Bitte diskutieren und weiter erzählen. Danke. Mein Wochenrückblick für die KW41

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Liebe Hertenerinnen & Hertener,
liebe Freundinnen & Freunde,

eine weitere spannende Woche
steht vor ihrem Abschluss...

Begonnen hat sie wie immer am Montag im Kreis meines Büroteams, um die Termine der kommenden Tage und Wochen vorzuplanen und wichtige organisatorische Fragen zu besprechen. Das hört sich oft so "nebenbei" an, hat aber eine ungewöhnliche Komplexität. Denn, ich versuche die meisten Bürger-, Vereins-, oder Institutionsanfragen, immer aufeinander abzustimmen und so flexibel als möglich auf Terminanfragen zu reagieren.

Danach folgte eine kurze Vorbesprechung mit den Beigeordneten und – wie an den meisten Montagen – im Anschluss die Sitzung des Verwaltungsvorstandes, diesmal ganz speziell in Bezug auf die Vorlagen für die an diesem Tage noch bevorstehende Ratssitzung. Danach folgte am frühen Nachmittag eine Rücksprache mit dem Personalrat zum Thema Mitbestimmung und ein frühzeitiges einbinden der Gremien. Hier gibt es natürlich weiteren und offenen Abstimmungsbedarf.

Am Nachmittag stand dann die Aufsichtsratssitzung bei den Hertener Stadtwerken auf der Agenda - auch als - nur - einfaches Aufsichtsratsmitglied - ist es gerade hier wichtig, sich zukunftsorientiert aufzustellen. Neben Kennzahlen, standen aktuell auch Themen wie das Bad in Westerholt, Breitbandausbau, der neue "HertenFonds" und halt die Entwicklung der ersten drei Quartale auf der Tagesordnung.

Am Dienstag startete der Tag mit Rücksprachen im Vorfeld der Ratssitzung, bevor es an das Thema IT und Digitalisierung ging. Hier sind wir dabei, mit einem Partner - für Herten eine Gesamtstrategie zu formulieren.

Nachmittags war ich bei einer Personalteilversammlung im Jobcenter Herten dabei. Ich glaube sagen zu können, hier ein gutes Gespür für die Belange der Mitarbeiterschaft in einem herausfordernden Umfeld zu haben. Wenn man "eine Sprache spricht, versteht man sich halt besser". Grund waren die aktuellen Entwicklungen zum Standort Jobcenter und die diesbezüglichen Gespräche mit der Politik aus der zurückliegenden Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses. Im Wesentlichen schon bekannt war natürlich, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am liebsten gestern aus der derzeitigen, maroden Immobilie heraus möchten. Es wurden aber auch viele Bewertungen zur Standortüberlegung angestellt, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben sich dazu einiges an Gedanken gemacht. Einer dieser Gedanken war, dass man mit dem Sitz am neuen Herten-Forum „näher bei den Menschen“ sein wird. Letzten Endes hat man sich (am darauffolgenden Mittwoch) im Rat mehrheitlich dafür entschieden, den Jobcenterbau am zukünftigen Herten-Forum zu bevorzugen. Es freut mich, dass trotz Differenzen in der Sache es möglich war, diese Entscheidung so zu treffen. Nun freuen wir uns darauf, dass der Investor schnellstmöglich in die Umsetzung übergeht. Dazu habe ich am Donnerstag bereits erste Gespräche aufgenommen. Ein weiterer "kleiner" Baustein, Schritt in die richtige Richtung für unsere Stadtentwicklung.

Zurück vom Jobcenter führte ich dann noch ein Gespräch im Sozialbereich, um dem neuen Beigeordneten Dr. Karsten Schneider, Stück für Stück die Aufgaben / Projekte zu übertragen, um die ich mich zwischenzeitlich mitgekümmert hatte. Bevor ich am Nachmittag zur Aufsichtsratssitzung bei PROSOZ weiterfuhr. Auch hier standen die aktuellen Wirtschaftsdaten, Zahlen und neue Projekte auf der Tagesordnung.

