Iserlohn Kangaroos
Shirvan und Dahmen ziehen positive Zwischenbilanz vor dem „wilden Dezember“ der Kangaroos

Mit großen Schritten nähert sich die Saison 2021/22 der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB der Weihnachtspause. Neun Spieltage sind absolviert und klarer Trend erkennbar. Im großen Doppelinterview sprechen Dennis Shirvan, Headcoach der Iserlohn Kangaroos, und Geschäftsführer Michael Dahmen während der Länderspielpause über ihre Eindrücke bisher. Es geht um Entwicklung, Heimstärke, die Rückkehr der Fans, Gelassenheit an der Seitenlinie und den Endspurt des Jahres, der einen wilden Dezember für die Kangaroos bereithält.

Acht Spiele, eine coronabedingte Absage: wie fällt eure Zwischenbilanz aus?
Dennis Shirvan: Ich denke, man kann zufrieden sein. Wir sind sehr gut gestartet. Und wenn man betrachtet, dass wir von den drei Spielen, die wir verloren haben, mindestens zwei hätten eigentlich gewinnen müssen, können wir mit einem guten Gefühl nach vorne schauen. Wir haben immer noch Luft nach oben. Deshalb versuche ich, die Dinge positiv zu sehen – weil wir einfach noch nicht an unserem Leistungslimit sind und dennoch schon gut performen.
Michael Dahmen: Wenn man uns vor der Saison diesen Start vorhergesagt hätte, hätten wir ihn sofort zufrieden unterschrieben. Wenn man jetzt sieht, wie die Spiele, die wir verloren haben, verloren wurden, kann man vielleicht nicht ganz so zufrieden sein. Einfach, weil der eine oder andere Sieg mehr durchaus möglich gewesen wäre. Insgesamt ist die Bilanz von 5-3 bei nur drei Heimspielen aber natürlich durchaus erfreulich.

Dennis, wie erlebst du deine „Rookie“-Saison in der ProB bislang?
Dennis Shirvan: Ich habe vor den Spielen eine kleine Nervosität in mir. Nennen wir es positive Anspannung. Das hatte ich als Spieler. Und das habe ich jetzt auch als Trainer. Ich lerne viel, nehme aus jedem Spiel etwas mit. Was kann man verbessern, wo sind die positiven Punkte, woran müssen wir arbeiten. Natürlich muss ich nicht nur mit dem Team, sondern auch an meinen Coaching-Skills arbeiten. Am Ende ist mein Ziel, der beste Trainer zu werden, der ich sein kann. Und das ist ein Prozess, den die Jungs mit ihrem Einsatz voll unterstützen.

Nach zwei durchwachsenen Spielzeiten sind wir mit Vollgas gestartet - aber man merkt, dass das Team noch im Prozess der Entwicklung ist. Wie seht ihr das?
Dennis: Die letzten beiden Jahre waren nicht wirklich leicht. Dazu kommt der coronabedingte Abbruch der Saison 2019/20. Im vergangenen Jahr war es dann schwierig, ohne die Fans zu spielen. Die Voraussetzungen waren entsprechend alles andere als optimal. Deshalb ist die Situation, wie sie jetzt gerade ist, absolut in Ordnung. Wir sind ja nicht mit dem Ziel angetreten, von jetzt auf gleich alles abreißen zu wollen. Natürlich haben wir noch ein, zwei Baustellen, an denen wir arbeiten müssen – gerade mit Blick auf die Playoffs. Lieber habe ich jetzt noch Luft nach oben, als schon am Limit zu sein und nicht mehr zulegen zu können.
Michael: Man merkt den Prozess, ja. Aus den Fehlern, die wir seit Beginn machen, haben wir noch nicht so schnell gelernt, wie es wünschenswert gewesen wäre. Aber das Team entwickelt sich kontinuierlich.

