Stadt.Kunst-Mitglied Wolfgang Seidel über Burgenland im Schlosspark
Zwei Kilometer Kunst

Auf zwei Kilometern verteilen sich die Miniatur-Zechenanlagen auf begrünten Hügeln im Hertener Schlosspark. Der Künstler Nils-Ubo hat sie geschaffen. Fotos: ST
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  • Auf zwei Kilometern verteilen sich die Miniatur-Zechenanlagen auf begrünten Hügeln im Hertener Schlosspark. Der Künstler Nils-Ubo hat sie geschaffen. Fotos: ST
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2010 war das Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010. Einer der Beiträge der Stadt Herten zu diesem kulturellen Großereignis war die Installation der Kunstachse „Burgenland“, die seitdem Spaziergänger und Radwanderer auf dem Weg vom Schloss durch Schlosspark und Schlosswald bis zur ehemaligen Zeche Ewald begleitet.

von Wolfgang Seidel

15 begrünte Erdhügel, zwischen 1,20 und 3 Meter hoch, verteilen sich entlang dieser Achse; der erste zu Beginn der neu bepflanzten Allee liegt noch in Blickbeziehung zum Wasserschloss, der letzte unmittelbar gegenüber dem Eingang zum Ewald-Gelände. Auf acht dieser Hügel stehen – immer gleiche - Miniaturen einer stilisierten Zechenlandschaft aus Cortenstahl. Auch wenn man das Schachtgerüst von Ewald 7 wiedererkennen mag, stehen die Miniaturen aber für alle ehemaligen Zechen in Herten und im Ruhrgebiet allgemein. Die freien Hügel sind im Schlosspark mit Rasen und im Schlosswald inzwischen mit Immergrün berankt und dort so weit schon Teil der natürlichen Umgebung geworden, dass man sie ein wenig suchen muss.

Kleine Zeitreise durch 300 Jahre Herten

Wer die etwa zwei Kilometer lange Kunstachse erwandert, macht also eine kleine Zeitreise durch 300 Jahre Hertener Geschichte beziehungsweise Landschaftsentwicklung und-gestaltung: vom barocken Schlosspark bis zum nachindustriellen Landschaftspark Hoheward, von der Zeit der Emschergrafen mit ihren Herrensitzen und Schlössern und der Künstlichkeit des Barock zu den Zechenbaronen mit ihren burg- und wehrartigen Unternehmenssitzen. Alles ist aber Geschichte, Erinnerung, miniaturisiert und hat Patina angesetzt, wie der Cortenstahl; stellenweise hat sich die Natur auch zurückgeholt, was der Mensch ihr durch die Eingriffe „geraubt“ hat. Eine Transformation, ein ständiger Wandel, den das Ruhrgebiet durchlaufen hat. Diese Metapher ist es, die der Künstler Nils-Udo in seinem Kunstwerk aufgegriffen und poetisch, märchenhaft und augenzwinkernd umgesetzt hat.
Nils-Udo, ein „stiller“ Künstler, zuhause am oberbayrischen Chiemsee, künstlerisch aber in der ganzen Welt unterwegs und renommiert wegen seiner hoch ästhetischen Arbeiten mit und in der Natur, trotzt so dem künstlerischen Zeitgeist, mag auch den Begriff „Landart-Künstler“ nicht für sich gelten lassen, sondern sieht sich eher als „Wanderer in Natur und Kunst“. So heißt auch der Titel einer Monografie zu seinem Schaffen, dessen Autor Dr. Uwe Rüth auch der Kurator der Kunstachse „Burgenland“ gewesen ist.
Trotz aller verständlichen Kritik an der technischen Ausführung seiner Arbeit, die vor allem wegen der Folgekosten immer wieder Anlass zu politischen Auseinandersetzungen in Herten geführt hat, besitzt die Stadt Herten mit der Kunstachse „Burgenland“ eine sehr ungewöhnliche künstlerische Arbeit, die sich einreihen lässt in die Phalanx der großen Arbeiten zur Kunst im öffentlichen Raum im Ruhrgebiet etwa während der Emscherkunst oder der Kulturhauptstadt anderenorts. Wolfgang Seidel hat Stadt.Kunst mitbegründet. 

Mehr über die Initiative Stadt.Kunst im Netz: www.stadtkunst-herten.de

Auf zwei Kilometern verteilen sich die Miniatur-Zechenanlagen auf begrünten Hügeln im Hertener Schlosspark. Der Künstler Nils-Ubo hat sie geschaffen. Fotos: ST
Autor:

Thorsten Seiffert aus Herten

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