Spitzenspiel bot Hochspannung über die 50. Minute hinaus

ERGI-Torwart David Diaz Cosme hielt in der Nachspielzeit den Iserlohner Sieg fest.
  • ERGI-Torwart David Diaz Cosme hielt in der Nachspielzeit den Iserlohner Sieg fest.
  • hochgeladen von Tim Graumann

1. Bundesliga, 8. Spiel: SK Germania Herringen - ERG Iserlohn 4:5 (4:2)

(tg) So etwas hatte Quim Puigvert in seiner langen Rollhockey-Karriere auch erst selten erlebt: Die 50 Minuten waren abgelaufen, doch die Iserlohner mussten dennoch um ihren Sieg bangen. Nicht etwa, weil Herringen einen Protest eingelegt hatte, vielmehr stand noch ein Direkter des Meisters aus, nachdem sich Andre Costa mit dem Schlusspfiff noch ein blau-würdiges Foul an Lucas Karschau geleistet hatte. Dessen Bruder Kevin legte sich die Kugel zurecht, musste aber direkt ausführen - der Schuss in der 1. Sekunde der „Nachspielzeit“ war aber sichere Beute für ERGI-Schlussmann David Diaz Cosme.

Der Iserlohner Torsteher hatte bei seinem vierten Einsatz im Iserlohner Tor nach nicht einmal zeiminütiger Spielzeit seinen ersten Gegentreffer in der laufenden Serie kassiert, als Lucas Karschau aus dem Gewühl heraus abgezogen hatte. Der Start war symptomatisch für die Iserlohner Leistung im ersten Durchgang, in dem nichts lief, sich Abspielfehler, schlechtes Stellungsspiel und falsche Laufwege in zu einem 0:3-Rückstand aufaddierten, mit dem die Sauerländer unter dem Strich noch zufrieden sein konnten. Kevin Karschau hatte zunächst aus vollem Lauf heraus zum 2:0 (7.) getroffen und mit dem 3:0 die Glückauf-Halle endgültig in einen Hexenkessel verwandelt.

Einzig Davi Diaz Cosme hatte zu diesem Zeitpunkt bei den Waldstädtern Normalform, verhinderte u. a. bei einem Penalty von Robin Schulz (17.) einen noch höheren Rückstand. Folglich wurde das 1:3 von Timon Henke, der nach einem Schuss von Sergio Pereira abstaubte (19.), von den klar dominierenden Gastgebern auch lediglich als Schönheitsfehler betrachtet. Zumal Kevin Karschau schon bei nächster Gelegenheit den alten Abstand wieder herstellte (22.). Das letzte Wort im ersten Durchgang hatte aber der Gast: Kai Milewski guckte SKG-Schlussmann Timon Tegethoff regelrecht aus und verkürzte mit einem Schuss ins lange Eck noch vor dem Seitenwechsel auf 2:4.

Dieser Treffer war letztlich enorm wichtig für den Vizemeister, denn daraus zog er die Zuversicht, im zweiten Durchgang noch einmal angreifen zu können. Für Herringen dagegen war der Zwei-Tore-Vorsprung ein sicheres Polster, zumal die letzte Heimniederlage in der Bundesliga schon über 25 Monate zurück liegt. Doch die Germanen hätten gewarnt sein müssen, denn der Sieger damals hieß: ERG Iserlohn.

Zunächst aber lieferten sich beide Mannschaften einen offenen Schlagabtausch, weil nun auch der Vizemeister endlich seinen Rhythmus gefunden hatte. Timon Tegethoff und David Diaz Cosme bekamen ausreichend Chancen, sich als Torhüter auszuzeichnen, so dass es auch nach über 40 Minuten immer noch 4:2 für den Titelverteidiger stand.

Als aber Christopher Hegner mit einem Traumtor – Volleyabnahme einer Flanke von Timon Henke – die Iserlohner auf 3:4 heran brachte, bekam die Partie plötzlich eine ganz andere Richtung. Ausschlaggebend für die Wende war aber wohl auch die blaue Karte gegen Lucas Karschau nach einem Foul an Andre Costa: Der fand beim Direkten zwar zunächst seinen Meister in Timon Tegethoff, versenkte die Kugel im Nachschuss aber in den Maschen zum 4:4. Und die Kugel rollte kaum wieder, da hatte Kai Milewski seinen großen Auftritt, indem er den Ball im vollen Lauf erst anlupfte und dann volley zum 5:4 versenkte (45.).

Herringen reagierte mit wütenden Gegenattacken, wollte in der verbleibenden Zeit zumindest noch den Ausgleich markieren, konnte sein Glück aber nicht mehr erzwingen: Aus dem Spiel heraus ergab sich keine Lücke in der kompakten ERG-Abwehr, vom Punkt versagten den Germanen dazu zweimal die Nerven. Zum ersten Mal Stefan Gürtler nach dem 10. Iserlohner Teamfoul (46.), dann vergab Kevin Karschau nach dem Abpfiff (!) – mit der Sirene hatte Andre Costa für ein Foul an Lucas Karschau noch „Blau“ gesehen – per Direktem die letzte Chance auf das 5:5.

SK Germania Herringen: T. Tegethoff, M. Michler; K. Karschau (3), L. Hages, M. Stork, S. Gürtler, J. Klein, R. Schulz, L. Karschau (1). - ERG Iserlohn: D. Diaz Cosme, M. Sittler; C. Nunez, A. Costa (1), K. Milewski (2), C. Hegner (1), J. Fonseca, S. Pereira, T. Henke (1). - Schiedsrichter: T. Ullrich / T. Ehlert.

Torfolge: 1:0 (2.) L. Karschau, 2:0 (7.) K. Karschau, 3:0 (15.) K. Karschau, 3:1 (19.) T. Henke, 4:1 (22.) K. Karschau, 4:2 (22.) K. Karschau, 4:3 (42.) C. Hegner, 4:4 (44./Direkter) A. Costa, 4:5 (45.) K. Milewski. - Zeitstrafen: Herringen 2 min (L. Karschau/44.) – Iserlohn 2 min (A. Costa/50.) - Teamfouls: Herringen 9 - Iserlohn 11

Autor:

Tim Graumann aus Iserlohn

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