Industrieverein Hilden und Stadtmarketing haben Konjunktur-Umfrage 2021 durchgeführt
Quer durch alle Branchen

Die Informationen der oberen Diagramme dienen zur Veranschaulichung des Stimmungsbildes in Hilden.
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  • Foto: Grafik: Industrieverein Hilden
  • hochgeladen von Corinna Rath

Die Covid-19-Pandemie hat der deutschen Wirtschaft stark zugesetzt. Der Industrieverein Hilden und die Stadmarketing GmbH befragten Unternehmen in Hilden zur aktuellen Geschäftssituation, die Geschäftserwartungen, die Investitionsneigung, die Personal- und Exportpläne sowie die Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung.

Die diesjährige Beurteilung der Hildener Unternehmen mit unterschiedlicher Mitarbeiterzahl kam aus den Unternehmens-Arten Produktionsbetrieb (anteilig 23,4 Prozent), Dienstleistung (anteilig 54,7 Prozent), Handel (anteilig 7,8 Prozent) und Handwerk (anteilig 14,1 Prozent). In Ergänzung zum tabellarischen Ergebnis der Konjunktur-Umfrage 2021 hat der Hildener Industrie-Verein zudem zwei seiner Mitglieds-Unternehmen mit unterschiedlicher Umsatz-Struktur intensiver zu den Erfahrungen der letzten Wochen befragt:

Markus Riemer, Geschäftsleiter des Hildener Selgros-Marktes zeichnet aktuell dazu folgendes Stimmungsbild: Aufgrund des Lockdowns ist der große Umsatztreiber, die Gastronomie, richtiggehend eingebrochen. "Dafür besuchen viele Kleingewerbe, Büros, Arztpraxen und andere vermehrt in unsere Filiale. Auch viele Genießer Kunden fühlen sich intensiver von unserem Markt angesprochen. Glücklicherweise verfügen wir über eine große Verkaufsfläche von mehr als 10.000 Quadratmetern. Dadurch lässt sich natürlich etwas entspannter einkaufen. Auch die langen Öffnungszeiten wirken als guter ,Verteiler'. Der Kunde macht sich dies zu nutze. Des Öfteren sind Kunden schon sehr früh morgens im Markt anzutreffen. Später am Abend wird es dann ruhiger", berichtet der Geschäftsleiter.

Viele Bäckereien, wie auch Ihr Bäcker Schüren, haben in den letzten beiden Jahrzehnten sehr viel in die Café-Gastrobereiche investiert, gerade und besonders auch in den Innenstädten. Somit trifft es die Innenstadtfilialen, wie zum Beispiel in der Bismarckpassage doppelt: kein Caféumsatz mehr und der Theken- oder Mitnahmeumsatz ist reduziert, da nahezu alle anderen Geschäfte in der Innenstadt geschlossen sind.
Roland Schüren macht sich somit erhebliche Sorgen um die Situation in den Innenstädten. Als systemrelevanter Lebensmittelversorger dürfen seine Bäckereien zwar weiter geöffnet bleiben, alle Cafébereiche müssen jedoch geschlossen sein, wie bei der Gastronomie auch.
Somit fallen zwei Gründe für die hohen Innenstadtmieten weg: Der gute „Lauf“ durch die Einzelhandels-Nachbarschaft und die fehlenden Cafégäste. Insgesamt sei der Umsatz aktuell in seinen reinen Innstadtfilialen mit Café um etwa 30 Prozent reduziert (Hilden, Düsseldorf, Langenfeld, Mettmann). Im ersten Lockdown im Frühjahr reduzierte sich der Umsatz dort zeitweise um bis zu 60 Prozent.
In Schürens Standorten an Ausfallstraßen und in Randlagen sieht es allerdings deutlich besser aus. Dort findet man auch Filialen mit gleichhohen oder sogar gestiegenen Umsätzen gegenüber 2019.
Somit findet hier eine merkliche, aber nicht komplette Kompensation der Umsatzrückgänge aus den Innenstädten statt. Auch das weggebrochene Firmenkundengeschäft mit Hotels, Gaststätten und zwei großen Universitäten, wird so erträglicher für das Unternehmen. Schüren berichtet von einem deutlich gestiegenen Durchschnitts Bon pro Kunde. Das bedeutet, dass die Kunden zwar seltener kommen, aber dann mehr kaufen.

Die diesjährige Sonderfrage wurde der künftigen Arbeit des
neu gewählten Bürgermeisters Dr. Claus Pommer gewidmet:

  • 66 Prozent der Unternehmen erwarten durch seine Tätigkeit
    deutliche Impulse zur Steigerung der Attraktivität Hildens
  • In Erwartung eines flüssigeren innerstädtischen Verkehrs
    und einer besseren Verkehrsanbindung stehen sich
    „ja“ und „nein“ etwa zu gleichen Teilen gegenüber
  • Dabei halten 71 Prozent der Hildener Unternehmerschaft
    ihre Einbindung in Entscheidungsprozesse zur Stärkung
    des Standortes für wichtig. 29 Prozent sehen dies nicht so
  • Für 84 Prozent der Unternehmen wäre es wichtig ihre Erfahrung
    als Knowhow in Entscheidungsprozesse einfließen zu lassen
Autor:

Corinna Rath aus Hilden

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