Kultur und Schule: Urmenschen in ihrer Höhle

Drittklässler der Comeniusschule auf Expediton. Foto:  Stadt
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  • hochgeladen von Thorsten Seiffert

Drei Männer jagen ein großes Mammut. Sie rennen und werfen ihre Speere… Eine Szene, wie sie Urmenschen auf die Wände ihrer Höhlen gemalt haben. Das gibt es auch heute noch, nur, dass die „Höhle“ der Klassenraum der 3b ist und die „Urmenschen“ die Comeniusschülerinnen und -schüler. Im Rahmen des Projekts „Kultur und Schule“ sind sie dieses Schuljahr auf einer Expedition durch die Geschichte der Malerei. Erste Station, wie man schon vermuten könnte, ist die Höhlenmalerei.
„Wir haben eine Büffeljagd gemalt.“, erklärt die achtjährige Lony, gemeinsam mit Max ist sie Klassensprecherin der 3b. Die beiden Grundschüler wissen ganz genau, was ihnen am meisten Spaß macht. „Mit Kleister rumschmieren und bunte Bilder mit den Farben zaubern“, erzählen Lony und der Neunjährige.
24 Kinder wuseln durch das Klassenzimmer, matschen und panschen mit Acrylfarben, Kleister und Erde auf großformatigen Pappen herum. Auf den braun-grauen Flächen sind auch Figuren und ganze Szenen zu erkennen.
Seit Beginn des Schuljahres wird die Klasse von Bettina Klawuhn begleitet. Die diplomierte Kommunikations-Designerin nimmt sie mit auf eine Kunstreise, von der Steinzeit bis in die Moderne. Das kreative Gestalten steht nicht allein im Mittelpunkt. „Wichtig ist, dass die Kinder auch lernen, wo die Kunst eigentlich herkommt“, weiß die Künstlerin. Dafür beschäftigt sich die Gruppe spielerisch mit der jeweiligen Epoche. „Bevor wir begonnen hatten zu malen, haben wir uns gemeinsam Naturmaterialien angeguckt, die es in der Steinzeit gab“, resümiert sie. „Die Schüler hatten direkt kreative Ideen, was sie damals mit den Dingen gemacht hätten. Zum Beispiel Betten aus Moos bauen und mit Steinen Feuer machen“, zählt die Projektleiterin auf.
Wohin die Reise als nächstes geht? „In Richtung Wand- und Deckenmalerei“, verrät Bettina Klawuhn. „Das habe ich schon mal im Urlaub auf Hauswänden gesehen. Mit so komischen Figuren“, erinnert sich Lony. Bis zu den nächsten Sommerferien sind die Drittklässler auf ihrer Expedition Malerei unterwegs, zwei Schulstunden pro Woche. Klassenlehrer Jörg Schreckenberg-Weber unterstützt das Projekt und integriert es thematisch in seinen Sachunterricht. „Meine Schüler haben richtig Spaß daran und freuen sich jedes Mal, wenn sie wieder ‚auf Reise gehen‘“, sagt er.
Neun Projekte werden an Hertener Schulen mit Zuschüssen aus dem Landesprogramm NRW „Kultur und Schule“ verwirklicht. Es konnten längst nicht alle Anträge berücksichtigt werden, allein in Herten gab es 21 Projektanfragen. Eine Jury entscheidet, welches Projekt an welcher Schule in NRW gefördert wird. Rund 31.100 Euro kosten die Hertener Projekte, zehn Prozent des Betrags müssen die Schulen jeweils selbst aufbringen.
Rückblick: Im Schuljahr 2006/2007 startete die Landesregierung erstmals das Projekt „Kultur und Schule“ und förderte damit 700 Projekte in NRW. In der Zwischenzeit haben sich die Künstler und ihre Projektangebote etabliert. Allein im Kreis Recklinghausen finden 47 Projekte mit Künstlern in verschiedenen Schulformen statt.
Durch „Kultur und Schule“ soll nicht der Kunstunterricht ersetzt werden. Vielmehr möchte man die Schüler mit vielen Sparten der Kunst vertraut machen: Im letzten Jahr wurden alle Anträge in Herten berücksichtigt. Der städtische Fachbereich Kultur stockte die Mittel auf und in 21 Schulen fanden die unterschiedlichsten Projekte statt. Grund dafür war das Preisgeld den der Fachbereich für sein „Kommunales Gesamtkonzept der Kulturellen Bildung in Herten“ vom Land für seine vorbildliche Arbeit erhielt.

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