich sein, sagt Sylvia Konze. Foto: A. Crom
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Mit vielen Blumen gratulierte der Förderverein der Stadtbibliothek im Glashaus der Leiterin der Kinder-und Jugendbibliothek, Sylvia Konze, zu ihrem 40-jährigen Dienstjubiläum. Seit dem November 1987 arbeitet Sylvia Konze konstant, kreativ und erfolgreich in Herten an dieser Qualität.Der STADTSPIEGEL hat mit Sylvia Konze über ihre Arbeit gesprochen.

von Thorsten Seiffert

Frau Konze, sie haben gerade das 40-jährige Dienstjubiläum gefeiert. Was hat sich in Ihrer Zeit in der Statdbibliothek am meisten verändert?
"Ein wichtiges Ziel aller Bibliotheken, insbesondere der öffentlichen, ist immer die Aktualität. Neue Trends wurden immer aufgenommen und in der Bibliothek umgesetzt."

Und was ist dabei die größte Herausforderung?
"Die größte Herausforderung ist die Digitalisierung. Hier gibt es viele Faktoren, die Einfluss haben, etwa die finanziellen Mittel, die Personalressourcen und damit verbunden der Schulungsbedarf der Mitarbeitenden. Die Stadtbibliothek Herten hat hier bereits ein gutes Angebot: Online-Katalog zur Recherche und Leserkonto, Onleihe: digitale Medien herunterladen, Digibib: Literaturecherche für Schule und Beruf, Datenbanken wie Munzinger, Sharemagazines: digitaler Lesezirkel zur Nutzung im Glashaus oder Biparcours für Schüler und Schülerinnen. Die stetige Aktualisierung und Erweiterung der digitalen Angebote erfordert eine ausreichende Personaldecke, um den Anforderungen genügen zu können. Die Corona-Pandemie hat deutlich gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung für alle Menschen jeden Alters geworden ist."

Sie leiten die Kinder- und Jugendbibliothek. Lesen die Kinder heute weniger oder sogar mehr?
"Das Leseverhalten der Kinder ist immer abhängig vom jeweiligen Elternhaus. Wenn Eltern ihren Kindern von Anfang an vorlesen, wird Lesen zur Selbstverständlichkeit.
Noch positiver ist es, wenn Eltern selbst lesen und somit ein Vorbild für ihre Kinder sind. Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass Kinder, die lesen, bessere schulische Leistungen erzielen, leichter lernen, sich besser konzentrieren können und somit bessere berufliche Chancen haben."

Was ist noch wichtig für das Leseverhalten der Kinder?
"Neben dem Elternhaus haben Kindertageseinrichtungen und Schulen einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Leseverhaltens von Kindern. Kindertageseinrichtungen und Schulen unterstützt die Stadtbibliothek mit ihrer Kinder- und Jugendbibliothek mit ihren Angeboten zur Leseförderung und ist Bildungspartner für Schulen. In der Kinder- und Jugendbibliothek werden Bibliotheksführungen bereits für Kindergartenkinder angeboten, um den Kindern die Bibliothek mit all ihren tollen Bilderbüchern, Spielen, Tonies, CDs, DVDs und Konsolenspielen vorzustellen und Spaß zu vermitteln. Für Schulklassen gibt es ein gestuftes Modell, um Kindern die Medienvielfalt zu vermitteln."

Bücher sind also noch längst nicht out?

"Bücher haben nach wie vor einen hohen Stellenwert für die intellektuelle Entwicklung von Kindern. In der Kinder- und Jugendbibliothek gibt es bereits Bilderbücher für Kleinkinder ab einem Jahr aufwärts, die Gegenstände abbilden und somit die Sprachentwicklung unterstützen und den Wortschatz ausbilden. Bücher gibt es für jedes Alter und für jeden Geschmack!"

Welches ist das tollste Kinder/Jugendbuch aller Zeiten und warum?
„DAS tollste Buch zu benennen, ist schwierig. Für Kinder in den unterschiedlichen Altersgruppen gab und gibt es viele tolle Bücher. Für Kindergartenkinder stehen Pettersson und Findus (Sven Nordqvist), Feuerwehrmann Sam und Conni (Liane Schneider) hoch im Kurs, auch die Kühe Lieselotte (Alexander Steffensmeier) und Mama Muh (Sven Nordqvist) sind gefragt. Die Kinderbuchklassiker wie Pippi Langstrumpf, Jim Knopf oder das Sams stehen nach wie vor hoch im Kurs. Harry Potter hat nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch zahlreiche Erwachsene begeistert. Gregs Tagebücher (Jeff Kinney) und zahlreiche Star-Wars-Bücher haben viele Lesemuffel-Jungs zum Lesen gebracht. Mädchen lieben die Lotta-Bücher (Alice Pantermüller). Ausleihrenner waren auch die Biss-Reihe (Stephnie Meyer) sowie die Tribute von Panem-Reihe (Suzanne Collins), Tolkiens Hobbits und die Herr der Ringe-Bücher. Viele der Bücher werden verfilmt und so einem noch breiteren Publikum bekannt. Der Sender Kika bietet ebenfalls viele Serien an, die auf Kinderbücher zurückzuführen sind. So werden Kinder häufig neugierig auf die Bücher."

Lea liest immer noch gerne analog. Das könnte für ihr späteres Berufsleben hilfreich sein, sagt Sylvia Konze. Foto: A. Crom
Sylvia Konze. Foto: privat
Autor:

Lokalkompass Herten aus Herten

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