Stadt kündigt DRK-Transporte: Wie ist Ihre Meinung?

Ralph Hoffert (DRK)

Riesenwirbel um die Krankentransportverträge in Herten. Seit 1993 sorgt das Deutsche Rote Kreuz in Herten für den reibungslosen Ablauf der Krankentransporte. Jetzt hat die Stadt den Vertrag gekündigt, um günstigere Angebote einzuholen. Der Vertrag läuft am 31. Dezember aus. Angebote sollen bis Mitte September abgegeben werden. Vor allem, die Art und Weise, wie diese Kündigung ausgesprochen wurde, schmerzt das DRK. In einem Schreiben an die Fraktionen heißt es auszugsweise:

"Im September 1993 begann das DRK Herten, den Krankentransport für die
Stadt Herten zu übernehmen. Generationen von Zivildienstleistenden, viele hauptamtliche Mitarbeiter und ganz viele ehrenamtliche Mitstreiter haben an jedem Tag der Jahre sicher gestellt, dass kranke Bürger kompetent, sicher und zuverlässig versorgt und transportiert wurden.
Gerade die Einbindung unserer engagierten ehrenamtlichen Helfer hat mit dazu
beigetragen, das Gemeinwohl der Stadt zu stärken und auch den Kostendruck
auf ein erträgliches Maß zu reduzieren. In der jetzigen Ausschreibung wird
der Einsatz ehrenamtlicher Mitarbeiter grundsätzlich untersagt!
Das wir nun lesen müssen, dass uns von Seiten der Stadt Herten vorgeworfen
wird, wir würden mit dem Krankentransport Gewinne erzielen, die dazu dienen,
andere DRK Aktivitäten zu finanzieren, verletzt mich und meine Mitarbeiter sehr. [...]
Nach über 17 Jahren der engagierten Arbeit eine lapidare Kündigung der Stadt
Herten zu erhalten ist das eine, kein Wort und Ausdruck zumindest des Dankes
ist das andere, nun auch noch diese Äußerungen zu vernehmen, schmerzt."

DRK-Vorsitzender Ralph Hoffert bezieht im STADTSPIEGEL Herten Stellung.
Hier lesen Sie Auszüge aus unserem Interview:

Herr Hoffert, das DRK hat das "Mandat" jetzt seit 1993. Gab es irgendwann einmal Anzeichen seitens der Stadt, dass man mit der geleisteten Arbeit nicht zufrieden ist?

Hoffert: "Seit nunmehr 17 Jahren stellen wir den Krankentransport in Herten sicher. Ganze DREI schriftliche Beschwerden hat es in dieser Zeit von Patienten gegeben. Das wars! Vor drei Jahren haben wir schon einmal lange um eine Vertragsverlängerung gerungen."

177 Euro erhält die Stadt für einen KTW-Einsatz, die Hälfte bekommt das DRK. Ist es überhaupt wirtschaftlich, wenn dieses Angebot unterboten werden würde?

"Aktuell erhalten wir 81,20 Euro je Einsatz. Dass ein solch geringer Preis überhaupt möglich ist, schuldet sich aus der Tatsache, dass 1,2 hauptamtliche Stellen durch Zivildienstleistende, Absolventen des freiwilligen sozialen Jahres und Ehrenamtlich besetzt werden. Jetzt will man ja seitens der Stadt, dass nur hauptamtliches Personal eingesetzt werden soll. Dies muss unweigerlich zu einer Verteuerung führen. Eine Unterbietung des
jetzigen Preises ist also schon aus rein logischen Gründen überhaupt nicht möglich."

Was meinen Sie, liebe Leser? Handelt die Stadt richtig, indem sie versucht Kosten einzusparen und günstigere Anbieter zu finden? Oder sollte man an so sensiblen Themen wie den Krankentransporten nicht rütteln, wenn man auf ein bewährtes Team setzen kann? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare!

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