Rote Teufel nutzen die Gunst der Stunde


1. Bundesliga, 7. Spiel: ERG Iserlohn - RESG Walsum 1:4 (0:3)

(tg) „Wir müssen unsere Chancen einfach besser nutzen!“, hatte ERGI-Coach Jens Behrendt noch am Vortag moniert. Doch auch gegen Walsum wurde dieses Manko nicht behoben, was letztlich zur ersten Saisonniederlage des Titelverteidigers führte. Dem steckte allerdings auch eine schwere Partie in den Knochen, während die RESG Walsum am Samstag spielfrei war und somit ausgeruht an den Hemberg gekommen war.


Wie schwer die Beine der Iserlohner waren, wurde schnell ersichtlich: Die Gäste hatten ausreichend Platz, ihr Spiel zu gestalten, und in der Abwehr nicht viel Mühe, die wenig schwungvollen Iserlohner Angriffe zu stoppen. Dazu hatten die roten Teufel auch das nötige Quäntchen Glück auf ihrer Seite, als Xavier Berruezo aus spitzem Winkel abzog und die Kugel Patrick Glowka durchflutschte (5.).

Die Führung beflügelte die Walsumer noch zusätzlich, Iserlohn dagegen wirkte ratlos. Zwar gingen in der Folge die besten Szenen auf das Konto von Sergio Pereira (6.) und Andre Costa (11.), die in RESG-Keeper Tobias Wahlen jedoch ihren Meister fanden. Auf der Gegenseite war auch der zweite Schuss des Rekordmeisters ein Treffer, Javier Jimenez hatte mit Wucht abgezogen (12.).

Danach zogen sich die Walsumer immer tiefer in die eigene Hälfte zurück und überließen Iserlohn die Initiative – wohl wissend, dass den Hausherren der nötige Elan fehlte. Und so verpufften viele ERGI-Angriffe auch im Nichts. Jorge Fonseca (14.) und Nils Hilbertz (17.) kamen zwar durch, aber nicht an Tobias Wahlen vorbei. Dann kam auch noch Pech dazu, als Andre Costa bei einem Abwehrversuch den Ball Pedro Queiros direkt auf dem Schläger präsentierte – 3:0 (22.).

Dass es nicht der Tag des Titelverteidigers war, war spätestens klar, als Timon Henke sich den Ball zum Penalty zurechtlegte, diesen dann aber genau auf den RESG-Schlussmann donnerte (24.). Zu allem Überfluss prallte der Iserlohner beim Versuch, den zweiten Ball zu holen, so unglücklich mit Felipe Sturla zusammen, dass er mit Verdacht auf einer Bänderverletzung im Knie ins Krankenhaus musste.

Kurz nach Wiederbeginn schien sich das Blatt aber doch noch zu wenden, nachdem Sergio Pereira mit einem weiteren Strafstoß umgehend das 1:3 gelungen war (26.). Eine Minute später trat der Iserlohner erneut an den Punkt, traf nun aber nur den Pfosten.

Iserlohn zeigte sich nun aber wacher, drängte Walsum in Defensive, ohne jedoch die nötige Durchschlagskraft zu entwickeln. Und dann hockte da ja auch noch Tobias Wahlen zwischen den Pfosten, der die wenigen zwingenden Chancen von Andre Costa (28.) und Sergio Pereira (31.) zunichtemachte. Schließlich parierte er auch noch einen Direkten von Andre Costa nach 10. Teamfoul (36.), womit Iserlohn die letzte Großchance auf eine spannende Schlussphase vergab.

RESG-Coach Günter Szalek hatte längst erkannt, dass „die Uhr für uns läuft“ und mahnte seine Mannen zu Geduld. Der Moment zum K.o. kam schließlich fünf Minuten vor dem Ende und war Felipe Sturla überlassen, der mit einem Zaubertor zum 4:1 die Entscheidung herbeiführte.

ERG Iserlohn: P. Glowka, T. Sato; N. Hilbertz, K. Milewski, C. Hegener, J. Fonseca, S. Pereira (1), T. Henke, A. Costa. - RESG Walsum: T. Wahlen, R. Lorz; C. Berg, T. Martins-Antao, C. Nusch, P. Queiros (1), F. Sturla (1), X. Berruezo (1), J. Jimenez (1). - Schiedsrichter: B. Ullrich / M. Wittig.

Torfolge: 0:1 (5.) X. Berruezo, 0:2 (12.) J. Jimenez, 0:3 (22.) P. Queiros, 1:3 (27./Penalty) S. Pereira, 1:4 (45.) F. Sturla. - Zeitstrafen: Iserlohn 0 min - Walsum 0 min. - Teamfouls: Iserlohn 8 – Walsum 12.

Autor:

Tim Graumann aus Iserlohn

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