Mäulchen und Mütterchen aus Iserlohner Kreativfabrik
Iserlohner Stefan Klein und Olaf Neumann designen Briefmarkenserie der Deutschen Post

Ein Blumenstrauß für 8882 Cent Foto: Deutsche Post
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Stefan Klein und Olaf Neumann sind Gestalter der aktuellen Briefmarkenserie der Deutschen Post Mit Königin Nofretete hatten die beiden Männer schon zu tun, auch mit Johann Wolfgang von Goethe und dem Luftfahrtpionier Dornier. Rund um Handball- oder Leichtathletik-Weltmeisterschaften waren sie bereits kreativ und haben etwa das Projekt Ruhr.2010 für den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ gefeiert: Stefan Klein und Olaf Neumann sind Kommunikationsdesigner.

Stück Zeitgeschichte für die Ewigkeit

Im Berufsalltag werden sie regelmäßig zu Künstlern, vor allem dann, wenn sie für die Deutsche Post DHL Group besondere Briefmarken gestalten – und ein Stück Zeitgeschichte für die Ewigkeit festhalten. Klein und Neumann haben sich 1995 im westfälischen Iserlohn mit einem eigenen Designbüro selbständig gemacht. Kennengelernt hatten sie sich drei Jahre zuvor im Studiengang Kommunikationsdesign an der Bergischen Universität Wuppertal. Noch vor dem Studienabschluss gewannen sie erste Design-Wettbewerbe, belegten etwa 1997 den ersten Platz bei der Ausschreibung „Die 100 besten Plakate des Jahres in Deutschland“.

Iserlohner Kreativfabrik

Sie gestalten Logos, Bücher, Münzen, Plakate oder Ausstellungen. Und seit 2002 gehen auch Briefmarken aus der Kreativfabrik in NRW hinaus in die Welt.
Zehn neue Blumen erstrahlen seit dem 1. Juli 2019 im Strauß der bekannten Briefmarken-Dauerserie „Blumen“.

Jede einzelne Blüte wird in freier Natur fotografiert

Unter den 60 verschiedenen finden sich Gartenklassiker wie Glöckchen, Röschen, Mäulchen oder Mütterchen. Dafür aber braucht es mehr als nur ein gutes Designprogramm. „Wir fotografieren jede einzelne Blüte in freier Natur oder in Gärten selbst“, sagt Olaf Neumann, der auch ausgebildeter Fotograf ist. „Das ist sehr aufwendig und der schwierigste Teil im Gestaltungsprozess.“ So müssten sie etwa den passenden Zeitpunkt für die Edelweißblüte im Berchtesgadener Land auf 2.000 Höhenmeter erwischen oder das wohlgehütete Versteck von Frauenschuh-Orchideen finden – manchmal mit Unterstützung von Botanikern.

Bearbeitung erst bei einem "perfekten Foto"

Erst dann, wenn das perfekte Foto entstanden ist, bearbeiten Klein und Neumann das Bild am Computer und erstellen daraus das fertige Postwertzeichen. „Unserem Auftraggeber Deutsche Post war es von Anfang an wichtig, dass alle Fotos dieselbe Handschrift tragen und dennoch die Bandbreite an Farben, Formen, Natur- und Kulturpflanzen zum Ausdruck kommt“, sagt Stefan Klein. „Das superkleine Endformat von nur 1,76 x 2,11 cm ist dabei sicher die größte Herausforderung, da dennoch eine hohe Farbbrillanz, Detailreichtum und unterschiedliche Perspektiven gewünscht sind.“ Die Originalblumen variieren von der drei Meter hohen Sonnenblume bis zum winzigen Vergissmeinnicht.

Gigantischer "Blumenstrauß"

So entstanden im Laufe der vergangenen 15 Jahre tausende Fotos von Blumen, aufgenommen in ganz Deutschland, zahlreiche Alternativorschläge für jedes einzelne Postwertzeichen und eine Palette mit 60 verschiedenen Druckfarben für die Wertziffern und Fotokontur auf den Marken. Der gesamte „Blumenstrauß“ ist also gigantisch – allein die vielen Milliarden Briefmarken, die bereits in der Bundesdruckerei auf Spezialpapier gedruckt, dann versendet oder gesammelt wurden, reichen aneinandergereiht mehrfach zum Mond und zurück. Klein und Neumann sehen die Briefmarken als Kernaufgabe und freuen sich über jede weitere Neuerscheinung, „denn die Natur hat noch viel mehr zu bieten“, so die Künstler.

(Quelle: Deutsche Post)

Ein Blumenstrauß für 8882 Cent Foto: Deutsche Post
Bereits seit vielen Jahren - wie hier zur Fußball-Weltmeisterschaft 2010 - finden sich die Entwürfe der erfolgreichen Iserlohner  Kommunikationsdesigner Stefan Klein (li.) und Olaf Neumann immer wieder als Briefmarken auf Postkarten und Briefen wieder. Archivfoto: Schröter/Stadtspiegel
Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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