Mit Pinsel und Farben gegen Fluchtängste

Die Jugendlichen aus Syrien mit Kunstforderin Ilona Hetmann,  Christoph Tetzner (Helfer) und Rudi Volle (Kunstforderer)
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  • Die Jugendlichen aus Syrien mit Kunstforderin Ilona Hetmann, Christoph Tetzner (Helfer) und Rudi Volle (Kunstforderer)
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Kunstforderer entwickeln mit jungen Syriern Perspektiven für ihre Zukunft
Kreativ-Projekt richtet Raum in Stockum ein - Stuhle zur Gestaltung gesucht

Auf ihren Fluchtweg, der mit Angst und Mühsal gepflastert war, zu schauen ist nicht einziges Ziel der Kunstforderer Unna. Mit Jugendlichen aus Syrien wird die Künstler-Initiative jetzt kreativ und entwickelt mit Farben und Pinsel auch Visionen für ihre Zukunft. “Nach vorne blicken ist unser Ziel”, bringt Leiterin Ilona Hetmann es auf den Punkt. Sie möchte einen Kreativraum in Stockum einrichten.

Was derzeit innerhalb weniger Stunden im Atelier in der Hertinger Straße entsteht, ist nicht angelernt. Vielmehr verleihen die Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren, die in einer Einrichtung in Unna-Stockum zeitweise untergebracht sind, ihren Ängsten aber eben auch Hoffnungen ganz eigenen Ausdruck. Ob mit Acrylfarben oder Magazinbilder, es entstehen Grußkarten und Fotocollagen, in denen sich Elemente ihres bisherigen Lebens wiederfinden. Spektren von düsteren Farben hin zu goldfarbenen Kontrasten werden erkennbar. Häufig sind es einzelne Elemente, etwa Balken, durchkreuzt von einer markanten Linie. Vielleicht Symbol für den Weg durch verschiedene Länder, dessen Ende oft in den Farben schwarz-rot-gold endet. Erste Termine waren sehr behaftet mit Eindrücken der Reise im Flüchtlingsboot. Wie bei Ibrahim(15) aus Syrien. ER kam in einem vollkommen überfüllten Flüchtlingsboot. Mit seiner Familie in Syrien ist er stets in Kontakt, fühlt sich in Unna sehr wohl. Eine Schule hat er bisher nicht besucht, bis es in Deutschland soweit ist, wird er noch einige Stationen durchlaufen. Sein Wunsch, einmal den Weihnachtsmarkt zu besuchen.

Ilona Hetmann wurde von der Help-Jugendhilfe angesprochen. In der Einrichtung in Stockum sind bis zu zwölf Jugendliche untergebracht die rund drei Wochen hier bleiben. "Man muss sich auf jeden einstellen", betont sie. Die Kunstforderer standen vor der Frage, wie beschäftigt man die Jugendlichen. "Sie brauchen Bewegung." Ihr Ziel ist es auch, mit den Jugendlichen in eine Schule in Unna zu gehen, um das künftige Schulleben faßbar zu machen. Die Jugendlichen waren von den Skulpturen in der Galerie überrascht. "Hier treffen sich ganz unterschiedliche Kulturkreise."In Stockum war bisher kein Raum für Malarbeiten vorhanden. Jetzt bietet sich das Kellergeschoss in Stockum an, um dort einen Raum einzurichten. Ilona Hetmann möchte Stühle bemalen lassen und sucht daher Sponsoren, die diese Aktion unterstützen.

Autor:

Stefan Reimet aus Holzwickede

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