Farewell in Oberhausen
Elton John begeistert die ausverkaufte Arena

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Nach mehr als einem halben Jahrhundert im Tourgeschäft und einer unvergleichlichen Karriere hat Elton John seine letzte Tour mit dem Namen "Farewell Yellow Brick Road" angetreten. Dabei machte er auch in der restlos ausverkauften Oberhausener Arena Halt.

Die Tasten brannten, das Klavier stand, schenkt man den animierten Bildern auf der Leinwand glauben, während „Burn Down the Mission,“ in Flammen. Sir Elton John befindet sich zurzeit auf Abschiedstour und machte auch in der Arena in der Neuen Mitte Station.

Bald ist es vorbei mit schrillen Outfits, eigenartigen Brillen, gefühlvollen und stimmgewaltigen Balladen. Das Oberhausener Publikum durfte noch einmal in den Genuss kommen und den zum Ritter geschlagenen Briten über zweieinhalb Stunden live erleben.
Die Gäste in der restlos ausverkauften Arena erhoben sich nahezu nach jedem Lied und störten sich nicht daran, dass Elton John kaum Interesse an Interaktion mit dem Publikum hatte. Natürlich richtete er des Öfteren das Wort an seine Fans, doch Aufforderungen zum Mitklatschen oder Mitsingen ließ der 72-Jährige vermissen. Das änderte aber nichts daran, dass besonders seine ruhigen Melodien Gänsehaut verursachten. Bei „Sorry seems to be the hardest word“ oder „Rocket Man“ wurde euphorisch mitgewippt und die Augen leuchteten bei „Candle in the Wind“, während Marilyn Monroes graziler Körper die Leinwand bedeckte.

10.000 sprangen von den Sitzen

Anlass zum Tanzen gab es ebenfalls. Während „The Bitch is back“ oder „I’m Still Standing“ sprangen die 10.000 Zuschauer von den Sitzen, bei „Sad Songs“ rannten sie gar bis zu Bühne. Zum Abschied spielte er, wie jedes seiner Lieder, am Klavier „Your Song“ und „Goodbye Yellow Brick Road“. Obwohl die Zahl an Songs die zwanzig überschritt, ließ er doch einige Nummern vermissen, die normalerweise fest zum Repertoire gehören. Zu „Don’t go breaking my heart“ fehlte ihm Kiki Dee, warum er aber „Crocodile Rock“ nicht performte, weiß nur er selbst. Stuttgart kam tags zuvor noch in den Genuss des Klassikers.

Auf der einen Seite erlebte man Elton John wie gewohnt als sich zwar wenig bewegenden aber auffällig gekleideten Künstler. Sein dunkleres Outfit war nicht weniger schrill, als das lila-rosa-weiße, welches für das Finale von einem blau-goldenen Kimono abgelöst wurde. Zum anderen unterstrich er, dass er die Welt besser verlassen möchte, als er sie einst vorfand. Nach der Überwindung seines Alkoholproblems gründete er, wie er berichtete, eine Stiftung gegen AIDS, was heutzutage medizinisch behandelbar ist. Keiner muss wegen dieser Krankheit noch sterben. „By the way, Fuck Brexit!“ Weiter ging es mit „Believe“.
Elton John wird schon recht bald keine Konzerte mehr spielen. Die Stimme ist daran allerdings nicht schuld. Sie wirkte so klar, wie zu seinen besten Zeiten, weshalb er weiterhin die universale Anerkennung erhält, die ihm aufgrund seines Lebenswerks auch zusteht. Auch die Leistungen am Klavier nehmen gefühlt eher zu, als ab, sodass manches Solo über zehn Minuten dauerte. Er tritt mit Ehre ab und Oberhausen durfte es erleben. (nv)

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