Mittwoch. Ein Vormittag geprägt von Rücksprachen mit verschiedenen Bereichen. Rücksprache mit dem Büroteam, auch in Vorbereitungen für das Wochenende. Danach noch letzte Abstimmungen zur bevorstehenden Ratssitzung und eine „Auszeit“, um die Unterlagen für die Ratssitzung in Ruhe noch einmal durchzugehen, sich geistig auf die anstehenden Themen einzustimmen.
Um fünf Uhr nachmittags saß ich dann an meinem Platz im Ratssaal, um die 37. Ratssitzung zu eröffnen. 21 öffentliche Tagesordnungspunkte standen an, viele Themen waren natürlich in den vorangegangenen Ausschusssitzungen bereits hinlänglich diskutiert worden, so dass die dazugehörigen Beschlüsse relativ schnell von statten gingen. Zu vielen einzelnen Themen wurde im Laufe der letzten Wochen schon genug geschrieben, eine Angelegenheit möchte ich aber noch einmal hervorheben, schlicht und einfach, weil es mir besonders am Herzen liegt: Wenn es um Konzepte geht, ganz gleich, ob es Innenstadtentwicklung oder ein Tourismuskonzept sein mag, ist es nicht hilfreich, mit Stückwerk zu arbeiten, auch wenn knappe Haushaltslage oder der Wunsch nach schnellen (Teil-)Erfolgen dazu verführen mag. Das erinnert mich daran, dass der FDP-Chef Christian Lindner immer gerne „ganz kleines Karo“ sagt, um solche Mikro-Würfe zu betiteln. Meine feste Überzeugung ist, dass ein wenig Flickschusterei hier und ein wenig Flickschusterei an anderer Stelle keine zufriedenstellenden Ergebnisse ergeben wird.
Das kann man in gewisser Weise auch auf den Schulentwicklungsplan übertragen. Was ein Schulentwicklungsplan ist, was er beinhalten muss, das findet sich übrigens alles im Schulgesetz NRW (http://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/justizportal_nrw.cgi?xid=492252,81). Ich persönlich habe mich bei den Diskussionen um den Schulentwicklungsplan immer ein wenig darüber gewundert, dass bei einigen offensichtlich völlig andere Erwartungen darüber herrschten, was denn das Ergebnis einer Schulentwicklungsplanung sein sollte. Das es in erster Linie ein Arbeitspapier darstellt, auf dessen Grundlage in fachlichen und politischen Gremien weitergehend gearbeitet und beschlossen werden muss, wurde ja glücklicherweise noch einmal von verschiedenen Ratsmitgliedern im Rat betont. Das es hier oder da Angaben im SEP gibt, die nur im größeren Rahmen gedacht werden können und – wenn man sie nur auf die einzelne Schule an sich betrachtet – missverständlich oder widersinnig wirken mögen, gehört mit dazu. Es wird also noch eine ganze Menge zu tun sein – wir reden hier über einen laufenden Prozess und nicht über eine Bedienungsanleitung. Genau diese Basis haben wir mit externer Unterstützung erarbeitet und als Bericht vorgelegt. Auch wenn dies in Diskussionen gerne mal in ein falsches Licht gerückt wird, wie auch die leidige Frage... "Wer hat's gemacht".... aber lassen wir das.

Der Donnerstag war zur Abwechslung einmal ein sehr entspannter Tag, der vor allem mit Repräsentationsaufgaben gefüllt war. Dieser begann am Vormittag mit dem Termin zur Übergabe der Förderurkunde durch die NRW-Stiftung an den Förderverein Orangerie Herten. Mit den Fördermitteln der Stiftung wird es dem Förderverein nun möglich sein, das Schutzbauwerk und den barrierefreien Zugang zum Orangeriegebäude zu realisieren. Damit rückt das Projekt in eine Phase, an deren Ende die Orangerie als Eventlocation eine neue Qualität bekommt. Ich freue mich jetzt bereits auf das Ergebnis, denn für die Stadt Herten ist die Verwirklichung dieses Projektes ein echter Zugewinn. Herten ist eben mehr als nur „einstmals größte Bergbaustadt Europas“, Herten hat eine viel längere Geschichte. Die Orangerie ist ein Teil davon. Es lohnt sich, die Orte der Geschichte zu bewahren und für die Zukunft nutzbar zu machen. Insgesamt stellt dies einen weiteren, kleinen Baustein und Schritt zur Öffnung des Schlossparkes in den Fokus. Mit kleinen Schritten Richtung Ziellinie.

Mittags besuchte ich zusammen mit der Wirtschaftsförderung die Firma HEPU GmbH an der Hohewardstraße. Das Unternehmen besteht seit 30 Jahren und beschäftigt 25 Mitarbeiter. Kerngeschäft ist der Bau von Pumpen und Maschinen, HEPU ist dabei international aufgestellt – die Kunden des Unternehmens finden sich in ganz Europa. Auch hier war wieder einmal bildlich zu sehen, was ja fast schon eine Binsenweisheit ist: der Mittelstand ist der Motor der heimischen Wirtschaft. Hier würde man im ersten Schritt nicht vermuten, was zwei der Gesprächsthemen waren. Einerseits der heisse und trockene Sommer. Der sich negativ auf das Geschäftsfeld von HEPU auswirkte, da in einigen Bereichen wo Maschinen zur Fördertechnik von Feststoffen eingesetzt werden, aufgrund der niedrigen Wasserspiegel zeitweise schlicht nicht gefördert werden konnte. Andererseits kommen Handelsembargos zum Beispiel in Tschetschenien oder China auch in Herten an. So das internationale Auftraggeber "über Nacht" als Auftraggeber wegfallen können. Dank der breitaufgestellten Produkt- und Leistungspalette, schippert HEPU aber weiter im guten Kielwasser, so dass auch hier die größeren Herausforderungen der Fachkräftemangel darstellt. Ein Unternehmen, was die Auswirkungen einer in meinrn Augen "falschen" Handwerks- und Schulausbildungsstrategie ausbaden muss. Auch zum Leid vieler junger Menschen, die den Bezug zur handwerklichen Ausbildung und auch den darin verloren gehenden "Goldenen Boden" völlig aus den Augen verloren haben.
Hier besteht Handlungsbedarf, auch in Herten.

