Tragödie in Halle: 55-jährige Frau in ihrer Wohnung verhungert?

Hartz IV hat ein weiteres Todesopfer gefordert. Wie erst am 10.09.2012 bekannt wurde, fand die Polizei Halle eine Frau in ihrer Wohnung tot auf. Allem Anschein nach sei die Frau verhungert.

Was FELIX KNOTHE von der Mitteldeutschen Zeitung beschreibt, ist in ähnlicher Form auch aus der Erwerbslosenberatung im Märkischen Kreis hinreichend bekannt:

"Sie war eine unscheinbare Person, ist jeden Tag hier lang gejoggt, war freundlich und hilfsbereit", schildert eine Anwohnerin, die einige hundert Meter entfernt wohnt. Dass die 55-Jährige dennoch große Probleme hatte, wird schnell deutlich. Nachbarn berichten von Ärger mit dem Jobcenter, die Wohnungsgenossenschaft spricht von drei Monaten Mietrückstand. Auch muss sie in den vergangenen Wochen ihre Nachbarn mehrfach um Geld gebeten haben, weil das Einkommen fehlte. Und möglicherweise kamen zuletzt
psychische Probleme hinzu."

Als der Todesfall bekannt wird, überstürzen sich alle Beteiligten mit Betroffenheitsbekundungen: die Wohnungsbaugesellschaft, das Jobcenter, das Sozialamt, der sozialpsychiatrischen Dienst der Stadt und auch die Staatsanwaltschaft.
("Hoffentlich ist die Presse bald wieder weg.")

Aber die Schuld bleibt bei der Frau selber:

"Seit Januar nicht beim Jobcenter
Warum die Frau keine Hilfe annahm ist unklar. Das Jobcenter Halle erklärte, sie sei zuletzt am 31. Januar zu einer Informationsveranstaltung gekommen. Danach habe sie die Zusammenarbeit eingestellt. Die Leistungen seien dann ausgelaufen. "Die Konsequenz war, dass sie dann nicht mehr bei uns Kundin war", sagt Sprecher Michael Rücker."
http://www.mz-web.de/servlet/ContentServer?pagename=ksta/page&atype=ksArtikel&aid=1342037200030

Aha, keine Kundin mehr. Das heißt wohl: eine Arbeitlose weniger . . .

Autor:

Ulrich Wockelmann aus Iserlohn

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