Sprunghilfe in den Beruf - Ausbildungspaten gesucht

Peter Esser hat selbst Schülern geholfen bei der Erkundung ihrer Fähigkeiten und koordiniert jetzt die Paten beim Forum Generationen Unna. Mit Azubis arbeitete Ursula Winkelkötter-Hunke bereits beruflich zusammen. Jetzt unterstützt sie als Ausbildungspatin Jugendliche auf dem ihrem Weg in den Beruf.
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  • Peter Esser hat selbst Schülern geholfen bei der Erkundung ihrer Fähigkeiten und koordiniert jetzt die Paten beim Forum Generationen Unna. Mit Azubis arbeitete Ursula Winkelkötter-Hunke bereits beruflich zusammen. Jetzt unterstützt sie als Ausbildungspatin Jugendliche auf dem ihrem Weg in den Beruf.
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Von St. Reimet

Wenn es mit Berufsorientierung und Einstieg in eine Ausbildung nicht so klappt, unterstützen Ausbildungspaten die Schüler. Auf der Zielgeraden der Schullaufbahn bieten sie ihre Lebenserfahrung an, damit aus dem Schüler ein Azubi wird. Die Ehrenamtler werden jetzt wieder händeringend gesucht.

Denn 20 Anfragen von Lehrern und Sozialarbeitern der Gesamtschulen in Unna stehen bis dato sechs Ausbildungspaten gegenüber. Deren Aufgabe ist vielseitig, aber auch erfüllend. In kleinen Schritten werden Jugendliche mit Lern- oder persönlichen Problemen an die Berufswelt herangeführt.

Wie schwierig der sein kann, hat Peter Esser, Koordinator der Ausbildungspaten, in seiner Biographie selbst erfahren. Der heutige Ingenieur der Nachrichtentechnik wusste selbst nach der 8. Klasse Volkschule nicht wie es weitergehen sollte und orientierte sich am Bruder. Er begann mit einer Ausbildung, hängte ein Studium an.

Als Ehrenamtlicher lernte er die Initiative "Jugend braucht Zukunft" kennen, die sich mit der Frage befasste, wie schaffen es Jugendliche, ihre Fähigkeiten zu erkunden. Dort machte er eine Fortbildung zum Trainer. Seinen Fundus an Erfahrungen bringt er als Koordinator der Ausbildungspaten ein . "Wir haben die beiden Gesamtschulen im Blick, um den Übergang Schule-Beruf organisieren zu können." 

Dabei stehen nicht die sog. "aussichtslosen Fälle" ganz oben, sondern die, bei denen Unterstützung effektiv ist. Peter Esser hat selbst Jugendliche begleitet. seit einiger Zeit organisiert er zusammen mit Peter Wickenburg die Ausbildungspaten. Und die werden gesucht. "In diesem Jahr gibt es eine hohe Zahl an Jugendlichen, die einer Hilfe bedürfen", so Peter Esser. 20 Schüler sind ihm gemeldet.

Theoretisch können Schüler aller Schulformen profitieren, bei den Gymnasiasten sieht er den Bedarf eher nicht. Dort sei der Grad an Eigenorganisation sehr hoch, die Eltern engagiert. Über die Sozialarbeiter der Schulen entsteht meist der erste Kontakt. Mit ihnen treffen sich usbildungspaten mehrfach im Jahr, um das Netzwerk zu stärken. Derzeit sind sechs Ausbildungspaten aktiv.

Kleine Schritte

Als Beraterin in der Immobilienfinanzierung ist für Ursula Winkelkötter-Hunke in jedem Falle Kommunikation und Motivation entscheidend. Vor vier jahren hängte sie den Beruf an den Nagel und bringt sich jetzt ehrenamtlich ein.  In der Gemeindearbeit in  Billmerich, bei der Flüchtlingshilfe und im Patenschaftskreis ist sie aktiv. Mit Azubis hat sie auch im Beruf zusammen gearbeitet. "Macht Spaß, wenn man weiß wie man sie annimmt." Durch Peter Esser kam sie zu dem Projekt im Forum Generationen. 

