Sergio Pereira schießt ERGI zurück an die Tabellenspitze

1. Bundesliga Herren, 17. Spiel: ERG Iserlohn - SK Germania Herringen 3:2 (0:0)

(tg) ERGI-Trainer Quim Puigvert strahlte vor Glück. Nicht nur, weil seine Mannen gerade eben die Tabellenspitze zurück erobert hatten. Sondern vor allem aufgrund der widrigen Umstände im Vorfeld des Spiels: „Wir haben gar nicht richtig trainieren können, es waren ja nur fünf Jungs gesund.“ Und dann zaubern die Waldstädter eine Leistung aufs Parkett, die nur ein Prädikat erlaubt: Meisterhaft. Dass der Coach da gute Laune bekam, war nur zu verständlich.


Den besseren Start indes erwischten die Gäste. Der amtierende Meister wirbelte sofort los, zeigte eindrucksvoll, warum seine Offensivabteilung die beste der Liga ist. Aus jeder Lage wurde geschossen, so dass Iserlohns Schlussmann Patrick Glowka der Ball nur so um die Ohren pfiff. Aber er war stets auf dem Posten und entschärfte die Geschosse von Robin Schulz (2.), Liam Hages (4./7.), Kevin Karschau (7.) und Lucas Karschau (9.) souverän.

In dieser Phase war offensichtlich, dass die ERGI-Vorbereitungen nicht optimal waren: Das Team wirkte unsortiert, die Laufwege stimmten nicht, viele Pässe gingen ins Leere. Als ob jemand auf einen unsichtbaren Schalter gerückte hätte, wendete sich dann aber urplötzlich das Blatt. Die Iserlohner Geduld zahlte sich aus, nach einer guten Viertelstunde griff nach und nach ein Rädchen ins andere - und erste gute Chancen waren die Folge. Aber auch SKG-Keeper Maurice Michler hatte einen guten Tag erwischt und fischte die Versuche von Sergio Pereira (13./15.), Jorge Fonseca (14.) und Christopher Hegner (17.) ab.

Insgesamt war es zu diesem Zeitpunkt schon ein tempo- und chancenreiches Spiel, das die Bezeichnung „Gipfeltreffen“ mehr als verdient hatte. Einzig das Salz in der Suppe - also: Tore - fehlte noch. Und bis zur Pause blieb es auch dabei, da Lucas Karschau nur den Querbalken traf (23.) und Sergio Pereira abermals seinen Meister im gegnerischen Schlussmann fand (25.).

Nach dem Seitenwechsel kamen die Iserlohner dann schneller wieder in Schwung, demonstrierten nun ihre Heimmacht und hatten durch Carlos Nunez (27.), Sebastian Glowka (28.), Andre Costa (29.) und erneut Carlos Nunez (31.) Großchancen im Minutentakt. In dieser Phase war Herringen zum Zuschauen verdonnert.

Als die Herringer dann aber ihrerseits den Faden wieder aufnahmen, ging die Partie in ihre beste und spektakulärste Phase über. Eingeleitet wurde sie durch ein Fußspiel von Sergio Pereira. Der unerlaubte Kick erfolgte zwar außerhalb des ERGI-Strafraumes, wurde von den Unparteiischen als Chancenvereitelung bewertet, da Lucas Karschau wohl am Iserlohner vorbeigestürmt wäre. Jedenfalls entschieden sie zum Entsetzen der Iserlohner Fans auf Direkten, während die Herringer bereist das vermeintliche 1:0 feierte. Doch zu früh gefreut, denn Kevin Karschau scheiterte an sich selbst, verstolperte den Ball und kam noch nicht einmal zum Abschluss (32.).

Auf der Gegenseite hatte Sergio Pereira angesichts der für ihn zweifelhaften Entscheidung eine gehörige Portion Wut im Bauch - und die steckte er in einen fulminanten Weitschusskracher, als er noch gut drei Meter in der eigenen Hälfte stehend abzog. Die Kugel zischte an Freund und Feind vorbei, wurde eventuell auch noch von Carlos Nunez leicht abgefälscht, zum 1:0 ins Tor (33.).

Nun war Herringen gefragt, und der Meister reagiert meisterlich. Nach einem Ballverlust schaltet Robin Schulz am schnellsten, bediente Liam Hages, der wiederum quer auf den völlig frei stehenden Lucas Karschau passte - beim 1:1 hatte Patrick Glowka keine Chance (35.). Aber auch bei diesem Zwischenstand blieb es nur kurz. Andre Costa donnerte einen Freistoß in Richtung SKG-Tor, den Maurice Michler zwar parierte. Die Kugel tropfte aber direkt vor den Schläger von Christopher Hegner, der diese energisch über die Linie stocherte - 2:1 (36.).

Kurz darauf hätte Andre Costa, der nach Vorlage von Sergio Pereira völlig frei vor dem Herringer Tor stand, den ERGI-Vorsprung ausbauen können, schloss aber zu lässig ab. Mit fatalen Folgen, denn daraus ergab sich eine erstklassige Konterchance für den Titelverteidiger, die Kevin Karschau zum 2:2 abschloss (39.).

Der erneute Ausgleich gab den Germanen Rückenwind, die Iserlohner hatten derweil erkannt, dass nun Defensive erst einmal Trumpf ist - und konzentrierten sich auf die Abwehrarbeit. Dass die Sauerländer die beste Hintermannschaft der Liga haben, zeigte sich umgehend. Zwar hatte Herringen durch Einzelaktionen von Lucas Karschau (42.), Liam Hages (43.) und Kevin Karschau (46.) gute Chance, die aber letztlich sichere Beute für Patrick Glowka waren.

Und dann stachen die Iserlohner in ebenso beeindruckender wie effektiver Manier zu: Sergio Pereira enteilte bei einem Konter, blieb bei seinem ersten Versuch aber noch hängen. Blitzschnell schnappte er sich die Kugel aber erneut und überraschte Maurice Michler, der die Szene schon bereinigt glaubte, auf dem falschen Fuß - 3:2 (48.).

Herringen warf daraufhin noch einmal alles nach vorne, nahm den Torwart zu Gunsten eines fünften Feldspielers heraus. Doch die Iserlohner Abwehr stand sicher, ließ keinen Schuss mehr zu und bildete beim Schlusspfiff schließlich einen jubelnden Spielerhaufen über Keeper Patrick Glowka.

ERG Iserlohn: P. Glowka, R. Kaas; C. Nunez, A. Costa, K. Milewski, S. Glowka, C. Hegner (1), J. Fonseca, S. Pereira (2), T. Henke. - SK Germania Herringen: M. Michler, T. Tegethoff; K. Karschau (1), L. Hages, M. Stork, N. Halfmann, S. Gürtler, J. Klein, R. Schulz, L. Karschau (1). - Schiedsrichter: T. Flössel / S. Dahlbock.

Torfolge: 1:0 (33.) S. Pereira, 1:1 (35.) L. Karschau, 2:1 (36.) C. Hegner, 2:2 (39.) K. Karschau, 3:2 (48.) S. Pereira. - Zeitstrafen: Iserlohn 0 min – Herringen 0 min. - Teamfouls: Iserlohn 9 – Herringen 9

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