Nochmal innehalten
Investorenwettbewerb zum Schillerplatz gestoppt / Gesamtkosten bei 50 bis 100 Millionen Euro

Stadtbaurat Thorsten Grote, Volker Keitmann, Olaf Pestl und Michael Schmitt (v.l.n.r.) waren sich einig, den geplanten Investorenwettbewerb (vorerst) zu stoppen. Fotos: Goor
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Nochmal innezuhalten und zu überlegen ist nicht die schlechteste Idee, wenn es an die konkrete Umsetzung eines Jahrhundertprojektes und um die damit verbundenen Kosten geht. Im Falle des Schillerplatzes führt dies jetzt dazu, dass auf einen teuren Investorenwettbewerb mit fraglichem Erfolg (zunächst) verzichtet wird.

Von Hilde Goor-Schotten

Iserlohn. In zwei jeweils mehrstündigen Workshops haben sich an den vergangenen Samstagen sowohl der Aufsichtsrat der Schillerplatz GmbH als auch die Ratsmitglieder intensiv mit den Ergebnissen der zahlreichen Untersuchungen und Gutachten beschäftigt. Wie Olaf Pestl, Michael Schmitt und Volker Keitmann, Geschäftsführer und Aufsichtsratsvorsitzende der Schillerplatz-Gesellschaft, sowie Stadtbaurat Thorsten Grote anschließend berichteten, war man sich weitgehend einig, dass angesichts der zahlreichen Zwangspunkte und hohen Investitionsrisiken ein Investor für das Gesamtprojekt kaum zu finden sei. „Ein Investor will Geld verdienen“, sagte Olaf Pestl.
Mit einer Brücke ist das kaum zu schaffen. Die gehört aber mit der Tiefgarage unter dem Schillerplatz zu den großen Problemen des Projekts. Beides ist marode, die Brücke zudem, so Pestl, eine städtebauliche Katastrophe. Seit ihrem Bau 1973 hat sie sich um 14 Zentimeter gesenkt – der eingeplante Spielraum zum Nachjustieren ist weg. Brücke wie Tiefgarage müssen also zeitnah abgerissen werden. Das entspricht auch dem Wunsch nach einem tiefergelegten Platz auf einer Ebene, ohne Rampen und Treppen. Eine neue Brücke muss dann den Höhenunterschied zum Rathauseingang überwinden - technisch machbar, aber keine sinnvolle Sache für einen Investor.
Denn angesichts des nur halbfesten Untergrundes soll diesmal auch für eine dauerhafte und zeitgemäße Gründung des gesamten Areals gesorgt werden. Rund 200 Pfähle müssen dafür in den Boden. Die Maßnahme – Pestl veranschlagt ein Jahr – wird laut Gutachten acht bis zehn Millionen Euro kosten.
Die Gesamtkosten für das Projekt mit den Bausteinen Schillerplatz, Brücke, Tiefgarage und Karstadt schätzt er auf 50 bis 100 Millionen Euro. Für den Karstadt-Komplex sind verschiedene Lösungen denkbar. Fest steht, dass Karstadt bleiben will, eine Schließung während der Umbauphase aber nicht in Frage kommt.
Alles aus einem Guss wird es nicht geben können, so Pestl. Für eine schrittweise Umsetzung sei es schwer, einen Investor zu finden. Die Stadt werde immer beteiligt sein. Daher wird jetzt überlegt, inwieweit die Schillerplatz-Gesellschaft selbst, mit Fachleuten von außen, die Planung und Umsetzung übernehmen kann. Klar ist, dass das nicht nebenher geht. Bis zur nächsten Ratssitzung am 19. März sollen konkrete Vorschläge zum weiteren Vorgehen auf dem Tisch liegen.

Stadtbaurat Thorsten Grote, Volker Keitmann, Olaf Pestl und Michael Schmitt (v.l.n.r.) waren sich einig, den geplanten Investorenwettbewerb (vorerst) zu stoppen. Fotos: Goor
Die ausgestellten Bohrkerne sind ein Beleg für die nicht standfesten Untergrund des Schillerplatzes.
Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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