Ursula Winkelkötter-Hunke ist glücklich, sie hat eben ihren zweiten Paten in die Ausbildung vermittelt. Vor drei Jahren lernte sie ihn in der Peter-Weiss-Gesamtschule  kennen. Mit Einschränkungen in seiner Belastbarkeit fiel er durch jedes Förderraster. Die Schule hat sich mit dem Arbeitsamt bemüht, mehrere Gutachten wurden erstellt. schließlich blieb die Unterstützung durch einen Ausbildungspaten.

Ursula Winkelkötter-Hunke sorgte dafür, dass er in der Werkstatt Unna in ein Berufsvorbereitungsprogramm aufgenommen wurde. Über neun Monate und in Kleingruppen werden die Jugendlichen dort angeleitet. Die Zeit wurde extra für ihn verlängert und das war sein Glück. In der Zeit fand sich eine Tischlerei bereit, ihn als Lehrling aufzunehmen. "Er fühlt sich dort wohl." Zwar fehle es weiter an Eigenmotivation, ein Problem vom Start weg. Ständig telefonierte sie mit ihm, nahm ihn ins Gebet und machte ihm Angebote. "Einige Termine platzten, weil er nicht kam." Es brauche viel Eigeninitiative, um das durchzuhalten.

Motivation

Ein anderer Jugendlicher, den sie zuvor betreut hatte, war da pflegeleichter. Seine beruflichen Vorstellungen vom schnellen Geld im Informatikbereich platzten in der Realität. Mit kleinen Schritten brachte sie ihn zur Einsicht. Ein Berufskolleg wollte er zunächst nicht besuchen, sich stattdessen bewerben. Ursula Winkelkötter-Hunke übte Vorstellungsgespräche mit ihm, half bei der Erstellung der Bewerbungsmappe. "Die war am nächsten Tag schon nicht mehr vollständig", erinnert sie sich. Die ersten Bewerbungen kamen kommentarlos zurück. Auf ihren Rat hin bewarb er sich schließlich doch beim Berufskolleg mit IT-Schwerpunkt und hat jetzt seinen Beruf gefunden. Der Dank für die Arbeit halte sich in Grenzen. "Aber den erwartet man auch nicht, aber vielleicht kommt es in einigen Jahren."

Info

"Ausbildungspaten" hat das Forum Generationen initiiert.  Ab der 9. Klasse beginnt die Unterstützung. Die Paten sollten bis in das erste Ausbildungsjahr hinein begleiten. Als Eigenschaften sollten sie Interesse am Ausbildungs- und Berufsalltag haben. Eigenwille, Motivation zur Hilfe von Jugendlichen, eine große Frusttoleranz ist ebenfalls  erforderlich. Ursula Winkelkötter-Hunke: "Und ganz viel Herzblut." Die Projekte der Ausbildungspaten sind in NRW gebündelt in einer Koordinierungstelle. Sie fördert Dialog und Weiterbildung im Netzwerk der Ausbildungspaten. Informationen: Peter Esser, Tel.  UN 870086

Peter Esser hat selbst Schülern geholfen bei der Erkundung ihrer Fähigkeiten und koordiniert jetzt die Paten beim Forum Generationen Unna. Mit Azubis arbeitete Ursula Winkelkötter-Hunke bereits beruflich zusammen. Jetzt unterstützt sie als Ausbildungspatin Jugendliche auf dem ihrem Weg in den Beruf.
Mit Azubis arbeitete Ursula Winkelkötter-Hunke bereits beruflich zusammen. Jetzt unterstützt sie als Ausbildungspatin Jugendliche auf dem ihrem Weg in den Beruf.
Autor:

Stefan Reimet aus Holzwickede

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