Himmlisch: Herten von oben

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  Wie sieht unsere Stadt von oben aus? Was gibt es über den Wolken von Herten zu entdecken? Das fragte sich der STADTSPIEGEL und schickte seine Mitarbeiterin Bianca Munker mit einem Ultra-Leicht-Flugzeug in die Luft. Hier das Flug-Tagebuch unserer Co-Pilotin und jede Menge Fotos.

Ein lauer Sommerabend am Flugplatz Loemühle in Marl. Pilot und Fluglehrer Peter Illner von der Flugschule „Flyon“ (www.flyon.de) erwartet mich bereits. Er zeigt mir die Maschine, mit der wir gleich zu unserem spannenden Rundflug abheben werden.
Ich bin schon viel geflogen, weit rumgekommen – doch die „Breezer“, die nun auf mich wartet, hat nicht viel gemein mit den Modellen von Boeing oder Airbus, mit denen ich sonst geflogen bin. Gerade mal zarte 305 Kilogramm bringt das Ultra-Leicht-Flugzeug auf die Waage. „Wir werden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 160 Stundenkilometer fliegen“, erklärt mein Pilot.
Schon seit 1966 ist die Fliegerei seine große Leidenschaft. Peter Illner zeigt mir einen Knopf. „Wenn wir in eine Notsituation geraten und ich diesen Knopf drücke, kommt ein Fallschirm heraus, und wir gleiten auf den Boden“, sagt er. Mir wird heiß. Wie oft er den Knopf bereits drücken musste? „Kein Mal“, verrät Peter Illner und lacht übers ganze Gesicht. Er erklärt mir den Steuerknüppel, denn in der Luft muss ich mit-steuern und werde quasi zur Co-Pilotin. Ich bin aufgeregt.
Dann ist es soweit, und wir besteigen das Flugzeug, Peter Illner bittet den Tower um eine Starterlaubnis und wir rollen über die Startbahn. Langsam hebt das Flugzeug ab, sanft wie ein Vogel steigen wir immer weiter auf. „Schau mal nach oben“, ermutigt mich Peter Illner – im Himmel duzt man sich übrigens. Ich blicke durch die durchsichtige Kunststoff-Kuppel des Flugzeugs. Über mir ist nur die endlose Weite des Horizontes. Ganz geheuer ist mir die Situation nicht – unter uns – ich habe schon ein bisschen Angst.
Wir drehen eine Kurve über Marl und Gelsenkirchen, die „Arena auf Schalke“ ist zum Greifen nah, und dann erreichen wir unser Ziel: Herten. Vor mir erscheint das Elisabeth-Krankehaus und das Hertener Schloss mit seinem weitläufigen Park - alles sieht wie ein Spielzeug-Modell aus.
Ich bin fasziniert von dem Anblick, der sich mir bietet. Angst? Habe ich mittlerweile nicht mehr. Nach einer Runde über der Innenstadt schweben wir über Zeche Ewald, und ich bestaune die großen Firmenhallen, die sich hier in den letzten Jahren angesammelt haben. „Was möchtest du denn noch sehen“, will Peter wissen. „Die Halde Hoheward“, wünsche ich mir. So oft bin ich hier schon spazieren gegangen, nun möchte ich das bekannte Ausflugsziel von oben sehen.
In der Ferne geht langsam die Sonne unter und taucht den Horizont in magisches Licht. Einfach himmlisch. „Wunderschön“, sind Peter und ich uns einig.
Danach fliegen wir über Scherlebeck, und ich genieße den grünen Anblick: Felder und Wiesen, soweit das Auge reicht. Wenige Momente später erscheint vor uns der Flugplatz Loemühle. So sanft wie wir gestartet sind, fällt auch die Landung aus. Die Erde hat uns wieder.
„Und wie war‘s?“, fragt Peter. „Toll!“
Ob ich noch einmal eine Runde über Herten fliegen möchte? Ganz bestimmt, denn dieser Rundflug war ein wunderbares Erlebnis.
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