Love-Parade: An die eigene Nase fassen

Marc Wegerhoff von social media communication" aus Hemer hat uns folgenden Bericht über seine Eindrücke auf der Love-Parade zugestellt:
"Ich war am vergangenen Samstag ebenfalls mit einem Kamerateam auf der Loveparade in Duisburg. Zur Unglückszeit haben wir Interviews mit Gästen gedreht und standen dabei rund 50-70 Meter vom Rampenaufgang entfernt, haben aber überhaupt nichts von der Tragödie mitbekommen. Auch die Leute um uns herum haben nichts von dem Drama geahnt. Das belegen ganz klar unsere Videoaufnahmen.
Ebenso unverständlich ist es, warum genau zu dieser Zeit der Tunnelaufgang von den Sicherheitskräften gesperrt wurde, denn auf dem Veranstaltungsgelände war ausreichend Platz und es hätten noch viele Tausend Gäste Platz gehabt. Auch das ist einwandfrei auf unseren Aufnahmen zu erkennen.
Wir konnten mit Kamerateam jederzeit bequem OHNE Drängeleien über das Gelände gehen.
Voll war es direkt vor der Hauptbühne und z. T. rundherum um die Floats - je nachdem, welcher Float für die Gäste interessant war (auch das auf Video).
Mein Eindruck insgesamt war, dass es auch an verschiedenen Stellen des Partygeländes noch riesige Freiflächen gab. Bei den Luftaufnahmen im TV ist das z. T. auch deutlich zu erkennen.
Von dem Unglück habe ich gegen 18:30 Uhr per SMS erfahren. Ich wunderte mich beim Verlassen des Geländes über den hinteren Presseausgang, dass auffällig viel Polizei und Krankenwagen im Einsatz waren. Die SMS gab mir dann die Erklärung dafür.
Völlig unverständlich ist es,  dass trotz ausreichender Platzverhältnisse der Tunnel gesperrt wurde und die dortigen Menschen sozusagen eingesperrt wurden.
Die Schuldfrage geht durch die Medien und kurzfristig wird wohl jemand die Verantwortung dafür übernehmen.
Meine Meinung ist allerdings, dass jeder einzelne, der dort im Tunnel war und auch jeder Sicherheitsmitarbeiter und Polizist sich an die eigene Nase fassen muss.
Denn wenn Menschen in Gefahr sind, dann wartet man nicht auf irgendeinen Einsatzbefehl und schaut zu, wie die Menschen sterben, sondern handelt nach allen verfügbaren Kräften. Ein Rainer Schaller (Veranstalter) hat nicht am Tor gestanden und gesagt, er dürfe die Fluchtwege nicht öffnen. Das waren die Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes und der Polizei.
Ebenso müssen sich diejenigen schuldig fühlen, die als erstes die Absperrungen auf den Zugangsstrassen niedergerissen haben. Laut TV-Berichten haben diese Szenen zur Panik geführt und damit zu 21 Toten und über 500 Verletzten.
Mein Beileid gilt den Angehörigen und Freunden. Den Verletzten wünsche ich eine gute und schnelle Genesung.
Sowas darf nie wieder passieren."

Dieser Text darf komplett abgedruckt werden.
Ein Video-Auszug meiner Dreharbeiten ist hier zu sehen.

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