Seniorendienste Stadt Hilden
Sieben Marokkaner beginnen Altenpflege-Ausbildung

Die Marokkanerin Fatima El Faquir (r.), hier mit Bewohnerin Irma Blase, hat bereits im Herbst eine Auszubildung zur examinierten Altenpflegerin begonnen.
  • Die Marokkanerin Fatima El Faquir (r.), hier mit Bewohnerin Irma Blase, hat bereits im Herbst eine Auszubildung zur examinierten Altenpflegerin begonnen.
  • Foto: Michael de Clerque
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Um auch mittel- und langfristig ausreichend Pflegefachkräfte beschäftigen zu können, gehen die Seniorendienste Stadt Hilden neue Wege bei der Gewinnung von Auszubildenden. Sofern alle ein Visum erhalten, werden sieben junge Marokkanerinnen und Marokkaner im Oktober eine Ausbildung in der Altenpflege.

„Wir haben uns sehr gefreut, als Sabine Dreiling-Beitz von der Unternehmensberatung Aleha auf uns zugekommen ist und uns von ihrem Projekt in Kooperation mit Adil Rizki von der Sprachschule Uni Nachhilfe Wuppertal und Bodo Keißner-Hesse von der Bildungsakademie Kreis Mettmann zur Gewinnung von Marokkanerinnen für eine Ausbildung in der Altenpflege berichtete“, erzählt Beate Linz-Eßer, Geschäftsführerin der Seniorendienste Stadt Hilden. „Denn nur durch intensive Ausbildung von Nachwuchskräften werden wir auch mittel- und langfristig unseren Bedarf an Pflegefachkräften abdecken können.“
Der Marokkaner Rizki, der seit vielen Jahren in Deutschland lebt, hat in Fes in Marokko eine Zweigstelle seiner Sprachschule eingerichtet, in der er jungen Menschen nicht nur die deutsche Sprache, sondern im Rahmen eines zweimonatigen Kurses auch Grundkenntnisse in der Pflege und über das Leben in Deutschland vermittelt, um sie damit auf eine Ausbildung zur Altenpflege in Deutschland vorzubereiten. „Die Nachfrage ist riesig, da die beruflichen Perspektiven für junge Menschen in Marokko selbst mit einer guten Ausbildung schlecht sind.“

Hohe Motivation

Derzeit sind 13 Teilnehmer für drei Monate in Istanbul, um dort den Sprachkurs B2 Pflege und am Ende die notwendige Sprachprüfung zur Erlangung eines Arbeitsvisums für Deutschland zu absolvieren. Beate Linz-Eßer hat die Teilnehmer in Istanbul persönlich kennengelernt und sich einen Eindruck von ihren Sprachkenntnissen und ihrer Eignung für die Altenpflege-Ausbildung gemacht. „Ich war beeindruckt von der hohen Motivation und den guten Sprachkenntnissen der Bewerber, die alle das Abitur haben und zumeist bereits Englisch, Französisch und Arabisch sprechen. Dies hat mich motiviert, statt der geplanten fünf gleich sieben Interessenten einen Ausbildungsplatz anzubieten.“
Durch die enge Betreuung, die Adil Rizki und Sabine Dreiling-Beitz den Absolventen nach ihrer Ankunft und während der Ausbildung in Deutschland zuteil kommen lassen werden, stehen die Chancen hervorragend, dass eine Integration in das neue Leben schnell gelingen wird. „Wir werden die jungen Menschen zum Beispiel bei der Suche nach einer Wohnung, der Eröffnung eines Kontos oder bei der Vermittlung in einen Sportverein unterstützen“, erläutert Dreiling-Beitz. Aber auch die Seniorendienste werden eigene Mitarbeitende aus dem eigenen Kulturkreis motivieren, die Neuankömmlinge beim Einleben und bei der Ausbildung zu begleiten und zu unterstützen.

Gute Erfahrungen

Mit zu der Entscheidung für marokkanische Auszubildende haben auch die guten Erfahrungen beigetragen, die Beate Linz-Eßer bereits mit Fatima Ezzahra El Faqir gemacht hat. Die 25-jährige El Faqir war vor vier Jahren aus Marokko nach Deutschland gekommen, um hier Wirtschaftsinformatik zu studieren, merkte dann jedoch bald, dass sie lieber mit Menschen arbeiten möchte. So hat sie im vergangenen Herbst im Seniorenzentrum Hummelsterstraße eine Ausbildung zur Altenpflegerin begonnen. „Hier bin ich am richtigen Platz“, sagt sie mit einem Strahlen im Gesicht. Dieser Meinung ist auch Beate Linz-Eßer: „Wir sind alle begeistert, mit welchem Engagement und mit welchem Einfühlungsvermögen Frau El Faqir ihre Arbeit bei uns macht. Dadurch ist sie die beste Werbung für marokkanische Auszubildende.“

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