Außergewöhnliche Sammlung sucht neue Heimstatt
Gesucht: Räume für E-Museum

Die Produktion  elektrische Handstaubsauger begann in Deutschland 1925. In Hilden präsentiert Günter Rateike einen Vampyr (AEG) von 1926. Die modernen Nachfolger heißen inzwischen Vampyrette.
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  • Die Produktion elektrische Handstaubsauger begann in Deutschland 1925. In Hilden präsentiert Günter Rateike einen Vampyr (AEG) von 1926. Die modernen Nachfolger heißen inzwischen Vampyrette.
  • Foto: Fotos: Michael de Clerque
  • hochgeladen von Dirk-R. Heuer

Kuriositäten und Alltagsgegenstände rund um die Elektrik überraschen den Besucher bei jedem neuen Blick auf die Exponate.

Hilden. Untergebracht sind die Zeugen der elektrischen Vergangenheit in den Räumen der Gebäudeautomation Georg Rodehäuser. Bereits im Eingangsbereich der Firma am Mühlenbachweg 11 empfangen den Besucher die ersten Exponate. Der Weg in das kleine Museum in der dritten Etage wird nicht langweilig: Immer wieder schweifen die Blicke auf die Exponate im Treppenhaus und an den Wänden.
"Ich bin dankbar, dass mein Freund Georg Rodehäuser mich vor zehn Jahren aufgenommen hat", erzählt Günter Rateike in einem der drei Räume in der dritten Etage. "Damals waren meine eigenen Räume zu klein geworden", erinnert sich Elektromeister. Das Fabry-Museum und auch die Hildener Stadtwerke hatten damals abgewunken: Kein Platz und Angst vor Folgekosten, hieß es offiziell - "vermutlich spielte auch Desinteresse eine Rolle." An dieser Haltung habe sich bisher nichts geändert - zumindest bei der Stadt habe er bereits eine Absage erhalten. Auch heute, nun sucht Rateike wieder nach Räumen, denn das Unternehmen Rodehäuser benötigt den Platz, um sich zu erweitern. Und wieder hat er bei der Stadt kein Glück.
"80 bis 100 Quadratmeter würden mir reichen, um die Sammlung aufzubauen", sagt der private Museumsbetreiber. Finanzielle Zuwendungen zum Unterhalt erhält er nicht. "Ich wünsche mir, dass die Sammlung erhalten bleibt, damit künftige Generationen den Weg der elektrischen Entwicklung und der Geräte verfolgen können."

Einer der ersten deutschen Handstaubsauger

Und die Sammlung ist durchaus sehenswert: Eines der älteren Stücke ist der Staubsauger Vampyr aus dem Jahr 1926. Es zählt in Deutschland zu den ersten Handstaubsaugern. Ungewöhnlich kommt das Kombigerät aus Mixer und Staubsauger daher - durchgesetzt hat es sich nicht. Auch das vollfunktionsfähige Tefifon hatte keine Zukunft. Der Erfinder, Dr. Karl Danie, hatte das Patent zu seinem Plattenspieler im Buchformat auf der Düsseldorfer Funkausstellung 1950 vorgestellt. Seine Musikbänder spielten 60 Minuten lang Musik von dem Schallband. Sogar Hörbücher wollte der Erfinder servieren. Ende der zwanziger Jahren hatte er das Patent zu seinem Tonwiedergabegerät angemeldet. Bis 1965 wurden die Geräte in Porz am Rhein produziert. Elektrische Multifunktionstöpfe zum Braten, Kochen, Dünsten und Schmoren sind ebenso zu finden wie der runde Toaster. Herde, Kühlschränke, Waschmaschinen, Radios, Fernseher und die ersten Computer und Mobiltelefone. Und natürlich das tragbare französische Telefon von 1956. Die elektrischen Teekocher - inzwischen wieder in Mode - starteten ihre Erfolgsgeschichte bereits in den frühen 30er-Jahren. Aufschlussreich sind auch die Lampen in der Ausstellung: So manche könnte in einem modernen Lampengeschäft hängen. Auch ein Blick in die ausgestellten Bücher und Bedinungsanleitungen von einst lohnen sich - früher war manches tatsächlich besser.
Die ältesten Exponate in Rateikes Sammlung stammen aus der Messtechnik. Der Isolationsmesser aus dem Jahr 1906 funktioniert noch - das trifft auch auf viele der ausgestellten Stücke zu. "Immer wenn mir etwas angeboten wird, repariere ich es - wann immer möglich - mit Originalteilen", betont Rateike. Okay, er ist Meister und kennt sich in elektrischen Geräten aus.
Bis zum 1. April ist die Sammlung noch am Mühlenbachweg 11 zu sehen. Dann muss Rateike sie einpacken und einlagern. "Das wäre schade", findet er. Ein Verkauf einzelner Teile kommt für ihn nicht in Betracht. "Die Sammlung soll als Ganzes zusammenbleiben. " Er würde sie auch einen Nachfolger kostenlos abgeben, wenn dieser sie der Öffentlichkeit in neuen Räumen zugänglich macht.
Wer Platz für das kleine Elektromuseum hat, den bittet Günter Rateike sich unter Telefon (02103) 4174621 zu melden.

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