"Aktive Mittagspause" der Polizei in Iserlohn

Gut war nur, mit den rund 70 Kolleginnen und Kollegen der Kreispolizeibehörde in Iserlohn ins Gespräch zu kommen und eine leckere Bockwurst im Brötchen zu genießen. Dann hatte es aber auch schon ein Ende mit den guten Nachrichten. Enttäuschung bis Entsetzen äußerten die Anwesenden zu den Verhandlungen in Potsdam. Matthias Kollatz hatte klar gemacht, dass „die Länder den Bezahlwettbewerb mit der Privatwirtschaft nicht gewinnen können“. Besser formuliert wäre sicherlich: Sie wollen nicht. Das sorgt für verdammt viel Frust, so Michael Kaufhold, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP) im Märkischen Kreis. Mitunter scheint Herrn Kollatz nicht klar zu sein, welche Außenwirkung seine Bemerkungen entfalten. NRW wollte im nächsten Jahr 2500 neue Polizistinnen und Polizisten einstellen. Wir hatten auch ohne Herrn Kollatz schon Probleme im laufenden Jahr die 2400 zusammen zu bekommen. Wenn die Länder nicht zur Besinnung kommen, können wir einen Haken dran machen. Nach der katastrophalen Personalpolitik der letzten 15 Jahre, hat die Polizei im Märkischen Kreis so wenig Personal wie noch nie, seit es den Kreis gibt. In den vergangenen 2-3 Jahren konnten wir vieles durch die Möglichkeit Tarifbeschäftigte einzustellen kompensieren. Aber auch hier hat sich gezeigt, dass es insbesondere bei Stellen mit hohen Qualifikationsvoraussetzungen schwierig war Personal zu finden. Grausam, wenn Herr Kollatz nun herumposaunt, dass das Land NRW kein konkurrenzfähiges Gehalt zahlen kann oder vielmehr will. Damit die Bürger im Märkischen Kreis sich nicht dauerhaft auf eine chronisch unterbesetzte und schlecht bezahlte Polizei verlassen müssen, wird die GdP Märkischer Kreis am 26.02.2019 an der Großdemonstration in Düsseldorf teilnehmen, um die Landesregierung daran zu erinnern, dass ihre Pläne zur inneren Sicherheit gerade in Potsdam dem Rotstift zum Opfer fallen. 6% Lohnerhöhung fordern wir u.a. Damit sind unser Gehälter noch keine Konkurrenz zur freien Wirtschaft. Aber die Kluft zum Bund wird etwas kleiner. Seit 15 Jahren konsolidieren wir darüber hinaus den NRW Haushalt durch eine nicht entlohnte Wochenstundenerhöhung, Kürzung des Weihnachtsgeldes auf Taschengeldniveau und Streichung des Urlaubsgeldes. Allein diese Streichungen haben jeden von uns ein Jahresgehalt gekostet. Höchste Zeit für die Länder, diesen Kredit aus schlechten Zeiten zurückzuzahlen.

Michael Kaufhold, Vorsitzender der Polizeigewerkschaft MK

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