Der Prinz zu Wied – Ein Vorläufer Karl Mays?

Aquarell von Karl Bodmer

Der Prinz zu Wied – Ein Vorläufer Karl Mays?

„Der mit dem Wolf tanzt“ zeigt uns im Kino "den" Indianer, wie wir ihn aus den Büchern Karl Mays gewohnt sind. Da reitet er über weite Prärien, jagt den Büffel oder stürmt die Palisaden der Forts weißer Siedler und Händler. Warum immer nur so?

Tatsache ist, dass die überwältigende Mehrzahl der Völker Nordamerikas überhaupt nicht diesem Klischee entsprochen hat und ganz andere Lebensumstände kannte als Prärien und Plains.
Man muss schon im „Lederstrumpf“ schmökern, um die andere Wirklichkeit zu ahnen. Aber dessen Verfasser, J. F. Cooper, wollte noch geschichtliche Ereignisse spiegeln, wo seine Nachfolger mehr und mehr Phantasien oder Einseitigkeiten erlagen. Das Wildwestbild mit dem berittenen Sioux unter wehender Federhaube, der Bisonherden jagt und daheim im Tipi die Beute genießt, setzte sich erst später durch und erreichte über Romane und Kinofilme exklusive Bedeutung.

Der Mann, der daran "schuld" ist, hat das nicht geahnt und nie gewollt: Maximilian Prinz zu Wied. Er bereiste 1832 bis 1834 große Teile Nordamerikas, insbesondere das Missouri-Gebiet, und lieferte als einer der ersten authentische Beschreibungen der Völker im damals noch freien Indianerland, dem so genannten Wilden Westen. Seine gedruckten Reiseberichte schmücken Illustrationen des begabten Malers Carl Bodmer, die zum Besten gehören, was auf diesem Gebiet geleistet worden ist.
Dessen war sich auch Karl May bewusst. Während seine Fantasien durch die Weite der amerikanischen Prärien streifte, Seite an Seite mit Indianern, studierte er in Wirklichkeit den Reisebericht des Prinzen zu Wied und lies sich von den fantastischen Bildern des Malers Carl Bodmer inspirieren.

Die Vermutung, dass die Freundschaft zwischen dem Mandan-Häuptling Mato-Tope und dem Prinzen zu Wied Karl May zu seinen Romanfiguren Winnetou und Old Shatterhand angeregt hat, ist nicht von der Hand zu weisen.

zum Bild:
Die Forschungsreisenden Prinz Maximilian zu Wied und Karl Bodmer (ganz rechts)
treffen 1833 bei Fort Clark am oberen Missouri mit Hidatsa-Indianern zusammen.
Während der Prinz naturhistorische und ethnologische Studien betrieb, hielt der Maler Bodmer die Landschaft und ihre Bewohner in detailgetreuen Zeichnungen und Aquarellen fest.

Autor:

Armin Thoms aus Hilden

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