Was gefällt euch gut, was muss besser werden?
Dennis: Was mir bisher sehr gut gefällt, dass sich das Team auch von Rückschlägen oder Niederlagen nicht aus der Bahn werfen lässt. Die Jungs stehen sofort auf und wieder zusammen. Und ich denke, dass ist eine der Stärken, die uns ausmachen in dieser Saison. Schauen müssen wir, dass wir mit gewissen Situationen einfach besser umgehen. Zudem ist das Team zu gut, um 18 Turnover im Schnitt zu produzieren.
Michael: Wie Dennis schon sagt, wir müssen einfach besser auf den Ball aufpassen und konsequenter an unserem Gameplan festhalten, statt zwischendurch minutenweise auszubrechen. Es sind am Ende immer Kleinigkeiten, die über Sieg oder Niederlage entscheiden können.

Michael, du wirkst deutlich entspannter als in den vergangenen beiden Jahren. Ist das so oder täuscht das?
Michael: Vielleicht ist das die Altersweisheit, vielleicht aber auch ein wenig Routine in bestimmten Sachen. Wir haben für uns versucht, das bestmögliche Team zusammenzustellen. Und die Trainer arbeiten jeden Tag daran, dass sich das Team verbessern kann. Bestimmte Dinge kann man planen, Ergebnisse allerdings nicht. Ich bin sehr überzeugt von dem, was wir – die Trainer, das Team und das Office – tun.

Die Zuschauer sind zurück. Nicht nur in Iserlohn. Wie sehr freut ihr euch über diese Tatsache?
Dennis: Es ist immer schön, vor Zuschauern zu spielen. Natürlich ist es in der Matthias-Grothe-Halle immer nochmal ein bisschen schöner als bei Auswärtsspielen. Einfach weil die Atmosphäre in unserer Halle etwas Besonderer ist und unsere Fans uns wirklich überragend unterstützen. Für diesen Support müssen wir dankbar sein, weil er nicht selbstverständlich ist.
Michael: Dass die Zuschauer zurück sind, ist eine tolle Sache. Für die Spieler, für die Atmosphäre. Und wir wollen nicht unzufrieden sein, gerade mit Blick darauf, wie das Zuschauerverhalten in anderen Stadien oder Hallen ist, da können wir mit der Unterstützung unserer Fans schon sehr zufrieden sein. Und ich hoffe, dass wenn wir auf die 2G-Regelung, vielleicht sogar 2G+, gehen, wir auch weiterhin vor Zuschauern spielen können. Weil es zum einen emotional ganz wichtig ist, aber natürlich auch wirtschaftlich ein wichtiger Faktor ist, um weiter professionellen Basketball in Iserlohn anbieten und zeigen zu können.

Michael, wie haben sich die vergangenen Jahre und Corona auf das Thema Sponsoring ausgewirkt?
Michael: Die Pandemie hat sich negativ auf das Thema Sponsoring ausgewirkt, da wir unsere Wachstumsziele nicht erreichen konnten. Wir sind aber sehr, sehr dankbar für alle, die uns auch in dieser Phase unterstützen und es möglich machen, dass wir am Standort Iserlohn, attraktiven, professionellen Basketball zeigen können. Natürlich hoffen wir, dass sich das Leben in den kommenden Monaten wieder ein wenig normalisiert, um das Thema Sponsoring und Unterstützung auf weitere, stabile Säulen stellen zu können.

Daran anknüpfend: Macht die zunehmende Professionalisierung die Arbeit für dich intensiver oder entspannter?
Michael: Die zunehmende Professionalisierung macht es viel intensiver und aufwändiger als noch vor vier oder fünf Jahren. Manchmal sind mir manche Vorgaben etwas zu weitreichend und geben keinen individuellen Spielraum. Aber insgesamt haben wir uns zu diesem Schritt entschieden und jetzt gehen wir diesen Weg.