Nachmittags ging es dann in die Schwarzkaue auf Schlägel und Eisen. Der Grund: die offizielle Übergabe der Spenden der Sparkasse Vest Recklinghausen an die Hertener Vereine. Mehr als 150 Vereine aus unserer Stadt erhielten insgesamt 116.000 Euro an Spendenmitteln, für die sie sich Anfang dieses Jahres bewerben konnten. Eine ganz, ganz wichtige Förderung, für die wir als Stadt der Sparkasse Vest Recklinghausen nur dankbar sein können, denn für viele Vereine sind Spendeneinnahmen wie diese von sehr, sehr hohem Wert. Es freut mich einerseits, vor so vielen engagierten Menschen sprechen zu können, andererseits hoffe ich dabei immer, dass es den Vereinen gelingen wird, „das Ruder“ auch an die nächsten Generationen weitergeben zu können. Wie wichtig das Ehrenamt für unsere Gesellschaft ist, betone ich immer wieder. An dieser Stelle noch einmal meinen herzlichen Dank an die Sparkasse Vest Recklinghausen für diesen Beitrag, der vielen Vereinen in unserer Stadt die Arbeit leichter macht. Ein Hinweis noch: im kommenden Jahr wird es wieder eine solche Spendenaktion geben. Die Kontinuität, welche die Sparkasse Vest Recklinghausen damit für die Vereine garantiert, ist ein weiterer, vorbildlicher Beweis ihres lokalen Engagements. Auch hatte ich nochmals darauf hingewiesen, dass leider nicht alle Wünsche zu erfüllen sind. Auch wenn mich so manche Einzel-Kritik am Ende eher verwundert zurücklässt, nach der geäußerten "persönlichen Wahrnehmung, andere doch mehr Geld bekommen als das eigene Engagement". Genau diese Wertung, nehmen wir, nehme ich eben zur Entscheidungsfindung nicht vor.

Am Freitag fuhr ich zusammen mit einer Abordnung in unsere Partnerstadt Arras zu einer Konferenz, an der vor allem Schülerinnen und Schüler aus den Partnerstädten teilnehmen. Im Erinnerungsjahr 2018 steht natürlich das Ende des Ersten Weltkrieges vor 100 Jahren im Vordergrund, ein Ereignis, welches gerade im Osten Frankreichs Generationen von Menschen und direkt das Gesicht von Städten und Landschaft geprägt hat. Gerade Arras hat von 1914 bis 1918 eine ganze Reihe von Schlachten im Rahmen des Stellungskrieges miterleben müssen und die lokale Bevölkerung hat arg unter den Bedingungen gelitten. Gut zwei Jahrzehnte später wurde der Ort dann erneut Ort blutiger Kämpfe von Franzosen, Briten und Deutschen. Während der Konferenz wurden Briefe aus jener Zeit verlesen. Sie berichten von Tod, Zerstörung und Angst. Es sollte uns zu denken geben, die Fehler, die in Unfrieden und Leid führen, nicht zu wiederholen – auch, wenn gerade nicht ein Gedenkjahr mit bedeutender Jahreszahl ist. Unabhängig des Anlasses, war es wieder eine fruchtbare Gelegenheit, Freundschaften mit belgischen und englischen Partnerstädten von Arras zu vertiefen und den europäischen Gedanken zu leben.

Am Sonntag werde ich dann wieder zurück in Herten sein und die Einladung der Siedlergemeinschaft Curiger Heide zur diesjährigen Jubilarfeier wahrnehmen. Ein schöner Anlass, eine Gratulation und beste Wünsche an Menschen zu überbringen, die in unserer schnelllebig gewordenen Zeit dem häufig unspezifisch benutzten Wörtchen „Heimat“ eine ganz konkrete Bedeutung verleihen.

In der kommenden Woche werde ich montags noch im Büro sein, wichtige Gespräche führen und am Nachmittag ein Grußwort bei der offiziellen Übergabe der umgestalteten Wallanlage am Alten Dorf in Westerholt halten – wohl wissend, dass die Menschen dieses schöne Stück Stadt bereits „in Betrieb genommen haben“, denn ein Bauzaun steht dort bereits seit dem Sommer nicht mehr. Nichtsdestotrotz – kein offizieller Umbau ohne offizielle Einweihung, dass gehört sich so.

Anschließend verabschiede ich mich für fünf Tage erst einmal in die Herbstferien, in daher folgt in der kommenden Woche kein offizieller Wochenbericht.... aber Themen wird es geben, das "pfeiffen die Spatzen bereits vom Dach".

Ich wünsche Ihnen allen ein schönes Wochenende und eine schöne Herbstzeit!

Machen Sie das Beste draus, alles andere wäre...
Ihr Fred Toplak

Ihr Fred Toplak

Autor:

Fred Toplak aus Herten

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