Maßlos enttäuscht
Alexanderhöhe: Herbe Kritik des Iserlohner Rates an der Verwaltungsarbeit

Maßlos enttäuscht - fassungslos - schockiert: Die Drucksache DS9/2694 "Sachstandsbericht Betriebs- und Nutzungskonzept Alexanderhöhe" sorgte am Dienstagabend in der Ratssitzung für diese heftigen Reaktionen aus den Reihen der Politik und entsprechende harsche Kritik in Richtung Verwaltung.

Von Christoph Schulte

Iserlohn. Der erste Aufschlag gehörte dabei CDU-Fraktionsvorsitzendem Fabian Tigges: "Herzlichen Glückwunsch, Herr Köhnke, für den Mut, uns hier und heute eine solche Drucksache zu präsentieren. Damit haben Sie den Offenbarungseid geleistet, dass in den vergangenen zwölf Monaten nichts passiert ist. Wir haben bei diesem wichtigen Projekt jetzt ein Jahr verloren und sind maßlos enttäuscht." Erst ein entsprechender Antrag der Iserlohner CDU habe überhaupt dazu geführt, dass das Thema in Form eines Sachstandsberichtes überhaupt auf der Tagesordnung des Rates gestanden hätte.
Ähnlich sahen es auch Oliver Ruhnert (Die LINKE): "Ich bin schockiert über diese Drucksache ohne Inhalt. Ein Nutzungs- und Betriebskonzept muss vorliegen, um eine Entscheidung fällen zu können," und ein fassungsloser Hans Immanuel Herbers (UWG-Piraten): "Es entsteht gerade der Eindruck, gut dass wir drüber geredet haben, aber passiert ist gar nichts."
Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens bedauerte es auch, "dass wir bei diesem bedeutenden Projekt noch nicht weiter sind" und versprach, den Prozess zukünftig intensiv zu begleiten. Was wiederum Harald Eufinger (Bündnis 90/Die Grünen) zu der Bemerkung veranlasste: "Wer ist denn jetzt der Kopf der Verwaltung?" Entweder Ahrens hätte nicht von der Problematik gewusst, oder - wenn doch - bis jetzt nicht eingegriffen.
Michael Schmitt (CDU), Vorsitzender des Planungsausschusses, forderte zukünftig regelmäßige Sachstandsberichte in Ausschüssen und Rat.
Der im Zentrum der Kritik stehende Dezernent Jochen Köhnke wollte sich zunächst überhaupt nicht äußern, sah sich dann aber nach mehrmaligem Auffordern doch noch dazu veranlasst, einen detaillierten zeitlichen Ablauf der Verwaltungsaktivitäten in der Sache zu schildern. Es sei bei weitem nicht so, dass das Projekt liegengeblieben sei. Stattdessen gab Köhnke neben der fehlenden Erfahrung bei der Planung eines solchen Großprojektes als Hauptgrund für die Verzögerungen an, dass die zunächst vorliegenden Pläne nicht für eine Ausschreibung gereicht hätten. "Deshalb haben wir bereits frühzeitig viele Experten eingebunden, die uns wertvolle Hinweise gegeben haben. Andererseits hat uns das natürlich Zeit gekostet."
Fazit der Diskussion: Die Ausschreibung soll nun endlich in den kommenden Tagen erfolgen, spätestens in der Ratssitzung im Mai soll es einen Zwischenbericht geben und voraussichtlich im November ist mit einem Gutachten zur neuen Veranstaltungshalle zu rechnen. Vor circa einem Jahr erhielt der damalige Stadtbaurat Jahnke von den Ratsmitgliedern noch viel Beifall für die Präsentation eines ersten Entwurfes für eine neue Veranstaltungshalle auf der Alexanderhöhe. Archivfoto: Schulte

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