Trauer um Publikumsliebling Nemo: Otter musste eingeschläfert werden

Nemo und sein Ziehvater Dr. Wolfgang Gettmann im Jahr 2014.
  • Nemo und sein Ziehvater Dr. Wolfgang Gettmann im Jahr 2014.
  • Foto: Michael de Clerque/WA-Archiv
  • hochgeladen von Janina Rauers

Nemo ist tot. Der Kurzkrallenotter, der weit über Hilden, ja sogar weit über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt war, musste am vergangenen Mittwoch eingeschläfert werden, berichtete Ziehvater und Aquazoo-Direktor i.R. Dr. Wolfgang Gettmann auf seiner Facebook-Seite.

Ehrenbürger der Stadt Hilden

Nemo war etwas ganz Besonderes: Der possierliche Otter schaffte es innerhalb von Sekunden, Herzen im Sturm zu erobern. Kaum ein Schulkind hier im Kreis, das ihn nicht kennt. Schnell wurde Nemo ein Medienstar, er hatte unzählige Auftritte in Printmedien und in Fernsehsendungen. Bei Vorträgen, Seminaren und Informationsveranstaltungen war er ebenfalls mit dabei - als Botschafter für die weltweit 13 Otterarten. Im Fabry-Museum gab es eine Otter-Ausstellung: "Der Otter ist ein listig und boßhafftig Thier - Nemo und seine Verwandtschaft einst und jetzt". Nemo war Ehrenbürger der Stadt Hilden und durfte sich in das Goldene Buch eintragen.

Mit der Flasche aufgezogen

Geboren wurde der Wassermarder am 22. November 2005 im Düsseldorfer Aquazoo. Insgesamt gehörten sieben kleine Kurzkrallenotter dem Wurf an. Nachdem zwei die erste Nacht nicht überlebten, entschloss sich Wolfgang Gettmann, einen Welpen in seiner Familie in Hilden per Hand aufzuziehen.

Kanu fahren auf dem Elbsee

Schnell wurde Nemo zutraulich, ließ sich streicheln und machte es sich auf den Schultern unzähliger Fans bequem. Seinen Ziehvater begleitete er regelmäßig bei dessen Arbeit im Aquazoo, 2013 gingen die beiden gemeinsam in Rente. Ausgedehnte Spaziergänge, Kanu fahren auf dem Elbsee - Nemo hat Bewegung geliebt. Auch mit den Hunden der Familie Gettmann vertrug er sich gut. Nur beim Fressen verstand Nemo keinen Spaß - er war eben kein Haustier. "Ich habe ihn in Obhut", sagte Dr. Wolfgang Gettmann deshalb, als der Wochen-Anzeiger das Duo einmal zu Hause besucht hatte.

Liebevoll betreut

Vor rund vier Monaten musste Nemo operiert werden. Ein Zeh wurde amputiert. Der bösartige Tumor am rechten Hinterfuß hatte allerdings schon gestreut. "Durch eine Medikation waren Nemo jedoch noch viele schmerzfreie Wochen vergönnt und er konnte seine geliebten Spaziergänge ausgiebig genießen", sagte Dr. Gettmann.

Liebevoll betreut wurde er zuletzt bei einer Pflegerin in Gelsenkirchen, Familie Gettmann wollte Nemo die leidenschaftlichen Spielaufforderungen von Basko, dem jungen Hovawart der Familie, ersparen. Als ein Darmverschluss eintrat, wurde er eingeschläfert. Seine letzte Ruhestätte erhielt Nemo im Garten seiner Ziehfamilie.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen