Liz verweigert den Sex

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Frühlingszeit ist in Letmathe gleichbedeutend mit der Literaturkurszeit. Angepackt wird ein aktuelles und vor allem sehr „heißes“ Thema

Mit Liz, einer Bearbeitung der antiken Komödie Lysistrata, präsentiert in der kommenden Woche am Gymnasium Letmathe der erste von in diesem Schuljahr vier Literaturkursen das Ergebnis seiner Arbeit. Die Lysistrata des Aristophanes zählt bis heute zu den berühmtesten und meist gespielten Komödien. Die Frauen von Athen und Sparta verweigern in der Fassung des Autors aus der griechischen Antike den stets Krieg führenden Männern den Sex, um sie so endlich zu einem Friedensschluss zu bewegen. Der deutsche Schriftsteller Erich Fried verfasste in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, inspiriert von der Frauenbewegung, eine Neubearbeitung. Der Literaturkurs des Gymnasiums unter der Leitung von Dr. Markus Terbach entschied nach Durchsicht der Texte, dass die gesellschaftliche Entwicklung eine weitere Neubearbeitung erforderlich macht. „Sieben Schülerinnen und Schüler haben zwei Monate lang in Kleingruppen und Werkstattgesprächen den neuen Text verfasst und dem Stück mit Liz auch einen neuen Namen gegeben“, blickt der Kursleiter zurück. Statt der Frauen von Athen und Sparta lehnen sich nun erst eine und dann zwei Mädchen-Cliquen, die so auch in Letmathe existieren könnten, gegen das Verhalten auf, das die Jungen um sie herum an den Tag legen. Sie folgen den Frauen im antiken Griechenland. Liz hat nach einer Party, auf der sich alle Jungen daneben benommen haben, durchgesetzt, dass die Mädchen ihnen den Sex verweigern, bis sie bereit sind, ihr Verhalten zu ändern.
Wie werden sich die Jungen verhalten?
Diese Frage soll an dieser Stelle nicht beantwortzet werden. Der Besuch soll sich ja auch noch lohnen.
„Die wichtigsten Elemente der Komödie wurden übernommen, aber alles moderner dargestellt“, erzählt Hannah Müller, die zusammen mit Fiona Lehmann und Madelaine Hanses Regie führt.
„Was sich bei Aristophanes auf das Thema Krieg und Leid bezieht, hat in der Neubearbeitung Liz Bezugspunkte zu den Debatten um Komasaufen, die Generation Porno oder das Selbstverständnis von Frauen heute, was sich in Diskussionen in den Medien oder öffentlichkeitswirksamen Aktionen, etwa Slutwalks, zeigt“, ergänzt Markus Terbach.
Für die Aufführungen am Dienstag, 24.Mai, und Donnerstag, 26.Mai, jeweils ab 19.30 Uhr sind Eintrittskarten zum Preis von drei bis fünf Euro an der Abendkasse und in der kleinen buchhandlung an der Hagener Straße 29 in Letmathe erhältlich.

Autor:

Rainer Tüttelmann aus Iserlohn

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