Kräuterexkursion durch den Hünxer Wald

von links: Hans-Jürgen Pischke, Mechthild Neumann und Heinz Lindekamp
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Heinz Lindekamp und Hans-Jürgen Pischke hatten im Auftrag des CDU-Ortsverbandes Hünxe/Gartrop-Bühl die Heilpflanzenpädagogin Mechthild Neumann als „Gute Kräuterhexe“ für eine Kräuterexkursion im Hünxer Wald gewinnen können. Viele Bürger aus Hünxe und aus der Nachbarschaft schlossen sich der Führung an.

Mechthild Neumann erklärte die Heilkraft und die besonderen Wirkungen und Inhaltsstoffe der Wildkräuter. Wie verwendet man was? Wofür ist welches Kraut gut und welches lässt man lieber stehen? Da Unkräuter im Gegensatz zum Nutzgarten in der Natur gewollt sind, schneidet der Naturliebhaber diese zum Gebrauch oberhalb der Wurzel ab, damit auch andere Wildkräuterfreunde sich noch an den Pflanzen erfreuen können. Man sollte die Kräuter nicht direkt vom Straßenrand ernten, wo sie bereits von vielen Auspuffgasen belastet wurden. Besser ist, vom Hauptweg weg zu gehen. Das Kochen und Zubereiten mit Wildkräutern dient vor allem der Gesundheit. Beim Kochen sollten die Kräuter erst zum Schluss des Kochens zu dem Essen gegeben werden, damit möglichst viele Heilstoffe erhalten bleiben.

Als Begrüßungstrunk bekam jeder ein Glas Milch, welches mit Honig, Zitrone und Waldmeister zubereitet wurde. Waldmeister darf man höchstens eine halbe Stunde im Getränk ziehen lassen, ansonsten entfalten sich die Bitterstoffe und Kopfschmerzen sind angesagt.

Löwenzahn ist gut für die Leber und die Galle. Die Bitterstoffe der Wurzel regen die Leber an, Gallensaft zu produzieren. Ähnliches bewirkt auch die Artischocke. Aber es ist Vorsicht bei Artischocken angesagt die Gallensaftproduktion sofort in großer bereitstehender Menge abruft. Denn bei Gallensteinen oder Gallengrieß, kann das Ergebnis der Artischocke durch den schnellen Gallenfluss Gallenkolik sein. Der Löwenzahn regt die Leber an Gallensaft zu produzieren und lässt den Gallensaft (nicht wie es der Reiz der Artischocke veranlasst), langsam kontinuierlich in die Galle fließen.

Sauerampfer und Vogelmiere haben sehr viel Vitamin C.

Wegerich wurde von Kneipp schon als goldener Faden der Natur bezeichnet. Bei Insektenstichen sollte man ein Wegerichblatt kneten, bis sich Saft bildet und dann auf die Einstichstelle ca. 5 Minuten drücken. Es entsteht kein Entzündungsherd. Dieselbe Wirkung hat Wegerich auf die Bronchien. Deshalb ist Hustensaft aus Wegerich so gesund.

Bei einigen Arten sollte man vorsichtig sein mit der Einordnung, wenn man die Blüte nicht kennt. So ähneln die Blätter einer Wildmöhre dem giftigen Schierling.

Auch Klee hat sehr viel Vitamin C. Ein Rotkleeblüten-Tee hilft in den Wechseljahren. Sauerklee kann man gut im Salat verwenden.

Gundermann hat nicht nur viel Vitamin C sondern auch die ätherischen Öle wie eine Petersilie. Sie wird gerne als Petersilie des armen Mannes bezeichnet und kann wie Petersilie verarbeitet werden. In Limonade wird sie auch verwendet. Sie ist nierenunterstützend und blutreinigend.

Brennnessel ist gut bei äußerlicher Anwendung gegen Gicht und Rheuma. Innerlich angewendet nimmt der Körper die Kieselsäure auf, was die Lunge und das Gewebe stärkt und die Niere anregt.

Taubnessel hat die gleiche Wirkung wie Brennnessel, nur brennt sie nicht.

Knoblauchrauke kann man statt Knoblauch verwenden.

Giersch ist gut gegen Gicht.

Beim Schöllkraut kann man den Saft aus dem Stengel oberhalb der Wurzel verwenden, um etwas gegen Warzen zu haben.

Hirtentäschel ist unterleib- und herzstärkend.

Gänseblümchen sind gut bei Leberleiden und zur Stärkung derAtemwege.

Nach der Kräuterführung wurden die Kräuter von den Teilnehmern unter der Leitung von Mechthild Neumann zu einem 4-Gänge-Menü verarbeitet. Es gab als Vorspeise Stangenbrot-Schnittchen mit Gänseblümchen-Frischkäse und dann einmal mit Giersch sowie einen Wildkräutersalatteller, danach eine scharfe, sämige Brennnesselsuppe, als Hauptspeise ein Wildkräuterpesto mit Nudeln und zum Abschluss ein Waldmeister-Zitronen-Quark. Allen Teilnehmern schmeckte das Essen gut und einigen sogar so gut, dass sie gerne noch einen Nachschlag nahmen.

Autor:

Adelheid Windszus aus Hünxe

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