Prof. Dr. Essers leidenschaftliches Plädoyer

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Eindrucksvoller hätte ein Ja für die Duale Ausbildung in Deutschland nicht ausfallen, aber ebenso eindrucksvoller hätte die Mahnung auch nicht ausfallen können.

Prof. Dr. Siegfried Hubert Esser, Präsident des Bundesinstitutes für Berufsbildung in Bonn, war es als Festredner vorbehalten, den knapp 130 Gästen beim Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft Märkischer Kreis die Vorzüge der deutschen Ausbildung aufzuzeigen. Die Bandbreite seines Exkurses reichte von der Ausbildungs-Historie bis hin zur ausländischen Anerkennung und Kopie des Dualen Ausbildungssystems.

Aufklärung über die Möglichkeiten betreiben

Bei allem Lob wollte Prof. Esser aber auch die aufziehenden Wolken nicht verheimlichen. Mangelnde Fachkräfte, fehlender Nachwuchs und ein falsches Image sind drei Gründe, die es im Auge zu behalten gilt und die möglichst umgehend anzupacken sind. "Es muss mehr Aufklärung darüber betrieben werden, was alles im Dualen System möglich ist", fordert Prof. Esser und ergänzt: "Wir müssen aber auch ganz deutlich auf die Beschäftigungsperspektive hinweisen."

Er forderte zudem die Schulleiter an den Gymnasien auf, "ihren Schülern nicht nur das Studium zu empfehlen, sondern auch Handwerk und Industrie." ("Lehrkräfte für leere Klassen und Hörsäle", so ein Gast des Neujahrsempfanges).
Für Prof. Esser steht fest, "dass die Akademiker-Ausbildung nicht immer der Goldene Weg ist."

Es drückt die Facharbeiter- und Gesellenebene

Für Prof. Esser besteht auch kein Ingenieurs-Problem. "Es drückt die Facharbeiter- und Gesellen-Ebene bis 2020. Da muss dringend gegengesteuert werden." Als besonders betroffene Fachkräfte-Bereiche nannte er den Gesundheits- und Sozial-Bereich, das Hotel-Gewerbe und das Lebensmittel-Handwerk.

Diese Rede wird nachhaltig beeindrucken - so ist zu hoffen. Sie hat zwar keine richtig neuen Erkenntnisse gebracht, aber sie hat die Notwendigkeit zum Jetzt-Handeln deutlich gemacht. Das war gut so.

Autor:

Rainer Tüttelmann aus Iserlohn

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