NOMA Iserlohn Kangaroos: Interview mit Manager Michael Dahmen, Trainer Matthias Grothe und Kapitän Karol Jozefiak

Michael Dahmen
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Erstmal Herzlich Glückwunsch an Euch, dass Ihr mit Eurem Team Mannschaft des Jahres 2010 bei IKZ - Sportlerwahl geworden seid!
Es sieht so aus, als ob die Iserlohner mehr in Euch sehen als den Tabellenplatz, Michael?
Michael: Unser Konzept mit jungen Spielern aus Iserlohn und der Umgebung ein neues Team aufzubauen erfährt auch durch diese Wahl eine entsprechende Anerkennung. Wir haben in diesem Jahr sicherlich noch keine konstanten Leistungen erbracht, aber die Entwicklung der jungen Spieler ist toll.

Matthias, Du bist nicht nur zum Trainer des Jahres von den Iserlohnern gewählt worden (mit den meisten Erststimmen), sondern feierst Premiere, denn erstmals gibt es einen Trainer des Jahres, der auch schon mal Sportler des Jahres geworden ist. Wann war das?
Matthias: Das war 2003, als wir mit Iserlohn in der 2.Liga als Aufsteiger für Furore gesorgt hatten und einen 6.Platz erreichten. Ich bin natürlich stolz als Erster dieses „Double“ erreicht zu haben, habe aber auch ehrlicher Weise davon profitiert, dass kein IEC-Trainer aufgestellt war. Sehr erfreut hat mich aber auch unser Ergebnis als Mannschaft des Jahres. Das zeigt, dass unser eingeschlagener Weg mit lokalen und hungrigen jungen Spielern den Menschen gefällt.

Karol, Du hast dir mit dem 2. Platz eine super Zustimmung erspielt, wie schon lange kein NOMA Korbjäger mehr. Was sagst Du dazu? Spürst Du die Zustimmung des Iserlohner Publikums auch auf dem Spielfeld?
Karol: Zunächst einmal möchte ich mich noch mal bei all denen bedanken, die Ihre Stimme für mich abgegeben haben. Ich habe mich sehr darüber gefreut und bin sehr stolz auf dieses Ergebnis. Viel wichtiger ist jedoch, dass wir uns als Mannschaft den ersten Platz gesichert haben. Das zeigt definitiv die positive Entwicklung dieser Mannschaft bzw. der gesamten Organisation. Es ist einmal mehr der Beweis dafür, dass harte Arbeit am Ende belohnt wird.

Natürlich spüre ich als Spieler die Zustimmung des Iserlohner Publikums auf dem Spielfeld!
Es ist ein wahnsinnig schönes Gefühl wenn man nach einer gelungen Aktion Beifall oder ähnliches hört. Es spornt jeden Spieler noch mal mehr an, noch mehr aus sich rauszuholen.

Die Halbzeitbilanz dieser Saison lautete 6 Siege - 6 Niederlagen, Tabelleplatz 8 und somit nur ein Punkt vom geplanten 5. Platz entfernt! In der Rückrunde lief das eine oder andere nicht so wie geplant: Salzkotten im Hinspiel noch besiegt, habt ihr in der Rückrunde verloren. Danach der grandiose Sieg gegen Dorsten (Tabellendritter), im Anschluss besiegten uns die Recklinghausener zu Hause und die Dortmunder letztes Wochenende. Trotz geballtem Siegeswillen und großer Fangemeinde in Dortmund?
Michael: Im Moment ist es leider so, dass unsere Profis beide in einem Tief stecken und dem
Team nicht wirklich helfen. Ich hoffe, dass beide in den ausstehenden Spielen in die Nähe ihres Potenzials kommen und zeigen weshalb sie verpflichtet wurden. Sollte dies nicht passieren, werden die Nachwuchsleute mehr Einsatzzeiten bekommen.

Matthias: Die einzige Konstante in dieser Saison ist unsere Unkonstanz. Bei den jungen Spielern haben wir klar damit gerechnet, aber das unsere beiden Amerikaner gerade bisher in der Rückrunde so enttäuschen, ist schon überraschend. Wir haben in der Hinrunde gesehen, dass jedes Team in dieser Liga für uns schlagbar ist, und wenn wir es schaffen komplett unser Potential über 40 Minuten abzurufen, werden auch noch einige Siege dazukommen.

