Hartz IV-Weihnacht - „ . . . und fanden keinen Platz in der Herberge.“

Wer an diesen besinnlichen Feiertagen nicht allein dem Konsumrausch folgen will, genug hat von Geschenke-Wahn und Völlerei, der ist herzlich eingeladen einen kleinen Moment quer an der Weihnachtsgeschichte entlang zu denken.

„ . . . und fanden keinen Platz in der Herberge“.

Mitten unter uns wächst eine neue Obdachlosigkeit.

Unbequem, aufdringlich, abstoßend, faul, so wirken viele Betroffene auf die Gutbetuchten und Bürgerlichen. Aber nur, wer näher an die Menschen herantritt, sieht die Schicksale dahinter.

Der Verlust der Wohnung erweist sich als ein wachsendes Problem unserer Gesellschaft. Erschreckend dabei ist, dass ausgerechnet die sozialen Sicherungssysteme diese Ausgrenzung fördern. Dabei kann man verschiedene „Beutegruppen“ unterscheiden.

Psychisch Kranke und depressive Menschen erliegen den Behördenanforderungen besonders schnell. Die Forderungskataloge, die komplizierten Antragsformulare und die zumeist völlig unsensibel formulierten Briefe, zermürben die ohnehin Schwachen der Gesellschaft zunehmend. Die Folgen sind nicht nur Wohnungsverlust, sondern auch erste Todesopfer. Diese Menschen haben aufgegeben.

Eine weitere Beutegruppe sind die Bockigen, die Aussteiger, die Verweigerer. Dabei kann es durchaus ein Zeichen wachen Verstandes sein, wenn sich Betroffene gegen schwachsinnige Trainingsmaßnahmen, illegale Beschäftigung in Ein-Euro-Jobs und auch die Ausbeutung in der Zeitarbeit wehren. Es gibt in unserer Gesellschaft nicht mehr genug angemessen bezahlte Arbeit für alle. Die plumpe Antwort der Jobcenter sind Sanktionen bis zur Existenzvernichtung.

Zuletzt fallen die jungen und oft unerfahrenen Menschen in das Beuteschema. Während vor dem Grundgesetz angeblich „alle Menschen gleich sind“, fallen die Strafen für unter 25jährige besonders hart aus. Energiesperren und Obdachlosigkeit stehen in direktem Bezug zur Sanktionspraxis der Jobcenter.

Alle diese Menschen haben eines gemeinsam, Ihnen werden die Existenzsichernden Leistungen teilweise oder auch ganz entzogen und damit wird die Entwurzelung und Obdachlosigkeit billigend in Kauf genommen.

Sie finden keinen Platz mehr in der Herberge.

Nun kann man diese Vorgänge im Sozialstaat natürliche Auslese oder Vernichtung lebensunwerten Lebens nennen.

Wer darf leben, wer muss sterben?

Die nachfolgende Geschichte kann dabei helfen, neu zu denken.

„Ein Professor schilderte seinen Medizinstudenten folgenden Fall: “Stellen sie sich vor, eine Frau hat bereits acht Kinder, fünf davon sind behindert, drei sind taub, zwei blind, der Vater ist ein Trinker, die Mutter hat Syphilis und ist in Erwartung eines weiteren Kindes. Würden sie zu einer Abtreibung raten?”
Viele der Studenten dachten, dass in solch einem Fall medizinische und soziale Indikationen eine Abtreibung rechtfertigten.
Der Arzt sagte dann: “Meine Damen und Herren, ich gratuliere Ihnen! Sie haben soeben Ludwig van Beethoven umgebracht!”“

Quellen:
cmvm.de
wgvdl.com

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