"Schwimmen im Desinfektionsmittel"
Iserlohner Freibäder bereiten sich intensiv auf Saisoneröffnung unter Corona-Bedingungen vor

Bereit für die neue Freibadsaison: Die Becken des Iserlohner Heidebades.
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Zu mehr als einer kurzen Prüfung der Wassertemperatur per Zeigefinger wollte sich der Iserlohner Landtagsabgeordnete Thorsten Schick am Mittwoch bei seinem Besuch im Iserlohner Heidebad doch nicht hinreißen lassen.

Verständlich, denn obwohl die Sonne lachte und das Wasser bereits scheinbar zum ersten Sprung ins kühle Nass verführte, brachte der Blick auf das Thermometer die Gewissheit: gerade mal 15°C und damit noch weit weg von den angestrebten 24°C.

Am Eröffnungstag angenehme Badetemperaturen

Doch I95-Geschäftsführer Ralf Brinkschulte zeigte sich optimistisch, dass Iserlohns Badefreunde am kommenden Donnerstag, 21. Mai - dem geplanten Eröffnungstag - deutlich angenehmere Bedingungen vorfinden werden. "Wir haben ja gestern erst die Heizung angestellt, und da ja auch das Wetter in den nächsten Tagen mit höheren Temperaturen mitspielen soll, bin ich ganz zuversichtlich." Gleichzeitig räumte er aber mit einem Augenzwinkern ein, dass aufgrund der aktuellen kalten Nächte er bei seinen regelmäßigen Besuchen morgens Euro-Zeichen in dem dann über den Becken aufsteigenden Nebel erkenne. "Schließlich heizen wir ja hier einen riesigen Topf ohne Deckel." Abhilfe könnte eine Deckenabdeckung bringen, doch eine entsprechende Plane bedeute eine 100.000-Euro-Investition, die sich erst nach zehn Jahren rechnen würde. Und genau dann müsste bereits eine neue her.

Im Sportbecken wurde noch fleißig gereinigt.
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Effizienzsteigerungen und weitere Einsparpotenziale

Nichtsdestotrotz hat der Geschäftsführer des I95 Effizienzsteigerungen und Einsparungen beim Betreiben des Heidebades stets im Blick. So konnte der Wasserverbrauch bereits durch den Einbau moderner Technik auf nur rund 36 m³ pro Tag reduziert werden. Und weitere Maßnahmen sind bereits geplant. "Mit Hilfe des NRW-Förderprogramms 'Moderne Sportstätte 2022' wollen wir vier Einzelprojekte in Angriff nehmen", so Brinkschulte, "u.a. wollen wir eine Photovoltaik-Anlage installieren, um einen Teil des Strom zukünftig selbst produzieren zu können."
Thorsten Schick nutzte die Gelegenheit dann auch, um den ausdrücklichen Dank von Politik und Stadt auszusprechen. "Das große ehrenamtliche Engagement der bäderbetreibenden Vereine I95 und ISSV sorgt für erhebliche Kosteneinsparungen."

Der heimische Landtagsabgeordnete Thorsten Schick (li.) informierte sich bei I95-Geschäftsführer Ralf Brinkschulte über den aktuellen Stand der Saisonvorbereitungen.
  • Der heimische Landtagsabgeordnete Thorsten Schick (li.) informierte sich bei I95-Geschäftsführer Ralf Brinkschulte über den aktuellen Stand der Saisonvorbereitungen.
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Und genau dieses Engagement steht in Zeiten der Coronakrise vor den nächsten Herausforderungen. Schließlich soll die Freibadsaison 2020 bereits in wenigen Tagen starten. "Wir haben, genauso wie der ISSV, bereits deutlich vor der offiziellen Lockerung durch die NRW-Regierung, einen 'Pandemieplan Schwimmzentrum Heidebad' erarbeitet, um mehr Vorlauf zu erhalten", blickte Ralf Brinkschulte zurück, "die Grundzüge liefert dabei die Corona-Schutzverordnung. Bei den speziellen Vorgaben orientieren wir uns an den Empfehlungen des Deutschen Schwimmverbandes für den Sport- und Trainingsbetrieb sowie an die Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für das Badewesen." Das Konzept wurde dann der Stadt und dem Märkischen Kreis vorgelegt, wo es inzwischen auch grünes Licht bekam.

Orientierung an Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Bäderwesen

Dabei versucht der I95-Geschäftsführern den potenziellen Badegästen Ängste und Sorgen vor einer Ansteckung zu nehmen. "Alle vorliegenden Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Viren durch das Chlor sicher abgetötet werden. Man schwimmt quasi in einem Desinfektionsmittel."
Eng könne es lediglich an Spitzentagen auf der Liegewiese werden. "Doch da sprechen wir abhängig vom Wetter von max. 20 Tagen pro Saison." Und auch darauf sei man gut vorbereitet. "So wird die maximal gleichzeitig anwesende Besucherzahl auf 2.400 begrenzt, was 75% der normalen Maximalauslastung entspricht." Von den 2.400 Besuchern dürfen sich ca. 2.000 auf der Liegewiese aufhalten (unter Berücksichtigung der 1,5 m Abstandsregel), knapp 300 im Nichtschwimmer- und rund 120 im Schwimmerbecken. Außerdem werde man die Besucher an vielen Stellen wie Kasse, Umkleiden, Duschen oder Toiletten auf die Hygiene-Verhaltensweisen und bestehenden Corona-Einschränkungen hinweisen. Im Schwimmerbecken wurde am Mittwoch noch fleißig gereinigt.

Autor:

Christoph Schulte aus Hemer

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