Unterscheidet uns von diesen Mannschaften, dass sie sich nicht an die vor der Saison vereinbarten Absprache bezüglich der Ausländerbeschränkung gehalten haben?
Michael: Definitiv ist es für uns sehr schwer, wenn wir mit unseren noch unerfahrenen Youngstern gegen Teams wie Recklinghausen, Dortmund, Velbert oder Werne spielen, die sich einfach nicht an die Vereinbarung halten und mehr als 2 Ausländern spielen. Wir werden unseren Weg dennoch fortsetzen und dafür am Ende – eventuell nach der nächsten Saison – der Gewinner sein.

Kann der geplante 5. Platz erreicht werden?
Michael: Ich will es nicht ausschließen, aber es wird sehr schwer, da wir 3 Siege zurück sind. Bei noch 8 ausstehenden Spielen in einer Liga in der jeder jeden schlagen kann, ist dies schlecht voraus zu sagen.

Matthias: Wir werden auf jeden Fall weiterhin alles dafür geben. Wir haben noch 5 Heimspiele und ich denke mit der neuen Halle und vielen Zuschauern im Rücken sind auch Siege gegen vermeintliche Favoriten möglich. Am besten wir fangen direkt Samstag damit an!! Abgerechnet wird am Schluss, und bis dahin werden wir weiter um jeden Punkt kämpfen!

Alle bisher verloren Spiele der Rückrunde zeigen eine Mannschaft, die in der Defensive als Team arbeitet jedoch in der Offensive das Soll nicht erfüllt. Worauf ist dies zurückzuführen? Hat die Mannschaft eine Weiterentwicklung erfahren? Wie sieht es mit der individuellen Entwicklung aus?
Michael: Die Mannschaft hat definitiv eine Weiterentwicklung erfahren, allerdings müssen die jungen Spieler nun noch lernen, Verantwortung zu übernehmen. Da sich während der Saison gezeigt hat, dass beide Amerikaner keine Führungsspieler sind, ist unsere Entwicklung in der Teamoffensive leider ins Stocken geraten. Individuell ist die Entwicklung von Fabian, Joshua und Olaf weiter fortgeschritten, als ich vorher angenommen habe.

Matthias: Gerade in der Defensive ist die Entwicklung als Mannschaft erkennbar. Wir gehören statistisch zu den besten Defensivmannschaften der Liga, haben aber auch hier noch Entwicklungspotential, da wir noch nicht alle taktischen Dinge genau umsetzen. In der Offensive fehlen uns eben leider die absoluten Zugpferde, sprich im Normalfall die „abgezockten Amis“, die auch mal die Anderen einfach mitziehen. Teilweise haben diesen Job schon unsere jungen Spieler gemacht, was zum jetzigen Zeitpunkt schon für eine enorme individuelle Entwicklung spricht.

Die NOMA Iserlohn Kangaroos trainieren 4-5 die Woche, zusätzlich 2 x Krafttraining, 1-2 Individualtraining sowie die Doppelbelastung für die NBBL-Spieler?
Wie geht die Mannschaft mit dem hohen Trainingsaufwand im Vergleich zum Tabellenplatz um?
Michael: Wir hatten Mut, in diese junge Mannschaft zu investieren und wir sehen die Entwicklung. Wir haben nicht nur die Sponsoren und die Fans um Geduld gebeten, sondern auch die Spieler. Die Jungs sind alle am Boden und ich weiß, dass sie ihre eigene Entwicklung selbstkritisch betrachten, aber auch merken, dass der hohe Aufwand eine Basis für ihre basketballerische Zukunft ist.

Wie steht es um die Teamchemie, Karol? Sind die Iserlohner Basketballer auch nach Recklinghausen und Dortmund mit dem Herzen dabei?
Karol: Ich kann definitiv bestätigen, dass jeder Spieler dieser Mannschaft immer noch mit dem Herzen dabei ist! Gerade wegen den letzten Spielen, die sicherlich Dämpfer waren, will jeder beweisen, dass wir sehr viel besser spielen können. Jeder von uns möchte unbedingt so gut wie möglich spielen und am Ende des Spiels als Sieger vom Feld gehen. Dafür arbeiten wir 5 Tage die Woche hart. Die Mannschaft hat sich nach dem Spiel gegen Dortmund zusammengesetzt und über viele Dinge gesprochen, insbesondere über die Fehler die gemacht worden sind, und wie sie demnächst zu vermeiden sind. Die Teamchemie ist gut! Wir verstehen uns ausnahmslos alle gut und sind für einander da. Das wollen wir jedoch in Zukunft noch deutlicher in den Spielen zeigen.

