Traumberuf Bergbau

Der Bergbau hat seine sichtbaren Spuren im Vest hinterlassen. Thomas Lautsch: "Bergbau hat Zukunft, ist weltweit eine Wachstumsbranche." Foto: Stadtspiegel
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Während hierzulande über die Laufzeiten der Bergwerke diskutiert wird, geht Dr. Thomas Lautsch spannende, neue Wege: Der Bergingenieur aus dem Vest ist in der Lausitz damit beauftragt, ein neues Bergwerk zu erschließen.

Nicht nur Kohle, auch andere Rohstoffe werden durch den Bergbau gefördert. Lautsch kennt sich damit bestens aus. Auf Westerholt hat er seine Ausbildung gemacht, und später war er lange Jahre Betriebsführer. Auch auf dem Bergwerk Auguste-Victoria in Marl, mittlerweile die einzige Zeche im Kreis Recklinghausen, und General Blumenthal in Recklinghausen sowie Ewals Fortsetzung in Oer-Erkesnchwick hat Thomas Lautsch gearbeitet. Durchaus typischen Stationen für den Spross einer Bergmannsfamilie aus dem Vest. Doch Thomas Lautsch (49) hat über den Tellerrand geschaut, und die weltweit gemachten Erfahrungen nützen ihm bei neuen Plänen: Er bereitet sich auf die Erschließung eines neuen Bergwerks vor.
Schillernd ist sein Lebenslauf, der nicht nur für bergbau-interessierte Menschen faszinierend klingt. Und Lautsch sagt über seinen Beruf etwas, worum man ihn beneiden kann: „Ich liebe meine Arbeit. Mir war noch kein Tag langweilig.“
Mit seinem Namen verbinden viele Bewohner des Kreises Recklinghausen vor allem das Bergwerk Westerholt: Hier hat Thomas Lautsch seine Ausbildung gemacht, und nach seinem Studium in Aachen war der promovierte Bergingenieur viele Jahre lang Grubenbetriebsführer auf Westerholt. „Ich habe mit meiner Familie auch acht Jahre in Herten gelebt, bis 1998“, erzählt Thomas Lautsch.
Danach ging‘s mit Kind und Kegel für viele Jahre über den großen Teich: Der gebürtige Recklinghäuser arbeitete in den USA, zuerst in West-Virginia, dann in Pennsylvania - natürlich im Bergbau.
Nach einigen Jahren führte ihn und seine Familie der Bergbau bis ans andere Ende der Welt,Thomas, Ulrike und die drei Kinder gingen nach Australien. Auch eine schöne Zeit, aber es sollte kein Dauerzustand werden. Der Zeitpunkt, sich neu zu orientieren, kam: „Unsere Kinder sprachen fast nur noch englisch. Also kehrten wir 2004 wieder nach Deutschland zurück.“
Die Lausitz wurde zur neuen Heimat der weltenbummelnden Ruhrpöttler. Thomas Lautsch setzte Großprojekte im Bergbaubereich für Lausitzer Braunkohlenbergbau um.
Über die Lausitz weiß er nur Gutes zu berichten: „Wir fühlen uns hier sehr wohl. Die Menschen sind rau, herzlich und offen. Der Menschschlag erinnert mich stark ans Ruhrgebiet. Und die Landschaft ist wunderschön.“
Er geht zum Fußball (in der Gegend ist Energie Cottbus angesagt, wichtig und beliebt), und wenn er Zeit hat, ist auf dem Rennrad unterwegs, denn: „Die Lausitz ist ein Paradies für Radsportler.“
Kam für ihn nie ein anderer Beruf, eine andere Branche in Frage? „Nein!“ stellt Lautsch klar, „Bergbau ist total spannend. Ersetz mal den Begriff Bergbau durch Rohstoffgewinnung, und schon finden alle das modern und positiv. Bergbau ist ja auch modern, ist weltweit eine Wachstumsbranche.“
Thomas Lautsch muss es wissen, denn er ist aktuell dabei, in der Lausitz ein neues Bergwerk zu erschließen. Für das Unternehmen KSL Kupferschiefer Lausitz in Spremberg, zu dessen Vorsitzender der Geschäftsführung er zum 1. Juli berufen wurde, leitet er das Bergbauunternehmen vor Ort. „Wir sind eine kleine Truppe von zehn Männern und Frauen.“ Die Abbaurechte wurden im Mai diesen Jahres erteilt. Ab 2012 kann das Abteufen der Schächte losgehen. Kupferschiefer will Lautsch fördern. „Die Pläne gab es schon zu DDR-Zeiten, aber die DDR hatte kein Geld, um das Bergwerk zu erschließen.“
Rund 1000 Arbeitsplätze dürften entstehen, und noch viele weitere in anderen Bereichen. Den Standort - nahe der polnischen Grenze ist ein großes, wichtiges Bruderbergwerk - bezeichnet Thomas Lautsch als ideal: „Wir liegen im Herzen von Europa.“

Hintergrund:
< Kupfer ist das erste Metall der Menschheit. Bereits vor über 10.000 Jahren wurde das Material vor allem zur Verzierung von Schmuck benutzt. Es wurde mit anderen Metallen vermischt, vielfältig eingesetzt, gab der Bronzezeit ihren Namen. Die Ägypter bauten Wasserleitung aus Kupfer. < Kupfer gehört zu unserem Alltag. Drähte, Schalter, Generatoren, Solarzellen, Computer und Autos enthalten Kupfer. Bauwesen, Verkehr, Maschinenbau und Elektrotechnik kommen ohne Kupfer nicht aus. < Kupfer kommt selten in reiner Form vor. Fast immer ist Kupfer in Erzen enthalten. Die wichtigsten Kupferlagerstätten in Europa sind an den Kupferschiefer gebunden - ein mit Kupfer mineralisierter schwarzer Schiefer. Thomas Lautsch wird in Zentraleuropa, der wichtigsten Lagerstätte in Europa, 2012 ein Kupferschieferbergwerk eröffnen.

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