Ausgezeichnete JVA
Drüpplingser Fußball-Projekt von Sepp-Herberger-Stiftung im Bereich "Resozialisierung" geehrt

Olaf Fiedler (5.v.r., mit Urkunde) nahm im schweizerischen Spiez die Urkunde für das JVA-Projekt entgegen.
  • Olaf Fiedler (5.v.r., mit Urkunde) nahm im schweizerischen Spiez die Urkunde für das JVA-Projekt entgegen.
  • Foto: Carsten Kobow/Sepp-Herberger-Stiftung
  • hochgeladen von Petra Eck

An einem legendären Ort und mit Horst Eckel, dem letzten noch lebenden "Helden von Bern" und Ehrenspielführer Uwe Seeler prämierte die "Sepp-Herberger-Stiftung", Deutschlands älteste Fußballstiftung, 13 leuchtende Beispiele für die integrative Kraft des Fußballs und bemerkenswertes Engagement. Im schweizerischen Spiez mit dabei war auch die Justizvollzugsanstalt Iserlohn, die im Bereich Resozialisierung mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde.

„65 Jahre nach dem ‚Wunder von Bern‘ wollten wir unseren Preisträgern ein ganz besonderes Erlebnis bieten. Ihnen an diesem besonderen Ort ‚Danke‘ sagen für das, was sie auf so bemerkenswerte Weise und oft nahezu unbemerkt von einer breiten Öffentlichkeit leisten“, erklärte Stiftungsgeschäftsführer Tobias Wrzesinski.

"Ohne Herzblut funktioniert das nicht."

In Spiez durfte Olaf Fiedler die Urkunde in Empfang nehmen. Er engagiert sich seit 26 Jahren zusammen mit fünf weiteren Justizvollzugsbeamten für das Sportprojekt. "Ohne Herzblut würde das nicht funktionieren, es ist schon intensiv. Man braucht viel Kraft, denn es gibt auch schon mal Rückschläge", berichtet der 53-Jährige.
Denn der Sport im Allgemeinen und im Speziellen der Fußball sorgen dafür, dass die jugendlichen Straftäter für ein Leben außerhalb der Gefängnismauern geschult werden. "Es handelt sich bei ihnen ja nicht um ein Werkstück, an dem man eine Feile ansetzt", unterstreicht Fiedler. Und wie integrativ, wie innovativ und sozial profund die Arbeit mit den Jugendlichen ist, zeigt auch, dass es bei der Iserlohner Stadtmeisterschaft eine gemeinsame Mannschaft von Inhaftierten, JVA-Bediensteten und ehemaligen Gefangenen gibt.
Im Fußballkreis Iserlohn hat man sich an die "verrückten Ideen" des Machers gewöhnt. Als aktiver Fußballer hatte er immer sehr guten Kontakt zu den lokalen Vereinen, vor allem auch auf dem Land.

Eigene Gefängnismannschaft auf die Beine gestellt

So kam es dazu, dass Spieler aus der JVA in lokale Kreisliga-Mannschaften integriert wurden. Aber es gelang Fiedler auch, eine eigene Gefängnismannschaft auf die Beine zu stellen, die als SG Iserlohn am Spielbetrieb des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen teilnimmt.
Dass seine Initiative nun im schweizerischen Spiez mit der Sepp-Herberger-Urkunde ausgezeichnet wird, ist für den Justizvollzugsbeamten etwas ganz Besonderes: "Das erfüllt mich schon mit besonderem Stolz." Er ist froh, dass die Anstaltsleitung sein Bemühen immer unterstützt hat.
Seit dem vergangenen Jahr nehmen die inhaftierten Frauen erfolgreich an der Initiative "Anstoß für ein neues Leben" der Sepp-Herberger-Stiftung teil.
(Quelle: DFB.de)

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