Die Liga ist sehr ausgeglichen. Ist das gut, weil es Spannung schafft? Oder vielleicht auch ein bisschen gefährlich?
Dennis: Die Liga ist sehr ausgeglichen, ja. Ich denke, der Norden ist wieder die etwas stärkere Staffel. Und das ist natürlich auch ein bisschen gefährlich. Wenn du acht, neun, zehn Teams hast, von denen jeder Jeden schlagen kann. Aber: je besser das Niveau ist, desto besser spielst du. Und es macht die Liga nochmal attraktiver.
Michael: Die Liga ist ja schon seit mehreren Jahren ausgeglichen. Und das empfinde ich als sehr gut. Nicht nur, weil es Spannung schafft, sondern auch, weil der Wettbewerb dadurch attraktiver wird und es entsprechend keine Freifahrtscheine gibt. Ich freue mich sehr darüber, dass es viele talentierte Spieler in der ProB gibt. Und die Mannschaften und Vereine in den vergangenen Jahren gute Arbeit geleistet haben. Das wiederum führt dazu, dass der Basketball in Deutschland attraktiver wird.

Der Dezember steht vor der Tür. Vier Spiele, davon drei vor heimischer Kulisse: freut ihr euch auf diesen Jahresausklang?
Dennis: Ich finde es für uns ziemlich cool, dass wir auf dem Weg in die Weihnachtspause noch drei Heimspiele spielen dürfen. Wir haben ein klares Ziel: Wir vollen vier Siege aus vier Spielen vor dem Break, um das Jahr mit Vollgas zu beenden. Und um unsere Position im Kampf um die Playoffs zu stärken. Es wird natürlich nicht einfach, aber wir sind selbstbewusst und glauben an uns und unsere Ziele!
Michael: Wir freuen uns riesig auf den Jahresausklang. Und wir hoffen, dass unsere Fans die drei Heimspiele in zehn Tagen gut annehmen werden, um gemeinsam zu zeigen, dass die Matthias-Grothe-Halle unser Zuhause, unsere Festung ist, in der wir nicht verlieren wollen.

Dennis, wir sind in eigener Halle ungeschlagen, bist du mit dem Status quo an dieser Stelle zufrieden?
Dennis: Mit unserer Heimbilanz bin ich selbstverständlich zufrieden. Wir haben mit unseren Fans im Rücken dominant gespielt und drei Mal verdient gewonnen. Am Ende gilt: Wenn du oben mitspielen möchtest, musst du heimstark sein. Das ist das Fundament, auf dem alles andere aufbaut.

Michael, wie sieht unser Fahrplan für den Rest dieser Saison und die nächsten Jahre aus?
Michael: Für die Saison gilt: Wir wollen uns verbessern und müssen uns auch schnell verbessern. Die Entwicklung muss klar zu sehen sein. Natürlich bleibt unser Ziel, mit einer guten Platzierung die Playoffs zu erreichen. Und da darf es dann so weit wie möglich gehen. Die nächsten Jahre, da müssen wir abwarten. Wir setzen uns nach der Saison zusammen, ziehen ein Resümee und dann sehen wir weiter. Die Beeinflussung durch Corona und die wirtschaftlichen Dinge, die da hinterhängen, sind nicht von der Hand zu weisen. Deshalb kann man aktuell nur auf Sicht seriös planen.

Der Dezember der Kangaroos
Samstag, 04. Dezember, 19.00 Uhr
Dragons Rhöndorf – Iserlohn Kangaroos
Samstag, 11. Dezember, 19.30 Uhr
Iserlohn Kangaroos – TKS 49ers
Samstag, 18. Dezember, 19.30 Uhr
Iserlohn Kangaroos – ETV Hamburg
Dienstag, 21. Dezember, 19.30 Uhr
Iserlohn Kangaroos – ART Giants Düsseldorf

Tickets für die Heimspiele gibt’s unter bit.ly/IK_TICKETS_2122

Pressemitteilung Iserlohn Kangaroos
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Autor:

Iserlohn Kangaroos aus Iserlohn

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