Unsere Profi-Spieler Terry Horton und Tyler Kathan übernehmen nicht die gewünschte Verantwortung für das Spiel und das Team. Die Iserlohner Jungs sind früher als geplant in der Verantwortung gelandet. Woran liegt es, dass Terry und Tyler nicht ins Iserlohner Spiel kommen? Welche Konsequenzen ziehen Manager und Trainer daraus?
Michael: Bei der Verpflichtung dieser beiden Spieler haben wir darauf geachtet, teamfähige Sportler zu bekommen, was beide ohne Zweifel sind. Allerdings haben wir unterschätzt, dass beide keine wahren Führungsspieler sind, wir ihnen aber zugetraut haben, dass sie an der Aufgabe wachsen würden. Dies war leider nicht der Fall. Für die kommende Saison, müssen wir vor allem Profis finden, die diese mentalen Fähigkeiten besitzen.

Matthias: Spielerisch passen sie auf jeden Fall in unser System! Auch menschlich sind die beiden integriert und die Infrastruktur ist für Regionalligaverhältnisse auch sehr gut. Warum sie nicht ins Spiel kommen, darüber habe ich mit Ihnen oftmals geredet und mir auch nächtelang den Kopf zerbrochen. Unsere jungen Spieler haben sie jetzt teilweise schon spielerisch überholt, sodass sie sich mit weniger Minuten zufrieden geben müssen. Vielleicht gelingt ihnen ja dann der mentale Durchbruch, denn dass sie gute Spieler sein können und uns weiterhelfen können, haben sie schon einige Male angedeutet, aber eben nicht konstant genug.

Am kommenden Samstag empfangt ihr den Tabellenersten Sechtem in der neuen Hemberghalle. In der Hinrunde war das Endergebnis 68:58 für Sechtem. Haben wir momentan überhaupt eine Chance gegen die sehr teamorientierten Rheinländer?
Michael: Ja haben wir! Bereits im Hinspiel waren es einige Kleinigkeiten, die unseren Sieg verhinderten und ich denke, dass das Team in der neuen Halle, vor einer hoffentlich großen Kulisse alles geben wird um den Tabellenersten zu besiegen. Sollten alle wieder fit sein und
das Team nicht nervös agieren, sind wir in der Lage jedes andere Team in der Liga zu schlagen.

Matthias: Definitiv! Die Sechtemer liegen uns, da auch wir sehr teamorientiert und defensivstark sind, leider bisher nur nicht mit deren Konstanz. Es wird an uns liegen, ob wir gewinnen oder verlieren, dass haben wir im Spiel gegen Dorsten gesehen. Die Mannschaft wird auf jeden Fall heiß sein und sich zerreißen vor großer Kulisse in unserem neuen „Zuhause“!

Was wünscht Ihr Euch für die nächsten Spiele?
Michael: Ich wünsche mir, dass die nächsten 8 Spiele unsere jungen Spieler weiter nach vorne bringen und wir alle noch ausstehenden 5 Heimspiele in der neuen, wirklich tollen Halle gewinnen werden.

Matthias: Das alle Spieler gesund bleiben, weiterhin Fortschritte machen und dass wir dann auch entsprechende Ergebnisse liefern!! Auch um so unseren super Fans, den vielen tollen ehrenamtlichen Helfern und unseren großartigen Sponsoren und Unterstützern unseren Dank auszusprechen für deren Geduld und den bisherigen Support!

Karol: Ich wünsche mir, dass wir in den nächsten 8 Spielen, dass umsetzen können was wir uns vorgenommen haben. Wenn wir es schaffen, konsequent unser Spiel zu spielen, und die Fehler, die wir in der Vergangenheit gemacht haben, bis zu einem Minimum zu reduzieren, ist unser Saisonziel immer noch zu erreichen.

Autor:

Lars Ebert aus Iserlohn

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